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Hochmut kommt vor dem Fall, oder der technische Abstieg von Apple

Vor 19 Jahren überlegte ich mir, einen eigenen Computer anzuschaffen. Die Wahl war damals nicht einfach. Linux war damals auf Desktop noch im experimentellen Stadium. Microsoft toppte sich selbst mit jedem neuen Betriebssystem in der Unreifheit. Und Apple war schon so gut wie Konkurs. Trotz ihrer damals finanziell schlechten Lage, brachte Apple wieder mal neue Produkte auf den Markt. Halt! die Produkte waren keineswegs neu, nur neu verpackt, in buntem halbtransparentem Plastik. Apple stiess damit eine Revolution an, und bewies, dass man Computer nicht nur in hellbeigen Gehäusen verkaufen kann. Bald gab es alles in farbigem Halbtransparenten Plastik, Haushaltsgeräte, Radio, Klobürsten… einfach alles.

Doch das revolutionäre Design war für mich nicht der Grund, auf Apple umzusteigen. Ich wusste damals, dass man mit Windows Millennium nur Probleme haben wird. Microsoft war damals komplett ohne Konkurrenz und nutzte ihr Monopol schamlos aus. Extrem teure Preise, und schlechte Produkte. Ich wollte einfach mal was anderes ausprobieren und Apple mal eine Chance geben.

Der Entscheid hat sich gelohnt. Über die vielen Bluescreens von Kollegen konnte ich nur noch lachen. Mein kleines Blueberry iBook lief wie geschmiert. Ja, die Leute lachten über mein Blueberry, und keiner wollte so richtig glauben, dass das wirklich was taugt. Zwei Jahre später legte Apple nach. Ein neues Notebook für damals 1400 Franken mit dem neuen Mac OS X drauf. Das auf FreeBSD basierende Betriebssystem räumte endlich die Kompatibilitätsschwierigkeiten mit anderen Betriebssystemen aus. Günstige Geräte von Apple, das war was neues. 1400 war damals wirklich ein fairer Preis.

Der Abschied von der Insellösung so wie die hohe Stabilität des Systems brachte Apple viele neue Kunden die von Microsoft einfach die Schnauze voll hatten. Die fairen Preise der Billiglinie (deren Qualität übrigens ganz ok war) zogen nun auch Mainstreamkunden an. Leute die gar nicht viel mit ihrem Computer machten. E-Mail Lesen und Schreiben, im Web surfen, und Fotos sortieren. Eine Weile konnte Apple auch jede Menge Web Entwickler und Server Administratoren für sich als Kunden gewinnen. Tools wie die Kommandozeile sind auf dem Mac bereits installiert.

Doch die Qualität von Apple änderte sich, als Apple sich entschied den Bereich des Computerherstellers zu verlassen, und stattdessen sich auf Modeaccessoires zu konzentrieren. Ok, das ist vielleicht etwas überspitz, aber mir fiel nichts besseres ein den Prozess zu beschreiben 😉 Das habe ich spätestens wahrgenommen, als ich mein Macbook Air hatte. Buah, du hast Apple, wie geil ist das denn. Das ist überhaupt nicht geil, das Macbook Air war die grösste Enttäuschung die ich hatte.

Eine weitere Enttäuschung war mein IMac 2011er model. Ich wollte da ein Systemupgrade machen, und von der langsamen Festplatte auf eine schnelle SSD wechseln. Erste Enttäuschung, was bei einem normalen Computer so 10 Minuten brauchte, war beim IMac mit 60min Arbeit verbunden. Als SSD wählte ich glaub ich eine Toshiba. Der Service Techniker meinte, die Original von Apple sei auch eine Toshiba einfach doppelt so teuer. Als ich dann den Computer zum ersten mal startete, dachte ich einen Staubsauger zu haben. Die Lüfter drehten auf voll touren. Ich fand heraus, dass Apple an der Harddisk (oder der SSD) einen eigenen Temperatursensor eingebaut hat. Es gibt absolut keinen Grund, so einen einzubauen, denn die Harddisk hat schon standardmässig einen Temperatursensor. Ich fand dann auch eine App, die den Mac davon überzeugt, der Standardsensor zu nutzen. Die funktionierte auch tadellos. Der einzige ersichtliche Grund war, dass Apple die Kunden zwingen wollte, ihre überteuerten Ersatzteile zu kaufen. Sowas nenne ich Kunden verarsche.

Vor drei Jahren bin ich daher auf Lenovo ThinkPad umgestiegen. Diesen Frühling hatte ich mir für CHF 1800 ein neues Gerät angeschafft. Dazu habe ich mir vor kurzem noch eine Docking Station Maus und Tastatur für CHF 300.– geholt. Mein ganzes Setup kostet aktuell 2200 Schweizer Franken, viel Geld würde man sagen. Doch im Preis inbegriffen ist eine 3 jährige onside Garantie. Das heisst, bei einem Garantiefall wird erst über die Hotline geschaut, was kaputt sein könnte, dann die Teile bestellt, und dann kommt ein Service Techniker zu mir nach Hause, und repariert das. Und nach drei Jahren gibt’s wahrscheinlich eh wieder ein neues Notebook. Beim Lenovo ist so gut wie alles austauschbar. Es verfügt über 1 Netzwerkanschluss. 2 USB 3.0, 1 USB-C, 1 Kartenleser, 1 HDMI. Kopfhörer Anschluss und ein Mobile Netzwerk ist auch dabei (Mit einer SIM Card kann ich über’s Handy Netz direkt vom Computer ins Internet)

Bei Apple muss man sich im vergleichbaren Preissegment mit ein paar USB-C Steckern zufrieden geben. Wofür man dann ne menge teurer Adapter kaufen kann. Will man den Akku wechseln, muss man einen komplizierteren Chirurgischen Eingriff ins Computer innere machen. und statt Onside Garantie gibt es nur eine BringIn die oft auch mit Wartezeiten verbunden sind. Natürlich, Apple computer sehen schon schick aus. Aber ich denke, es gibt wesentlich günstigeren Tischschmuck auf dieser Welt.

Ich war mal selbst ein begeisterter Apple Anwender und bin nur zähneknirschend auf Windows zurückgekehrt (obschon das gar nicht so schlimm war). Ich bin bei weitem nicht der einzige Poweruser der von Apple weg ist. Apple scheint das egal zu sein. Sie verAppeln lieber Marken- und Designfanatiker mit Fantastischem Design und noch höheren Preisen.

Ist eigentlich schon tragisch, damals wo Apple kurz vor dem Bankrott war, lieferten sie die wesentlich besseren Produkte, als heute wo sie mehr als genug Geld hätten. Hochmut kommt vor dem Fall. Also Apple Aktien würde ich momentan nicht zeichnen.

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Deshalb benutze ich keine Hilfsmittel

Vorweg etwas zu dem Thema. Ich weiss, dass dieses Thema kontrovers diskutiert wird. Der Folgende Artikel widerspiegelt meine Ansicht. Nur weil sie für mich richtig ist, heisst es noch lange nicht, dass es für jemand anders auch stimmen muss. Dies einfach als Anmerkung.

Immer wieder mal werde ich gefragt, warum ich eigentlich keine Hilfsmittel nutze. Leute verstehen das oft nicht, weshalb ich mit meinem schleppenden Gang keinen Gehstock oder gar einen Rollstuhl verwende.

Als erstes muss ich dazu sagen, dass mein Gehstil einiges schlimmer aussieht als er ist. Normalerweise habe ich keine Schmerzen und es ist auch keine riesen Qual. Natürlich, nach einem harten Training. bräuchte ich den Heimweg nicht mehr unbedingt, aber ich glaube da bin ich nicht der einzige. 😉 Das ganze wird also von vielen als zu dramatisch eingeschätzt.

Es ist nicht so, dass ich Hilfsmittel nicht kennen würde. Mit 13 Jahren wurde mir sogar mal ein Rollstuhl angepasst. Natürlich sind so Dingers auch durchaus cool. Doch wer laufen kann oder Laufen konnte wird bestätigen dass es niemals das gehen ersetzt. Ich weiss, Rolli Fahrer hören das ungerne, aber ein Rolli ist einfach ein Nachteil! Auch wenn sich in den letzten Jahren vieles getan hat, man stösst immer wieder auf Hindernisse. Sei es die kleine Treppe vor dem Laden oder das Kopfsteinpflaster in der Altstadt. Der schweizerische öffentliche Verkehr hat in den letzten Jahren massiv nachgebessert was Barrierefreiheit anbelangt. Die meisten Orte erreicht man heute ohne fremde Hilfe. Aber man muss dafür oft eine langsamere Verbindung in kauf nehmen. Oder man muss dann doch wieder die Umsteigehilfen buchen. Oder wer ist schon mal im Schnee mit dem Rollstuhl gefahren? Da bin ich jeweils immer ausgestiegen, und habe den Rollstuhl geschoben. 😉

So wäre der Rollstuhl für mich mehr ein Laster als eine Hilfe. Und das merkte ich relativ schnell, und so stand der Rollstuhl mehr oder weniger nur noch rum. Ich habe dann nie wieder so einen beantragt. Aktuell wüsste ich nicht mal wo hin damit. Ich wohne in einem Altbau mit einem schmalen Treppchen vor der Tür. Drinnen gibt es auch relativ hohe Schwellen. Das Ding würde nur rumstehen und als Deko brauch ich kein Rollstuhl.

Mit Krücken ist es so ähnlich. Ich habe meine Hände gerne frei um etwas zu tragen. Ich meine was zusätzlich zu einem Rucksack. Und normalerweise ist für mich das Gehen ohne Hilfsmittel einfacher als mit. Nur im Stehen wären sie mir eine Hilfe, aber da find ich meistens irgend eine Stelle, wo ich mich abstützen kann.

Ihr seht, die Hilfsmittel sind also nicht überall Hilfsmittel. Man sollte sehr genau entscheiden ob etwas Hilft oder nicht. Es gibt für mich aber noch einen anderen Grund, mich davon fern zu halten.

Ich bin ein Verfechter der Theorie, dass Hilfsmittel in vielen Fällen der körperliche Abbau und die Verschlechterung der Behinderung beschleunigen. Denn jedes Hilfsmittel nimmt Belastung, und weniger Belastung schwächt den Körper. Deswegen Trainiere ich meinen Körper lieber und mache ein zwei Trainings mehr. als mir Gedanken über Rollstuhl und Barrierefreie Wohnung zu machen. Vielleicht kommt irgendwann der Moment, wo Sport nicht mehr als alternative geht. Doch diesen Moment werde ich so lang wie möglich herauszögern.