Archiv der Kategorie: Vefko

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Vefko: Die Unterschiede zwischen den Anfängen und jetzt

Vielerseits wurde gewünscht, dass ich wieder mal einen Blog über die Vefko mache. Ja, ich komme in letzter Zeit gar nicht so viel zum Bloggen wie ich das gerne hätte. Das liegt nicht zuletzt daran, dass ich momentan gut beschäftigt bin. Schuld daran ist ganz klar die Vefko.

Wenn man so mitten in der Arbeit steckt, bekommt man nicht selten den Eindruck, man komme nicht vom Fleck. Das Vereins Tool, dass wir anfangs zu programmieren begannen, ist immer noch nicht fertig. Viel zu lange ist das jetzt schon in der Mache. Wir haben eine Menge Lehrgeld bezahlt, aber dazu vielleicht in einem anderen Blog.

Es ist halt auch so, dass Vefko mittlerweile weit mehr als ein Programmierprojekt ist. Wir werden mehr und mehr zu einem Inklusionsprojekt der anderen Art. Aktuell gleisen wir gerade ein Pilotprojekt auf, das für uns, aber auch für andere vollkommen neue Möglichkeiten eröffnet. Dieses Projekt wurde von Fachpersonen sogar schon als Zukunftsweisend bezeichnet. Hoffen wir mal, die Erwartungen können erfüllt werden.

Leider kann ich Euch dazu noch nicht viel erzählen, denn solange das im Aufbau ist, können wir das natürlich noch nicht öffentlich machen. Nur soviel. Es sind vier Organisationen daran beteiligt. Darunter auch Organisationen die den Ruf haben „nicht so einfach zu sein.“

Wenn ich eines in den letzten vier Monaten gelernt habe, dann dass man die eigene Meinung immer mal wieder in Frage stellen muss. Wir mussten in den letzten Monaten ganz schön über unsere eigenen Schatten springen, alte schlechte Erfahrungen über Bord werfen. Manchmal muss man bestimmte Dinge unvoreingenommen neu beurteilen.

Am Anfang wären solche Zusammenarbeiten undenkbar gewesen. Wenn man von dem Projekt erzählte hiess es mit einem Lächeln: „Spannend, halte mich auf dem Laufenden.“ Zwischen den Zeilen schwappten aber einem schon die ganzen Zweifel entgegen. Die Zweifler gibt es immer noch, doch immer mehr glauben an uns.

Die Programmierung war in letzter Zeit nicht so aktiv, da Marc aktuell ausgefallen ist. I Zwischenzeit habe ich auch mal wieder etwas programmiert. Das machte richtig Spass, denn so oft komm ich da leider nicht mehr dazu. Doch Marc ist schon wieder auf dem Weg zurück, und wenn er wieder da ist, kümmere ich mich wieder um das Ganze drum rum, und überlasse ihm grossteils die Programmierung.

So, nun habt ihr mal wieder ein ausführliches Update, Ich wünsche Euch einen schönen Tag, und hoffe, dass ich in Zukunft mindestens wieder ein mal die Woche zum Bloggen komme.

Swiss Handicap Messe in Luzern

Am Freitag Morgen ging es für mich los. Der letzte Event in diesem Jahr stand an. Die Swiss Handicap 19 – Eine Messe die sich rund um Behinderungen dreht. Erst mal hiess es für mich, nach Luzern zu kommen.

Die Innerschweiz ist immer eine halbe Weltreise mit dem Zug. Es sind von uns aus die einzigen Strecken die in den letzten 17 Jahren nicht schneller wurden. Ich hatte rund 2 3/4 Stunden Zugfahrt vor mir. Es regnete fast die ganze Fahrt, aber das ist ja egal. Nach der Ankunft musste ich mich erst mal bei der Information anmelden… denn ich habe einen Vortrag. Allerdings erst am nächsten Tag.

Ein bisschen blöd war ich schon. Ich habe ja Visitenkarten, und ausgerechnet an dem Tag habe ich die vergessen. wo war da mein Hirn bei packen der Sachen? Kontakte knüpfen tat ich natürlich trotzdem fleissig. Viele interessante Gespräche hatte ich. Auch mit der SUVA und der IV. Auch hier zeigte die IV Interesse an unserem Konzept.

Danach ging ich in die Halle 1 wo der Sportteil untergebracht war. Ob schon ich seit Jahren vom Behindertensport distanziert bin, traf ich doch noch ein paar bekannte Gesichter. Während der Swiss Handicap sitze ich immer mindestens einmal in einen Sport Rollstuhl. Die Flitzer machen schon Spass… wenn man eben nicht darauf angewiesen ist. Und jedes mal wundern sich die Leute, weshalb ich beim Basketball so gut treffe. Die Technik im Sport verlernt man eben nicht so schnell.

Raphael Bircher beim Vortrag bei der Swiss Handicap 19
Ich beim Vortrag bei der Swiss Handicap

Danach ging es an die Swiss Handicap Night. Eine Party am Abend. Ich hatte auch hier jede Menge gute Gespräche. Mit Eltern betroffener, Selbstbetroffenen und Heimleiterinnen. Doch dieses Jahr hatte es an der Swiss Handicap Night nicht so viel Leute. Überhaupt war meiner Einschätzung nach etwas weniger los. So wurde die Party schon um 11 Uhr statt erst um 01:00 beendet. Egal, ich war eh relativ Bettreif.

Ich übernachtete in Luzern. Schon am 6:30 stand ich allerdings wieder auf. Denn ich musste noch die Beamerfolien für meine Präsentation fertig stellen. Jaja, ich krieg es immer noch hin, alles auf die letzte Minute zu machen.

Am zweiten Tag war ich körperlich ziemlich fertig, weshalb ich nicht mehr so viel rumgelaufen bin. Der Vortrag verlief gut, und es entstand auch noch ein Kontakt daraus. Mein Vater war auch am Vortrag anwesend, was mich sehr freute. Am Ende hatte ich noch eine längere Diskussion mit jemanden die ich aus dem Internet kenne. Wir sehen uns selten in Natura, kennen uns aber schon 14 Jahre, da wir in den selben Foren aktiv sind. Es ist immer wieder spannend mit solchen Leuten zu quatschen.

Die Rückreise war dann nicht mehr so witzig… ich war totkaputt, und musste noch drei mal umsteigen. Ich war froh, als ich endlich zu Hause die Türe hinter mir schliessen konnte.

Am Ende möchte ich noch mal dem Veranstalter danken, dass ich einen Vortrag halten durfte. und für alle die jetzt fragen: Nein, es gibt leider keine Aufzeichnung des Vortrages. Die Swiss Handicap war durchaus einen Besuch wert. Ich bin beim nächsten mal gerne wieder dabei.

Ich bin an der Swiss Handicap Messe in Luzern

Dies ist kein richtiger Blog, sondern eher ein Announcement. Ich werde an der Swiss Handicap in Luzern sein. Dass ist eine Messe für Behinderte. Sie findet am 29. und 30 November 2019 auf dem Messegelände in Luzern statt.

Ich werde aller Wahrscheinlichkeit am Freitag Nachmittag anreisen, und dann auch an der Swiss Handicap Night anwesend sein. Falls ihr mich seht, könnt ihr mich gerne ansprechen.

Aber dieses Jahr bin ich nicht nur als Besucher anwesend. Ich bin auch Speaker. Mein Vortrag ist am
Samstag, 30. November 2019 um 15:00 Uhr.
Thema: Wenn Betroffene selbst die Initiative ergreifen.
Es geht dabei darum, wie de Vefko entstanden ist, und auch darum, wie wir arbeiten, und was das besondere an unserem Projekt ist.

Ich freue mich natürlich über Besucher

Überleben unsere Server die personellen Verstärkungen?

Phu, die letzten Wochen waren echt etwas viel für mich, im positiven Sinne. Ich musste nämlich erkennen, dass man alte Einstellungen immer wieder mal überdenken muss!. Ich hatte eigentlich nicht gerade eine positive Einstellung gegenüber Behinderteninstitutionen. Es existierten halt die typischen Vorurteile… zu träge… zu bemutternd, zu Defizit orientiert usw. Ich dachte eigentlich, solche Institutionen werden nie mit einem Projekt wie Vefko zusammen arbeiten! Die letzten Wochen belehrten mich eines besseren.

Vor etwa drei wochen entschied ich mich, mal alle meine Vorurteile über Board zu werfen, und telefonierte Behinderteninstitutionen an. Ich stellte unser Projekt vor, und rannte damit offene Türen ein. „Das ist wirklich eine super Idee. Wir haben auch ein zwei Leute die evtl. da in Frage kommen.“ Zum Schluss meinte der Heimleiter noch: „Vielen dank, dass sie an uns gedacht haben, und sich die ganze Mühe machen.“ Dieser Satz berührte mich ziemlich. Denn von neuen Mitwirkenden profitiert ja in erster Linie die Vefko.

Und von wegen Trägheit. Das Tempo dass die Institutionen an den Tag legten ist schon fast beängstigend und da stehen sie bereits schon vor der Tür, die neuen Mitarbeiter. Die grosse Frage ist, ob das die Server mitmachen. Denn die Server sind eine ziemlich günstige Lösung gewesen, was für den Start ok war. Doch mit mehr aktiven Leuten wird sich die Serverlast stark erhöhen. Wir hoffen, der Server hält stand.

Der Ausbau ist eigentlich schon lange geplant, doch es fehlt uns noch das Geld dazu. Demnächst wird es auch ein Crowdfunding geben aber den Server müssen wir uns irgendwie anders finanzieren.

Wir freuen uns auf jeden Fall auf den Zuwachs und hoffen, dass der Server nicht gleich die Grätsche macht.

Vefko-Story – Die wahre Vision!

Als ich 2005 an Krebs erkrankte, wusste ich tief in meinem Inneren schon, das wird eine meiner geilsten Saisons, die ich im Sport erleben werde. Wie um alles in der Welt konnte ich nur so ein Gefühl haben?!? Ich meine, mit Krebs verbindet man vieles, aber garantiert nicht die Sportsaison deines Lebens! Ich unterdrückte dieses Gefühl in mir, weil es einfach nicht Realität sein durfte. Denn diese Geschichte wäre kitschiger als ein rosaroter Sportfilm von Hollywood, wo der vom Schicksal geplagte Sportler sich am Ende durchsetzt und als Held gefeiert wird.

Auch als ich dan Tag für Tag schwarz auf weiss aufgetischt bekam, dass mein Gefühl stimmte. wollte ich es immer noch nicht gauben. Weshalb sollte gerade ich das Glück haben, das erleben zu dürfen. Jeder Tag war wie in einem Film, dessen Hauptrolle man spielte. Der Unterschied… es war kein Film, es war Realität. Noch heute bekomme ich Gänsehaut, wenn ich an manche Szenen denke.

Eigentlich wollte ich damals meine Gedanken aus dem tiefsten inneren auf meiner Homepage veröffentlichen. Aber wenn ich damals geschrieben hätte, dass ich vor habe, trotz Chemotherapie voll weiter zu trainieren, hätten mich die Leute vermutlich für verrückt erklärt. Ich lag mit meinen Träumen auch falsch. Denn ich habe meine hoch ambitionierte Trainingspläne nicht nur erreicht, sondern bei weitem übertroffen! Heute wünschte ich, ich hätte diese Zeit gebloggt, einfach um anderen Menschen Mut zu machen!

Heute habe ich das gleiche Gefühl wenn ich von der Vefko träume. Mein Verstand sagt mir… vergiss es Raphael, das schafft ihr nie im Leben, das ist unmöglich! Und mein Herz kontert zu gleich. Der Verstand hat keine Ahnung. das wird noch zehn mal geiler als du dir das momentan ausmalst! Ich habe noch nie über meinen wahren Träume der Vefko gesprochen. Alle die tollkühne Visionen nicht mögen, empfehle ich nun aufhören zu lesen. Den Resten bitte ich, eine stabile Sitzposition einzunehmen, dann drei mal tief durchatmen, und dann weiter zu lesen.

Vergesst das schnuckelige kleine Vereinchen Vefko gleich mal! das ist nur die erste Übung des Warmlaufens. Natürlich wird es immer Platz für den Verein geben… ihm wird vermutlich später die nicht unwichtige Aufgabe der Nachwuchsförderung zugeschrieben werden.

Seit langem faszinieren mich drei Dinge. Erstens, Firmen die vom absoluten Nullpunkt anfangen, und heute ziemlich gross sind. Firmen die eine Unternehmenskultur haben, wo die Leute am Wochenende schon wieder auf Montag warten… einfach weil die Arbeit so viel Freude macht!. Drittens Menschen die trotz Behinderung in der Unternehmer Welt nicht nur bestehen, sondern erfolgreich sind!

Ich will also eine Firma mit anderen Behinderten auf die Beine stellen, die ne ordentliche Grösse hat (2000 Leute oder so), die auf ihrem Gebiet Spitze ist, und die das Beste Arbeitsklima bietet, dass man sich vorstellen kann!

Ja, ihr braucht mir jetzt nicht zu sagen, dass die Idee geisteskrank ist, das weiss ich selbst. Aber man darf nicht vergessen, dass man die Visionäre von Google, Microsoft Apple, in den Anfängen wohl auch als Spinner abgestempelt hätte. Vermutlich wurde ihnen das so viel gesagt, dass sie es gescheut hatten, damals ihre Visionen und der Werdegang öffentlich preis zu geben. Irgendwie schade, denn heute wären diese Geschichten hoch interessant. Und Rückblickend kommen halt vor allem die zweifelnden Momente nicht mehr so rüber. Erstens verdrängt man die mit der Zeit. und zweitens, weiss man ja wie es ausgegangen ist.

Der Ausgang von Vefko ist hingegen noch komplett unbekannt. Und natürlich habe ich Zweifel. Um ehrlich zu sein, frage ich mich sogar, ob mir mit dieser Idee nun alle Sicherungen durchgebrannt sind. Aber da ist eben auch eine Stimme die sagt: „Raphael, go for it! das ist das geilste Projekt dass du je aus dem Boden gestampft hast, und es wird noch viel geiler, als du dir das vorstellst!“

Auf diese Weise lade ich Euch ein, an unserer Geschichte teil zu haben. Lasst ein dickes „Mag ich“ da, fass ihr der flüsternden Stimme auch ein bisschen Glauben schenken wollt, Abonniert meinen Blog um weiter informiert zu bleiben und bis zum nächsten mal!

Warum Home Office für einige Behinderte die Zukunft ist.

Dienstag Abend um 17:30. Wir hatten gerade eine Sitzung in Chur, Andri und ich machen sich auf den Heimweg. Wir sind in einem vollgestopften Pendelzug von Chur nach Landquart. Zum Glück geht diese Strecke nicht mal 10 Minuten. Mir wird wieder mal vor Augen geführt, wie es Pendler haben.

Pendeln ist schon für Nichtbehinderte keine schöne Sache, doch für Behinderte kann das echt der Horror sein. Ich musste zum Glück nur einmal in meinem Leben pendeln. Damals von Hünenberg (ZG) nach Zürich während einer IV Abklärung.

Home Office
Mein Home Office

Mein Alltag heute ist da viel entspannter. Erst mal in den 80m entfernte Dorfladen gehen, und mir was zum Frühstück holen. Dann gemütlich in das online Büro einloggen, und mit der Arbeit beginnen. Dabei bin ich auch gar nicht an den Tag gebunden. Ich kann auch in der Nacht oder am Wochenende arbeiten.

Ich würde eine fünf Tage Woche nicht durchstehen. Dennoch habe ich für die Vefko auch schon 52h die Woche gearbeitet. Bei mir wäre es so, dass ein schöner Teil meiner Energie schon beim Pendeln verloren gehen würde. Diese hätte ich beim arbeiten nicht mehr zur Verfügung. Das wäre komplett ineffizient.

Integration durch Arbeit

In unserer Gesellschaft hat arbeiten einen grossen Stellenwert. Eine der ersten Fragen wenn man jemand kennen lernt ist: „Was machst du beruflich?“ Es ist recht unangenehm, diese Frage nicht beantworten zu können. Daher versuchen auch de Behinderten, diese Lücke mit irgendetwas zu schliessen. Auch wenn es ein Arbeitsplatz im geschützten Bereich ist, Hauptsache man kann dem anderen sagen, dass man nicht nur faul rumsitzt.

Es gab schon Leute die stellten das Vefko Konzept in frage. Vereinsamt man nicht, wenn man nur noch von zu Hause aus arbeitet? Die Frage ist nicht ganz unberechtigt, denn es kann tatsächlich passieren. Aber mal Hand aufs Herz, wie viele Arbeitskollegen sind auch private Kollegen? Vermutlich eher weniger. Klar trifft man sich hin und wieder mal mit seinen Arbeitskollegen zu einem Essen. Aber der private Filmabend geniesst man dann schon eher mit anderen Leuten oder nicht?

Die Integration durch Arbeit hat also weniger einen sozialen Aspekt, es geht eher um die Anerkennung von aussen, dass man auch etwas zur Gesellschaft beiträgt. Und da spielt es nun wirklich keine Rolle, ob man täglich zum Büro pilgert, oder ob man von zu Hause aus arbeitet.

Mit Home Office die Energie besser einteilen

Als ich damals in der IV Abklärung war, musste ich mich jedes mal aufraffen, um ins Training zu gehen. Ich war damals aber erst 19 Jahre alt, und körperlich, mal abgesehen von der Behinderung topfit. Heute würde es mir nach so einem Arbeitstag vermutlich wie vielen anderen Behinderten gehen. Nach dem ich zu Hause bin, wäre ich erst mal fertig mit mir und der Welt und hätte überhaupt keine Kraft mehr für Freizeitaktivitäten.

Heute sieht es bei mir anders aus. Gerade wenn ich viel gearbeitet habe, verspüre ich den Wunsch nach einer alternativen Aktivität. Sei es das Dorffest, das Training oder auch nur einen gemütlichen Schwatz mit den Nachbaren. Und genau das sind Kernbausteine für eine richtige integration in der Gesellschaft.

Für einige Behinderte dürfte Home Office erst die Chance bieten, den Beruf und die Freizeit unter einen Hut zu bringen, daher sehe ich darin eine grosse Zukunft.

Graphiker/UI Designer als Verstärkung gesucht!

Da unsere Mediamatikerin aufgrund einer Weiterbildung nicht mehr so viel Zeit hat, suchen wir Verstärkung. Es handelt sich aktuell um ein Platz im Ehrenamt.

Anforderungsprofil

  • Motivation und Freude an der Arbeit
  • Aktives mitdenken.
  • Anwender der entsprechenden Graphik Software. Adobe CC, Corel, oder die Open Source Alternativen. (GIMP, Inkscape, Scribus)
  • Selbständiges Arbeiten.
  • Behindert oder sonst irgend eine Macke (ja, das meinen wir ernst)

Das bieten wir!

  • Keine garantierte Entlöhnung
  • Home Office. Komplett von zu Hause aus arbeiten.
  • Vorerst keine feste Stundenbindung (jeder arbeitet so viel er möchte und kann)
  • Etwas verrücktes aber total cooles Team
  • Möglichkeit der Beteiligung bei etwas Neuem
  • Wen irgend möglich zahlen wir Bürospesen aus.
  • Und vielleicht wächst daraus ja doch ein bezahlter Job!

Falls du dich angesprochen fühlst, kontaktiere uns direkt. Wir brauchen keine richtige Bewerbung. Schreibe in eine Mail wer du bist, was du schon gemacht hast, und deine Motivation bei uns mitzumachen. Sende das bitte an raphael(at)vefko.ch und wir werden mit dir Kontakt aufnehmen.

Der Arbeitssommer ist vorbei

Dieser Sommer hiess es für mich durcharbeiten. Mehr als 500 Stunden machten wir in den letzten zweieinhalb Monaten für die Vefko. Noch nie haben wir in so kurzer Zeit so viel gearbeitet. Das ist ja auch kein Wunder, schliesslich sind wir nun zu dritt. (im Kernteam)

Vom Sommer habe ich eigentlich ein bisschen Respekt. Denn es ist die unangenehmste Zeit um vor dem Computer zu arbeiten. Wenn draussen die Sonne scheint, und es richtig warm ist, habe ich jeweils einfach keine Lust drinnen zu arbeiten. Klar, in der Wohnung ist es eigentlich kühl, aber das merkt man nur, wenn man gerade von draussen rein kommt. Sobald man länger drin ist, erdrückt einem die Hitze fast.

Diesen Sommer hingegen war es relativ angenehm. Wir hatten nur eine kurze Zeit eine richtige Hitzewelle, Sonst war es eigentlich relativ kühl, und es regnete immer mal wieder. Und jetzt läuft der Sommer eh langsam aus. Man merkt es schon, wie es am Morgen wieder echt kühl ist.

Zu tun haben wir genug. Gestern erstellte ich noch ein Dokument, wo ich alle Punkte aufführte, die wir noch erfüllen müssen, bevor wir mit unseren ersten Version raus können. Das ist doch eine recht lange Liste.

Ich selbst komme gar nicht zum Programmieren. Denn ich bin mit administrativem Kram zugemüllt. Das ist das Übel, wenn man so eine Gruppe leitet. Gerade laufen Verhandlungen mit einigen Organisationen. Was da genau verhandelt wird, kann ich Euch natürlich noch nicht sagen. Nur so viel dazu, wenn nur die Hälfte davon umgesetzt wird, ist das eine richtig coole Sache.

Nebenbei bin ich auch doch daran, die Generalversammlung vorzubereiten. Auch das gibt richtig Arbeit. Obschon wir noch ein kleiner Verein sind, und daher mit wenig Administration auskommen. Ich bin froh, wen wir das hinter uns haben. denn GV’s sind einfach nur Pflichtveranstaltungen, die man halt machen muss.

Immer im Herbst starten auch alle grossen Events. Da bin ich wieder viel unterwegs. Los geht es bereits dieses Wochenende mit einer Reise nach St. Augustin (D). Dort besuche ich die FrOSCon eine Open Source Computer Messe. Andere würden die Reiserei lieben. Ich mag es nicht. Aber Networking gehört nun mal zu meiner Position in der Vefko dazu. Networking mach ich auch gerne, wenn nur die Reiserei dafür nicht wäre.

So dann wisst ihr wieder mal was bei mir passiert. Ihr seht, ich bin gut ausgelastet. Bis zum nächsten Blog wünsche ich euch allen eine schöne Zeit.

FAQ über Home Office

Wir in der Vefko arbeiten ja alle von zu Hause aus. Wir sind mittlerweile fünf Leute und ich möchte mal ein paar Fragen zum Tema HomeOffice beantworten, die ich immer wieder höre.

F: Warum habt ihr Euch für HomeOffice entschieden.

Nun, am Anfang hatten wir gar keine andere Wahl, denn wir hätten uns kein Büro leisten können. (dies wäre auch jetzt noch schwierig) Aber das war nicht der Hauptgrund. Gerade bei Beeinträchtigten Personen kann HomeOffice ein Segen sein. Wer mit einer schweren körperlichen Behinderung täglich pendeln muss, der weiss, wie anstrengend das ist. Auch Menschen mit Reizüberflutung, ADHS’ler, gewisse Autisten, usw. macht der Berufsverkehr ganz schön zu schaffen. Diese Energie fehlt dann am Arbeitsplatz, oder im Privatleben.

Zudem Vergrössert eine konsequente HomeOffice Strategie den Radius aus dem man die Leute holen kann extrem. Die Hauptakteure der Vefko sind zwar momentan alle in einem Radius von etwa drei km verteilt. Jedoch haben wir heute schon Leute aus der ganzen Schweiz. Das wäre schlicht nicht möglich, wenn wir unsere Leute fix in ein Büro bestellen würden.

Und dann kommt noch der Umweltschutzgedanke. Wir ersparen unseren Leuten eine Menge Kilometer. Zudem ermöglicht das ein viel flexibleres Arbeiten. Dass man sich vom Bett einmal umdrehen kann und man ist bei der Arbeit, hat auch was. 😉

F: Wie läuft das in der Praxis

Es existieren die wildesten Vorstellungen, wie Home Office funktioniert. Manche glauben, man sitze hier dauernd mit dem Headset vor der Webcam. Nein, natürlich nicht! das würde einer der wichtigsten Vorteile eines Home Office zerstören. Nämlich den, dass man seine Ruhe hat. Wir haben uns dafür tatsächlich ein eigenes Tool geschrieben. Wir nennen das Admin Tool. Ich blende euch mal ein Screenshot von einer Testversion ein…

Da loggen wir uns immer ein, wenn wir arbeiten. Da gibt es ein allgemeiner Chat, Sitzungszimmer, wenn mal zwei Leute miteinander chatten möchten, ohne die anderen zu stören. Dateiupload, Todo Liste, Terminkalender, Stundenabrechnung, und halt noch einige Tools die wir brauchen, um unsere Vereinstools zu verwalten. Die meiste Kommunikation läuft über den Hauptchat, den ihr rechts im Bild seht. Wobei wir in Zukunft vermutlich auch Team Chats machen werden, weil wenn alle miteinander in einem Chat sind, verliert man schnell den Überblick. Es ist auch nicht so, dass wir dauernd am Chatten sind. Oft ist es da relativ ruhig. Wir haben bei 1500 Arbeitsstunden etwas mehr als 5000 Chatzeilen geschrieben. Ihr seht, das ist jetzt nicht die Welt!

Teilweise nutzen wir auch Telefonkonferenzen, Screensharing und Co. Das ist aber eher nicht die Regel. Zur Anwendung kommen diese Tools vor allem bei Coaching Aufgaben, oder wenn wir Ideen austauschen und Konzepte entwerfen. da sind das einfach effizientere Tools als ein Chat.

Zudem haben wir einen Newsletter an alle Mitarbeiter, der in unregelmässigen Abständen rauskommt. Wir haben auch Leute die nur gelegentlich was für Vefko machen. Mit dem Newsletter sehen sie, was gerade läuft, ohne sich durch hunderte von Zeilen Chatlogs durchzulesen.

F Trefft ihr euch auch mal persönlich?

Ja, das tun wir! Meistens ersetzen diese Treffen eine Telefon Konferenz. Das hat auch einen sozialen Aspekt. Sich persönlich zu treffen ist halt noch mal was anderes als online. Solche Meetups sind wichtig. Das merkt man beispielsweise auch bei den Open Source Communities. Aber es gibt auch Leute bei uns, die haben sich noch nie persönlich gesehen. Es ist also kein Muss, aber ein „nice to have.“

F: Besteht nicht die Gefahr, dass Leute zu Hause auf kosten der Firma private Sachen machen?

Gegenfrage: „Ist das garantiert, wenn die Leute in der Firma arbeiten?“ Ne, mal ganz im Ernst, wer sich solche Fragen stellen muss, sollte sich vielleicht mal Gedanken über die Firmenkultur machen. Aber um die Frage zu beantworten. Nein, mit Home Office kann man sich nicht der Kontrolle der Vorgesetzten entziehen. Das merken wir auch bei Vefko immer wieder. Das Problem ist bei uns allerdings eher in die umgekehrte Richtung gelagert. Leute zählen die Stunden nicht, bei denen sie am arbeiten sind. Das ist schnell passiert. Man ist nicht im Tool eingeloggt, und privat am Surfen, plötzlich poppt eine Mail auf, die mit Vefko zu tun hat. Man Liest und beantwortet die schnell und schwups schon hat man 20 unterschlagene Minuten.

Wer glaubt, das falle nicht auf, täuscht sich. Wir haben uns schon öfter gegenseitig ermahnt, die Zeitabrechnung ernst zu nehmen. Die Leute sehen also, wenn gearbeitet wird, ohne die Stunden zu loggen. Genau so wäre es auch umgekehrt. Den Traum den einige haben, dass man mit HomeOffice gemütlich auf dem Balkon einen kühlen Milchshake schlürfen, Netflix kucken, und dann noch Geld verdienen kann ist definitiv utopie. Zwar Geht das mit dem Milchshake und dem Balkon, aber arbeiten musst du dabei halt doch. Sonst fällt das sehr schnell auf.

F: Ist es nicht sehr schwer, Privates und Geschäftliches zu trennen.

Ja, das ist es! Das ist auch der wirklich grosse Nachteil von HomeOffice. Man muss sich ganz bewusst Zeiten off reservieren, sonst klappt das nicht. Wir handhaben das so, dass wir untereinander, uns jeder Zeit sagen können, wenn wir das Gefühl haben, dass bei jemand von uns das Privatleben zu kurz kommt. Das führt dann schon mal dazu, das Jemandem gesagt wird, er solle mal abschalten, und etwas raus gehen.

Das ist besonders wichtig, wenn man in einem Projekt mitarbeitet, bei dem die Mitarbeiter eine sehr hohe Identifikation mit dem Projekt haben. Aber wenn man sich da gegenseitig ein bisschen unterstützt, passt das schon.