Archiv der Kategorie: Sport of Hope

Sport of Hope – Konditions- und Krafttraining ist auch nach der Karriere Pflicht

Es ist endlich Sommer. schönes Wetter draussen und ich bin mal wieder am trainieren. Diesmal nicht so sehr Koordination sondern ganz klassisches Sommertraining wie ich das auch während meiner Sportkarriere machte. Der Grund dafür, Kondition und Kraft ist für Menschen mit Cerebralparese sehr wichtig. Denn ihr Körper ist im Alltag sehr beansprucht. daher reicht da die normale Grundkondition meist nicht aus.

Mit der Kräftigung wirke ich auch den Knieproblemen entgegen, die ich in letzter Zeit vermehrt hatte. Da zeigt sich bereits eine Besserung. Momentan komme ich so auf 10km und 200 Höhenmeter mit dem Fahrrad. Im Vergleich zu Früher ist das natürlich nichts, aber immerhin. Das Durchschnittstempo ist auch etwas angestiegen. Bis 20km und 400 Höhenmeter sollte das noch erweiterbar sein. Wenn ich das wieder jeden Tag schaffe, habe ich eine wirklich gute Grundkondition.

Momentan steigere ich auch wieder die Anzahl der Trainings pro Woche. Ich bin so auf vier mal pro Woche. Und wisst ihr was? es macht richtig Spass! Dass ist der Unterschied zum Leistungssport. Da blieb der Spass oft auf der Strecke. Man musste einfach trainieren, man war programmiert wie ein Wecker. Es war einfach pure Routine, abarbeiten des Tagesprogramms. Zumindest bei den Sommertrainings. Wenn ich dann im Herbst wieder den Stock in den Händen hielt und ich in der Halle rumtoben konnte, war der Spass natürlich schon wieder mit von der Partie.

Jetzt geniesse ich es, nach einem langen Tag am Computer am Abend mit dem Fahrrad meine Runden zu drehen. Ich freue mich auch, wenn ich eine Runde mehr schaffe, oder etwas schneller werde. Aber bei strömendem Regen kann ich getrost zu Hause bleiben und das ist halt schon cool.

Ich bin ganz froh, dass mir das Sommertraining noch Spass macht, denn ich könnte nicht darauf verzichten. Zumindest nicht ohne weitreichende Konsequenzen. Ich würde sonst vermutlich auf den Rollstuhl angewiesen sein.

Beim Laufen läufts momentan nicht so. Ich wurde in letzter Zeit ein paar mal angesprochen, ob es Koordinativ schlechter geworden ist. Mein momentaner Laufstil fühlt sich schlecht an. Es ist nicht so unsicher wie im Winter, aber irgendwie alles abgehackt. Es ist lange nicht so schlimm wie auch schon, aber es stört mich halt. Mal sehen, wie das mit der Koordination weiter geht.

Klar, wenn mein Ziel „Normal gehen“ an oberster Stelle stünde, würde ich Ganz anders vorgehen. Dann würde ich erst ein richtiges Kondi Training machen. Danach ein intensiv Koordinationstraining. Das könnte ich zwar auch so tun, aber ich weiss, dass mein Körper sehr heftig auf die Koordinationstrainings reagiert. In mitten einer Koordinationstrainingsphase weiss der Körper oft nicht mehr, wie er noch gehen soll. Das beeinträchtigt mich dann im Alltag sehr, und bisher war ich nicht bereit, diese Opfer zu bringen. Vielleicht geht es aber auch nicht ohne diese Opfer. Vielleicht kann man eine Koordination gar nicht langsam und schonend umstellen, sondern muss es auf die harte Tour machen. Momentan möchte ich der sanften Tour noch eine Chance geben.

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Sport of Hope – Wie ich es aushalte, als Behinderter unter Nichtbehinderten zu trainieren

Das ist eine Frage die immer wieder an mich gestellt wird. Denn schliesslich bin ich da immer der letzte. Das war tatsächlich nicht immer einfach und ich bin damit auch nicht immer gleich umgegangen.

Als Kind hatte ich tatsächlich sehr Mühe damit. Ich wollte eigentlich mithalten können, doch so sehr ich mich auch anstrengte, es reichte nie ganz, das war extrem frustrierend. Mit zunehmendem Alter ging die Schere zu der Nichtbehinderten Spitze natürlich immer mehr auf. Aber lange nicht alle Nichtbehinderten werden Spitzensportler. In der Pubertät scheidet sich der Weizen vom Spreu. Einige finden Sport doch nicht ganz so wichtig, andere sind schlicht zu faul für das harte Training, und wieder andere kriegen Verletzungsprobleme und geben auf.

Ich hingegen zog eiskalt mit sechs Trainings die Woche durch, und so holte ich viele Leute ein, gegen die ich früher keine Chance gehabt hätte. Einfach weil ich bessere Technik, Taktik und auch konditionell um Welten überlegen war. Das machte die Behinderung in vielen Fällen sogar wett. So kam es immer wieder vor, dass Nichtbehinderte mich nur noch von hinten sahen.

Ich muss sagen, es machte mir schon Spass, wenn ich in einer Gruppe Unihockey spielte. Ein Gegenspieler der mich kannte warnte seine Gruppe ausdrücklich von mir. „Lasst Raphi auf keinen Fall schiessen, ok? auf gar keinen fall!!“ Fünf Minuten Später haue ich einen Direktschuss voll in die Hohe Ecke und alle fragen sich wie das passieren konnte. Ich schmunzelte dann jeweils nur und dachte für mich… geht mal noch etwas Unihockey üben Jungs 😉

Und es ist unglaublich schön, wenn du das erste mal von einem Junior gesagt bekommst: „Du bist mein Vorbild.“ Oder wenn sie dich nach einem Autogramm fragen oder auch nur ein paar Tipps von dir hören wollen.

Aber ich glaube, das was mich am meisten antreibt ist der Respekt und die Vorbildfunktion für andere Spitzensportler. Vermutlich weil diese Bewunderung extrem ehrlich ist. Als Kind hätte ich mir nie geträumt, dass ich als behinderter mal ein Vorbild für Nichtbehinderte Spitzensportler sein kann. Dies macht das ständige letzte werden mehr als wett.

Einige reagieren auch ziemlich allergisch wenn ich mich heute nicht mehr wirklich zu den Sportlern zähle. „Was ist dein Ziel, normal gehen oder?!? und das nennst du kein Sport!!! Komm geh nach Hause!!!“ Und wieder andere warten nur drauf, bis ich an einem Wettkampf wieder mal richtig übel zuschlage. Ich habs nicht mehr ganz so eilig wie auch schon. Aber Sporttot bin ich noch nicht!

Ich bin zwar momentan nicht Wettkampfbereit… habe mir aber letzthin die Leichtathletik Lizenz für dieses Jahr gelöst. Nur für den Fall, dass mich irgendwann was juckt. Nur so als leise Warnung!!!

Sport of Hope – Aktueller Stand der Trainings

Vielleicht ist einigen Aufgefallen, dass ich dieses Jahr noch nicht an Wettkämpfen in der Leichtathletik teilgenommen habe. Zwar ist es mir letzthin endlich wieder gelungen ein paar Meter zu Rennen. Die Koordinationsprobleme die dies im Winter verhindert hatten, sind weitestgehend behoben. Zumindest für den Moment. So ganz traue ich der Sache nämlich noch nicht.

Das was mich an einem Saisonstart momentan hindert, sind die Kniee. Die sind der Belastung eines Sprintes aktuell nicht gewachsen. Vielleicht muss ich doch noch etwas Muskelaufbau machen. Ich habe mit Absicht keinen Muskelaufbau gemacht, um eine allfällige Disbalance durch Veränderungen im Laufstil besser abfangen zu können. Für all die jenen die jetzt nicht aus dem Sportsektor kommen. Eine Disbalance ist, wenn gewisse Muskeln zu stark und andere zu schwach sind. Bei einer Laufstiländerung kann es ganz schnell zu einer Disbalance kommen, da sich die Kräfte verschieben. Eine Disbalance kuriert man in der Regel mit gezieltem Muskelaufbau. Dieser ist natürlich viel effektiver, wenn die Muskeln nicht bereits auf einem sehr hohen Level trainiert sind.

Laufstilmässig hab ich aktuell nicht gross das Gefühl, dass da was Neues ist. Im Training kriege ich manchmal was anderes hin… zumindest gefühlt. Allerdings habe ich dann die Tage darauf Gehprobleme. Das ist natürlich eine Barriere, weil ich dann letztlich immer wieder in das alte Muster zurückfalle. Meine Hoffnung beruht auf „Steter Tropfen höhlt den Stein.“ Wenn ich die neuen Bewegungsmuster oft genug einprogrammiere wird es vielleicht irgendwann nicht mehr so anstrengend. Ich glaube genau das ist das Problem. Für den Körper (vor allem für das Gehirn) sind die neuen Bewegungsmuster noch zu anstrengend. Das würde erklären, warum es im Training für kurze Zeit mal ganz gut klappen kann, im Alltag aber scheitert.

Wir werden sehen wie sich das weiter entwickelt. Es braucht immer wieder viel Motivation meinerseits. Zumal nie so ganz klar ist, macht man es richtig, oder nicht. Es bleiben hoch experimentelle Trainings.

Sport of Hope – Ein Training dass ich so nicht erwartet habe

Das ist mal wieder ein Blog, der eigentlich vollkommen ungeplant kommt. Denn heute hatte ich ein richtig gutes Training. Genauer gesagt… nicht nur heute… es ist eine klare Tendenz nach oben festzustellen. Nur heute war eben noch eine runde spezieller.

Ich wollte ein paar Runden mit dem Fahrrad drehen. Das Problem dabei, meine eigentliche Runde ist wegen einer Baustelle für etwa drei Monate gesperrt. Also muss ich auf eine andere Route ausweichen, die wesentlich anspruchsvoller ist. Mehr Höhenmeter auf kürzerer Distanz, kurz eine steilere Bergstrecke. Von der Kraft und der Ausdauer her eigentlich kein Problem für mich. Aber mit der Misskoordination, die ich in letzter Zeit hatte, ist das doch eine Herausforderung.

Denn wenn im langsamen Bergauf fahren die Muskeln nur ganz kurz streiken muss ich anhalten, weil ich da ja nicht ein paar Sekunden laufen lassen kann wie auf einer flachen Strasse. So ist die Herausforderung über lange Zeit keine Misskoordination zu haben. Etwas was in letzter Zeit kaum klappte

Ich bin die Runde vier mal gefahren. Die ersten beiden Runden ohne irgendwelche Probleme! bei der dritten Runde gab es zwei mal ein kleines Problem, was ich aber abfangen konnte. Bei der vierten dann musste ich einmal kurz absteigen. Zum Vergleich, vor drei Wochen kam es noch auf meiner flacheren Runde immer wieder zu Absteigern.

Etwas überrascht war ich auch von meiner Kraft und Kondition… die ist nach wie vor da… klar nicht mehr so wie zu top Zeiten, aber da stiess ich überhaupt nicht an die Grenze. Kann sein, dass ich schon bald mal wieder mit leichtem Joggen anfangen kann. Das wird dann eine sehr entscheidende Phase. Denn da wird sich zeigen, ob ich kleine Veränderungen in meiner Gangart vornehmen kann. Ich erwarte eigentlich nicht viel. Ein bisschen mehr die Waden einsetzen, und damit die Schrittlänge zu vergrössern, wäre schon absolut toll. Wenn ich dann noch oben raus etwas mehr ziehen kann, bin ich schon überglücklich.

Doch das ist noch ein weiter Weg. Die Muskeln reagieren zwar im Training nach einer gewissen Aufwärmungszeit schon echt gut, für einen koordinierten Bewegungsablauf braucht es aber noch einiges mehr. Doch hey, es geht aufwärts, und das macht Mut. Also dran bleiben und weiter trainieren!

Sport of Hope – Gutes Resultat nach Training

Letzten Freitag ist mir das gelungen, was eigentlich Ziel des Trainings sein sollte. Nach dem Training lief ich sicherer als vor dem Training.

Am Freitag ging nach Zürich ins Training. Eigentlich ein ganz normales Koordinationstraining. Wieder mal den üblichen Versuch, die neuen Muskel anzusteuern ohne das Bewegungsmuster ganz aus der Bahn zu werfen.

Schon beim Hinweg war es nicht schlecht, nicht perfekt aber wesentlich besser als sonst. Im Training versuchte ich dann erst mal, den rechten Kniebeuger rein mit Forced Use anzusprechen. Das klappte nicht. Dann Machte ich Kraftkoordination. Das ist eine Mischung aus Kraft- und Koordinationsübungen. Mir scheint, dass unter Belastung das Neurofeedback oft grösser ist. Deswegen kombiniere ich Koordinationsübungen gerne mal mit Kraftübungen.

Und siehe da, die Ansteuerung funktionierte. Die Koordination war sogar so gut, dass sie für das gewöhnliche Laufen reichte, Toll dieses Gefühl. Der Rückweg ging dann wesentlich besser als sonst. Wenn es so weiter geht, kann ich ja vielleicht bald mit joggen über kurze Distanz anfangen,

Ja, das wollte ich Euch nur schnell mitteilen. Ich bin gerade am Umbau meines Computer Setups und muss jetzt die Ganze Infrastruktur wieder verkabeln. Darüber kommt dann morgen ein Blog.

Sport of Hope – Es geht wieder ganz wenig besser

Ich schulde Euch mal wieder ein Update über meine Mission „Normal laufen.“ Diese Woche war wirklich mal schönes Wetter, und so konnte ich mein Fahrrad startklar machen. Die Trainings darauf taten mir sehr gut. Es ist halt einfach die kontrollierte runde Bewegung die ein Ausgleich schafft.

Dieses Puzzleteil fehlte mir in den letzten Wochen im Trainingsplan. Ich bin froh, es jetzt wieder zu haben. Koordinativ machte ich diese Woche sehr wenig. Da geht’s dann nächste Woche wieder richtig weiter. Alles in allem fühlt sich das Bewegungsmuster zwar immer noch falsch an, aber ich falle zum Glück nicht mehr dauernd hin, und muss mich auch nicht mehr so konzentrieren wie auch schon.

Es ist aber nach wie vor ein weiter Weg, den ich vor mir habe. Denn das lösen nach einer Kontraktion der spastischen Muskeln ist nach wie vor sehr langsam. Ich bin gespannt ob ich das überhaupt hin kriege. Denn schnelle Lösungsimpulse be spastischen Muskeln wäre schon fast das Ende der Spastik selbst. Das wäre dann doch ein ziemlich krasser Erfolg.

Ich rechne zwar damit, dass die Spastik auf Dauer gesehen zurück geht, wenn die Muskeln besser ansteuerbar sind. Weil die nicht Steuerbarkeit der Muskeln und die Spastik hängen irgendwie zusammen.

Und ich bin auf der Suche nach jemand der Elektro Impuls Training macht. Professionell meine ich. Denn von verschiedenen Seiten wurde das an mich Herangetragen, dass ich das doch mal versuchen soll. Falls jemand da eine gute Adresse hat, her damit.


Sport of Hope – Eine zähe Trainingswoche

Ich schulde Euch wieder mal ein Update über meine Trainingsfortschritte. Na ja, Fortschritte ist vielleicht das falsche Wort. Nach dem letzte Woche alles nach Besserungen aussah, war diese Woche wieder der Wurm drin. Das Training am Dienstag war absoluter Horror. Nichts ging mehr. Auch mit Übungen konnte ich die Muskeln nicht überzeugen, einigermassen zusammen zu arbeiten.

Ich hatte dann noch ein Gespräch mit einer meiner beratenden Personen. Interessant war seine Meinung. Ob schon ich das Gefühl hatte, absolut schlecht zu laufen, sah er kaum einen Unterschied zu sonst. Er meinte zu mir: „Koordinativ sei alles ganz normal, so wie ich es von dir kenne, du bist nur etwas unsicher.“ Er meinte dann auch noch, dass das wahrscheinlich zu einem grossen Teil ein mentales Problem sei. Ich bilde mir ein, das unregelmässige Bewegungen kommen müssen, und dann kommen die natürlich auch.

Das Mentale spielt sicher eine Rolle, nur ich sollte das relativ gut handeln können, denn im mentalen Bereich war ich schon immer stark. Was ich komisch finde, dass ich mich vollkommen scheisse fühle, offensichtlich aber keine koordinative Verschlechterungen zu sehen sind. Auf der anderen Seite ist es natürlich auch eine Beruhigung, da ich nun weiss, dass definitiv keine Verschlechterung vorhanden ist. Es stellt sich halt die Frage, weshalb ich mich mit einer Gangart, die ich immer hatte, plötzlich so dermassen unwohl fühle.

Vermutlich werde ich mal wieder Video Analysen machen müssen, wenn es dann besser läuft. Vielleicht bringt das etwas Licht ins Dunkel. Eine These weshalb ich mich momentan so unwohl fühle ist folgende. Das aktive Mitschaffen des einen spastischen Muskel lässt die Spastik stärker durchdringen. Eines der Hauptprobleme der spastischen Muskeln ist, dass Löseimpulse nicht schnell genug umgesetzt werden, oder gar nicht erst gesendet werden. Das nicht loslassen verursacht jedes mal wie ein klemmen im Bewegungsmuster. Früher hatte ich auf diesen spastischen Muskeln einfach eine gewisse Spannung drauf. Das war einfacher für das Hirn, da einen Bewegungsablauf hinzuzaubern. Wenn die Spannung auf Grund mangelnder Mitarbeit variiert, wird das schwer.

Heute habe ich wieder mal mein Fahrrad hervorgenommen, und drehte ein paar Runden. Das ging einigermassen gut. Fahrradfahren hat immer so eine ausgleichende Wirkung, da es mehr oder weniger fest vorgegebene Bewegungen sind.

Mal sehen, wie es nächste Woche läuft. Danke, dass ihr diese Geschichte so aufmerksam verfolgt.

Sport of Hope – Die inspiration von Terry Fox

Ja, man kann mir vorwerfen, dass mein „Sport of Hope“ eine billige Kopie von Terry Fox’s „Marathon of Hope“ ist. Und ja, „Sport of Hope“ ist zweifelsohne inspiriert vom „Marathon of Hope.“ Aber wer ist Terry Fox überhaupt? werden jetzt viele fragen.

Terry wuchs im kanadischen Brithish Columbia auf. Er war ein begeisterter Sportler und galt als Nachwuchstalent. Kurz vor dem 18. Geburtstag bekam er die Diagnose Knochenkrebs. Um überhaupt eine Chance auf Heilung zu haben, musste er sein rechtes Knie amputieren lassen. Ein Horrorszenario für ein angehenden Sportler Ende der 70er Jahre.

Doch noch mehr Horror war die anschliessende Chemotherapie. Er war noch in der Kinderabteilung stationiert, und musste mit ansehen, wie andere Kinder wegstarben. Ihm wurde bewusst wie hoffnungslos der Kampf gegen die Krankheit oft ist und mit welcher Härte der Krebs seine Opfer forderte. Als er die Therapie abgeschlossen hatte, konnte er die Zeit nicht einfach vergessen. Er wollte etwas gegen das Leid unternehmen.

Er vernahm, dass die Kanadische Krebsforschung dringend Geld benötigte. Nach einigen Überlegungen kam er auf die verrückte Idee, quer durch Kanada zu laufen, um 1 Mio Kanadische Dollar für die Krebsforschung zu sammeln.

Nach langer Vorbereitung und harten Trainings startete er am 12. April 1980 in Neufundland sein „Marathon of Hope“ mit dem Ziel nach Hause zu laufen. Sein Freund Doug folge ihm in einem Begleitfahrzeug. Er machte JEDEN EINZELNEN TAG EINEN MARATHON, und das mit einer Prothese und der Prothesentechnik von damals.

Am Anfang nahm er nicht viel ein, doch stieg die Aufmerksamkeit stark an. In Toronto wurde er bereits als Held empfangen. Doch leider kam auch der Krebs zurück, und schlussendlich musste er den Lauf nach über 5000km bei Thunder Bay (Ontario) abbrechen. Diesmal konnte ihn auch die erneut angesetzte Chemotherapie nicht mehr helfen. Am 28. Juni 1981 stirbt Terry im Alter von 22 Jahren im Kreise seiner Familie.

Doch Terrys Traum lebt weiter, bis heute. Jährlich werden seither „Terry Fox Runs“ mit dem Ziel, Geld zu sammeln für die Krebsforschung, ausgeführt. Die Terry Fox Foundation hat bis heute über 600 Mio Kanadische Dollars für die Krebsforschung gesammelt. Viele Medikamente würde es ohne sein engagement nicht geben.

Als ich die Geschichte vernahm, war ich sehr berührt und Motiviert. Sie zeigt, dass das „Unmöglich“ sehr viel weiter weg ist, als wir immer glauben. Terry ist für mich immer wieder eine inspiration und wenn ich mal wieder nicht an meine Ziele glaube, denke ich an ihn. „Ein einzelner Mensch kann nicht bewirken“, was ist diese Aussage für eine Lüge, und eine billige Ausrede für all die jenen, die ihr Finger nicht aus dem Arsch bekommen!