Archiv der Kategorie: Computer

Mehr als 1000 Stunden Vefko!

Momentan arbeiten wir mit Hochdruck an unserem Tool weiter. Vor allem Freitag und Samstag is viel los in unserem online Büro. Marc und ich arbeiten an einer neuen Version unseres internen Büro Tool. Zum allerersten mal arbeiten wir nicht mehr hot. Das heisst wir arbeiten nicht mehr direkt am Tool das online ist, sondern bereiten offline eine komplett neue Version vor. Diese hat auch einige Änderungen in den Datenbanken.

Eine grosse Änderung bekommt auch die Stundenverwaltung. Unser Tool hat ja einen Arbeitsstundenzähler eingebaut. Sobald man sich im Tool einloggt, wird die Zeit gezählt. Doch man kann sich natürlich nicht einfach einloggen und dann ein Kaffee trinken gehen. Man muss immer mal wieder bestätigen dass man noch da ist.

Wenn man gemeinsam Arbeitet ist das meist auch kein Problem, denn man schaut ohnehin von Zeit zu Zeit wieder mal in das Tool, ob jemand im Chat irgendwas gepostet hat. Bei mir läuft das Tool meist nebenbei auf dem zweiten Bildschirm. Dann kann ich immer mal wieder einen Blick darauf werfen.

Screenshot beider Bildschirme wenn ich für die Vefko arbeite. Links das Vefko Tool rechts mein Hauptbildschirm.

Und so sieht das dann aus. Das Vefko Tool ist übrigens noch die Etwicklerversion, deswegen noch die Fehlermeldungen. Diese läuft lokal auf meinem Rechner, und nur ich habe Zugriff darauf. Wenn ich von zu Hause aus arbeite, habe ich das Vefko Tool im Griff, es geht also nicht vergessen. Wenn ich aber unterwegs bin, und nur den Laptop habe. Ist das Tool meist irgendwo im Hintergrund. Da kann es schon passieren, dass man es vergisst, und ausgeloggt wird, obschon mal noch am Arbeiten ist. Damit das nicht mehr passiert, kriegen wir künftig eine „Ping Nachricht“ (Desktop Notification). Das ist eine der Verbesserungen. Des weiteren war bisher das Zusammenrechnen der Gesamtstunden Fehlerhaft. Wirklich korrekt angezeigt wurden nur die Gesamtstunden von Marc und Mir (die speziell zusammengerechnet wurden) Und natürlich auch die Monatsrapporte die sich jeder Benutzer selbst ausdrucken kann. Auch die Gesamtstunden aller Beteiligten wird in Zukunft stimmen.

Nichts desto Trotz haben Marc und ich schon 1000 Stunden für den Verein gearbeitet. Dieses Wochenende haben wir diese Zahl überschritten. Es zeigt mal wieder wie Arbeitsintensiv solche Projekte sind und bisher haben wir keinen Rappen verdient. Wir haben noch nicht mal alle Spesen abgedeckt. Dennoch machen wir weiter, und es macht Spass daran zu Arbeiten. Vor allem dann wenn man so gut voran kommt wie dieses Wochenende. Ich möchte mich damit auch bei allen Beteiligten bedanken, die bei dem Projekt mitziehen. Das ist nicht selbstverständlich.

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Aufbau eines IT Creative Space in Landquart

Seit einigen Jahren begleitet mich nun schon diese Idee, der Aufbau eines Raumes für ITler in Landquart. Ich denke da so an einem Mischung aus Hackerspace und Co Working Space. Hacker ist hier im traditionellen Sinne gemeint. Die Hackerethik gibt Aufschluss darüber. Gemeint ist also nicht das Eindringen in fremde Systeme, sondern das programmieren unter einem bestimmten Codex. Hackerspaces (Also Räume für Hacker) gibt es an verschiedenen Orten in der ganzen Schweiz. Sie sind meist in Vereinen organisiert und haben meist an zwei bis drei Abenden offen. In den Hackerspace steht der Spass im Vordergrund. Denn die Leute machen das in ihrer Freizeit.

Co Working Space ist ein anderes Modell. Es bietet den Leuten einen Büroplatz für ein paar Stunden oder einen Tag an. Es ist gedacht für Geschäftsreisende oder auch Leute die Home Office machen können. Aber vielleicht lieber von einem externen Ort aus arbeiten, weil zum Beispiel die Kids zu Hause sind. Wenn die Firma weit weg ist, kann ein naheliegender Co-Working Space eine gute Alternative sein.

In Landquart und Umgebung wird es sowohl für ein Hacker Space als auch für ein Co Working Space zu wenig Interesse geben. Bei einem Hacker Space brauchst du genügend Mitglieder, die die Miete tragen. Bei Co Working Spaces brauchst du genügend Leute die ihn benutzen und für die Benutzung zahlen. Doch was ist, wenn man die beiden Sachen kombiniert. Am Tag Business orientiert und am Abend mehr Hobby orientiert. Dann könnte das doch aufgehen, oder nicht?

Hintergrund warum ich das anzettle ist folgendes: Wir von der Vefko haben uns in letzter Zeit des Öfteren Gedanken über eine Büroräumlichkeit gemacht. Wir haben ja Home Office und schätzen das auch sehr. Doch es gibt immer mal wieder Situationen wo man gerne gemeinsam in Real Live zusammensitzen würde. Ohne Büro geht das so schlecht. Nur wenn wir uns jetzt ein Büro mieten würden, wäre das sehr schlecht ausgelastet. Für ab und zu eine Sitzung abzuhalten, oder mal gemeinsam zu arbeiten ist ein eigenes Büro ein overkill.

Ich denke dabei nicht nur an ein Büro sondern auch an gemeinsame Infrastruktur. Wie zum Beispiel ein schneller Drucker und Scanner. Eine Kompilierstation für unterschiedlichste Geräte, die Mitglieder auch remote benutzen können. Eine Teststation mit unterschiedlichsten Systeme (auch ältere) Für Webseitentest oder Software Tests.

Man könnte verschiedene Mitgliedschaften machen. Leute die den ganzen Tag Zugriff zum Raum haben zahlen einen fixen Monatsbeitrag. Leute die nur zu den wöchentlichen abendlichen Computer Treffen kommen, zahlen einen Jahresbeitrag.

Nun kommt es natürlich auf das Interesse drauf an. Wenn 20 Leute den Raum regelmässig nutzen möchten ist das natürlich was anderes als wenn es 5 Leute sind. Aus diesem Grund bitte ich um eine Rückmeldung auf raphael(at)vefko.ch. Schreibt da rein, ob ihr für den abendlichen Computer Club Interesse habt, oder ob ihr am Tag die Räumlichkeiten nutzen möchtet.

Ich freue mich auf das Feedback.

Mein Office zu hause wird noch weiter ausgebaut

Seit etwas weniger als einem Jahr arbeite ich schrittweise an der Modernisierung meiner IT Infrastruktur. Erst vor knapp einem Jahr habe ich einen neuen Hauptcomputer – ein Lenovo X270 mit 16GB RAM und 512 GB SSD gekauft. Dann legte ich im Herbst 2018 noch eine Docking Station, eine Maus und eine Tastatur zu. Im Januar folgte dann noch ein neuer Bildschirm mit höherer Auflösung. Damit wurde mein über 8 Jahre alte Monitor auch ersetzt, bzw. als Hauptmonitor entfernt.

IT Infrastruktur März 2019

Also, erklären wir das ganze mal von links nach rechts. Ganz rechts aussen haben wir das Lenovo X270 auf der Docking Station. Im Aufgeklappten Zustand fungiert der Notebook Bildschirm als Zweitbildschirm, solange es auf der Docking Station ist. Dann weiter rechts ist mein Hauptmonitor der mit der Docking Station verbunden ist, sowie Maus und Tastatur. Hinter dem Hauptmonitor versteckt sich noch ein alter IMac 2011er Model der allerdings aufgemotzt wurde. Die Specs Intel Core I5 vier Kern 2,4 Ghz. 512GB SSD und 20GB RAM) Der IMac war lange Zeit mein Hauptrechner, ist aber aktuell nicht in Betrieb. Dann weiter rechts der alte Monitor (Ausser Betrieb), könnte als dritt Monitor an der Docking Station angeschlossen werden. Weiter Rechts ist noch das alte Lenovo X240. Das spezielle an dem Gerät, es verfügt über einen Touch Screen. Das Gerät hat über 20’000 Betriebsstunden auf dem Buckel, war viel mit mir unterwegs und hat ein kleiner Tastaturschaden. Ebenfalls ist das Touchpad recht launig. Die X240er Serie hat eher schlechte TouchPad verbaut. Sonst aber voll Funktionsfähig und dient als Notfall Computer. Unter dem Schreibtisch ist noch ein Linux Server. Der ist auch schon mehr als 8 Jahre alt. Er ist mit einem Core i7 Quad ausgestattet und hat 16GB RAM. Allerdings ist es der einzige Computer bei mir der noch Hard Disks hat. Der Linux Server lief lange 24/7. ist heute aber kaum noch in Betrieb.

Mit dem Hauptrechner bin ich aktuell eigentlich ziemlich zu frieden. Der Arbeitsplatz ist zu Hause angenehm, und trotzdem brauche ich nur den Laptop zuzuklappen und ich habe das gesamte Büro mit dabei. Die Nächste Baustelle liegt unter dem Tisch. Das betrifft als erstes mal die Stromverteilung. Erstens habe ich keine freien Steckerplätze mehr, und zweitens ist das Stromnetz überhaupt nicht abgesichert. Erst wollte ich tatsächlich eine USV (Unterbruchsfreie Stromversorgung) holen. Doch das ist für meine Verhältnisse ein Overkill. Die Notebooks laufen bei Stromausfall eh weiter, da Akku und die Stromausfälle in den letzten 15 Jahre kann ich an einer Hand abzählen. Bleibt noch die Überspannung und da wollte ich etwas machen. Immerhin hängen hier ein paar tausend Franken am Netz. Deswegen habe ich mir jetzt eine Steckleiste mit Überspannungsschutz bestellt. Die zweite Baustelle ist das Netzwerk. Das älteste Gerät ist wohl ein 16 Port 100MBit Switch. Der wird nun durch ein Router mit 1Gbit mit WLan und 5 RJ-45 Ports (Netzwerkkabel) ersetzt. Dann hab ich hier endlich wieder ein vernünftiges Home Netzwerk. Dann kann ich rechenintensive Arbeiten wie das rendern eines Videos auch mal auslagern auf ein anderer Rechner.

Einige werden sich jetzt fragen, weshalb ich dann noch einen IMac rumstehen habe, und nicht brauche, oder was mit dem kaum gebrauchten Linux Server passiert. Den IMac statte ich vielleicht mal mit dem neusten Betriebssystem aus, um ihn als Build System (zum Beispiel zum bauen von Apps) einzusetzen. Bei den aktuellen Preisen von Apple lohnt sich ein Neukauf nicht. Zumal die alte Kiste recht gut ausgestattet ist. Der Linux Server wird vermutlich mal durch eine Leistungsstärkere Kiste ersetzt werden.

Linux Subsystem auf Windows als Webserver missbrauchen

Nicht Techniker brauchen diesen Blog nicht zu lesen.

Wer beruflich mit Linux Webserver zu tun hat und aber zum Entwickeln lieber Windows als Plattform verwendet, kennt das Problem. Man möchte die Website gerne lokal bearbeiten und testen, doch was verwende ich dafür? Eine Möglichkeit ist XAMPP, das ich in einem Blog auch schon vorstellte. Das Problem: Die Programme Apache, MySQL und PHP sind nicht komplett identisch auf allen Plattformen. In details kann es zu Abweichungen kommen. Wenn also eine Web Applikation auf XAMPP läuft, ist man nie ganz sicher ob sie dann auch auf dem Webserver läuft.

Seit mehr als einem Jahr gibt es für Windows ein Linux Subsystem. Dieses wurde vorwiegend für Administratoren von Linux Servern hinzugefügt. Denn es bringt die Linux Commandline endlich auch auf Windows. Das Linux Subsystem ist allerdings mehr als nur ein SSH Client. Es ist ein komplettes Command Line Linux auf einem Windows Rechner. Ich habe sogar munkeln hören, dass sogar XWindow Systeme darauf laufen sollten. Probiert hab ich es selbst noch nie und bestimmt ist es auch nicht dafür gedacht. Beziehen kann man das Ganze über den Microsoft Store, ist kostenlos und hat einige Linux Distros zur Auswahl.

Mich hat es letzthin wunder genommen, ob man auf das Linux Subsystem auch einen kompletten Webserver draufbringt. So dass man auf Windows einen LAMP Server hat. Die Antwort ist ja, man kann das. Man muss halt einfach in der Lage sein ein Webserver auf Linux von der Command Line aus einzurichten.

Doch was ist daran besser als eine VM zu nutzen? Man muss beim Subsystem nicht bridgen. Der Server ist direkt auf localhost verfügbar. Was ich allerdings bis jetzt noch nicht hingekriegt habe, war eine SFTP Verbindung zu dem Subsystem aufzubauen. Ich hab allerdings auch nicht lange versucht, da wir eh GIT nutzen, und ich dann jederzeit die aktuelle Version vom Internet holen kann.

Man muss natürlich darauf achten, dass man nicht gleichzeitig ein XAMPP am laufen hat, da es sonst zu Port Konflikten kommt. Das Subsystem ist zwar nicht das schnellste, das will gesagt sein, funktioniert aber wirklich gut. Ein Kuriosum gibt es allerdings. Will man das Subsystem ausschalten braucht man dafür die Windows PowerShell.

net stop LxssManager

Dieser Befehl stoppt dann das Subsystem. Ich finde das eine spannende Alternative, vor allem wenn man hin und wieder auch noch Shell Scripte und cmd Programme braucht. Viel Spass beim ausprobieren.

Vefko die ganze Nacht

Gestern war es wieder mal so weit. Wir drehten mal wieder die Welt um, und arbeiteten in der Nacht. Weshalb wir das manchmal machen, keine Ahnung. Vielleicht, weil wir dann keine Störungen von aussen zu erwarten, und uns damit besser konzentrieren können. Vielleicht sind Programmierer aber eben wirklich Nachteulen.

Mir wurde früher immer vorgehalten, es gäbe keine Nachtmenschen. Das sei alles nur ein Hirngespinst von mir. Ok, ich kann heute auch gut am Tag arbeiten, wenn es so um Allgemeine Arbeiten geht. Wie E-Mail schreiben, Gespräche führen, organisieren, usw. Also all das was ich normalerweise so erledige.

Geht’s dann aber um anspruchsvollere Arbeiten wie programmieren oder so, verschiebe ich das lieber sehr an die Randstunden (frühen Morgen oder später Abend) oder eben gleich in die Nacht.

Doch was machen wir eigentlich. Wir bauen gerade unser internes Bürotool etwas um. Darunter wird auch am internen Zeittool gearbeitet, was etwas komplizierter wird. Da Ganze ist halt komplett selbst entwickelt, und am Anfang mussten wir einfach mal etwas haben wo mit wir einigermassen Arbeiten können.

Ein grosser Unterschied ist auch, dass wir jetzt endlich einen richtigen Entwickler Workflow eingebaut haben. Die ersten Versionen haben wir einfach Hot entwickelt. Sprich die Änderungen wurden direkt auf dem FTP Server vorgenommen. Das kann man natürlich machen, wenn man a) Alleine oder maximum zu zweit entwickelt und b) wenn das Tool noch nicht wirklich produktiv im Einsatz ist. Wenn man aber mehrere Leute zusammen entwickelt, kommt man um eine Versionskontrolle nicht herum.

Die verschiedenen Entwickler haben dann alle lokal einen Webserver auf ihrem Rechner und updaten die Version über die Versionskontrolle, in unserem Fall Git. Kompliziert wird das Ganze erst, wenn auch Änderung am Datenbank Design gemacht werden. Denn diese sind im Source nicht zu finden. Das funktioniert natürlich wenn sich die Entwickler untereinander Absprechen, nur muss das Ganze dann auch wieder auf den Webserver. Und das mit möglichst wenig Unterbrechungszeit. Deswegen bereitet man Migrationsscripte vor, die das ganze automatisieren. Dan muss das Ganze auch noch getestet werden. Denn auf dem Produktiven Server muss dann alles 100 Prozentig sitzen.

Klar, wir müssten das noch nicht so machen. Denn ausser uns läuft noch nicht viel auf unseren Servern. Wir nutzen das aber als Übung für spätere Versionen. Wenn man tausende von Leuten auf den Server hat, will man den Unterbruch so kurz wie möglich halten. Was nach aussen so einfach aussieht, ist in Wahrheit sehr aufwändig und eine echte Kunst. Ich finde es immer wieder krass, wie grosse Plattformen es schaffen, ihre Software zu updaten ohne dass man was mitbekommt.

Die Missverständnisse über Artikel 13

Es geistern aktuell so viele Missverständnisse durch das Internet, dass ich dazu halt doch noch einen Blog mache. Die meisten schreien ja einfach nur, „Artikel 13 ist scheisse.“ Das ist natürlich sehr billig, und eigentlich kein Argument. Und selbst wenn argumentiert wird, sind oft Falschinformationen mit dabei. Wie zum Beispiel in dem Tweet https://twitter.com/Br4mm3n/status/1097914319570960384 wo der Geschäftsführer eines grossen deutschsprachigen YouTubers behauptet, dass auch Wikipedia von den Uploadfiltern betroffen sei. Ich bin kein Jurist, aber im unterschied zu vielen Menschen habe ich tatsächlich Artikel 13 gelesen und möchte mit ein paar Falschaussagen und Halbwahrheiten aufräumen.

Ist jetzt plötzlich alles verboten?

Viele glauben wohl, dass das Urheberrecht an und für sich mit Artikel 13 verschärft wird. Es kursieren teilweise die wildesten Beispiele, was dann alles nicht mehr möglich sein soll. Zum Beispiel behaupten einige, dass man ein IPhone dann nicht mehr im Video zeigen kann.

Vor ab, es ändert sich überhaupt nichts an dem was man darf und was man nicht darf. Wenn man es ganz genau nimmt, ist tatsächlich bereits das Zeigen eines Markengerätes in einem Video grenzwertig. Das hat aber eher was mit dem Markenschutzrecht zu tun und ist auch schon heute so. Grosse Kinofilme holen sich tatsächlich z.B. bei Apple die Erlaubnis, um ein IPhone in ihrem Film zu zeigen. Das ist allerdings schon seit Ewigkeiten so und wird auch nur bei Professionellen Produktionen gemacht. Und selbst das wird meist auch nur als Absicherung getan.

Kommt jetzt plötzlich ein riesiger Filter, der alles filtert was ich hochlade? und müssen die alle Urheberrechtsverstösse erkennen?

Nein, rechtlich gesehen müssen nicht zwingend Filter eingesetzt werden. Da die Plattformen dann aber auch für Content dritter haftbar (unter bestimmten Bedingungen) sind, wird es darauf hinauslaufen, dass viele Anbieter Uploadfilter einsetzen werden. Aber gerade bei YouTube ist bereits ein solcher im Einsatz, und das seit Jahren.

Auch muss nicht alles gefiltert werden. Die Urheber oder deren Vertreter kann an die Plattform herantreten mit einer liste von Werken, die gesperrt werden soll. Die Urheber bzw. deren Vertreter müssen dann auch die entsprechenden Daten zur Verfügung stellen.

Sind jetzt nur noch die Plattformen haftbar?

Nein, sie sind nicht alleine haftbar, sie haften nur unter bestimmten Bedingungen mit. Diverse Plattformen sind schon zum Vornherein ausgeschlossen. Das sind zum Beispiel Cloud Services (wie Dropbox), Non Profit Organisationen (wie Wikipedia) oder auch online Marktplätze. Ebenfalls bereits raus sind Plattformen die nicht primär das Ziel haben, Urheberrechtlich geschütztes Material zu verbreiten. Ich bin kein Jurist, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass dadurch auch schon die allermeisten Foren wegfallen. Das primäre Ziel eines Forums ist ja die Diskussion und nicht das Teilen von Urheberrechtlich geschützten Werken. Plattformen können sich auch von der Haftung befreien, wenn sie beweisen können, dass sie alles in ihrer Macht stehende unternommen haben, um den Verstoss zu unterbinden.

Wichtig! Der hochladende Anwender kann nach wie vor ebenfalls für den Verstoss angezeigt werden! Er ist also nicht aus der Haftung raus.

Wird die Meinungsfreiheit eingeengt!

Die Nutzung von Uploadfiltern zur Einschränkung der Meinungsfreiheit ist ausdrücklich untersagt. In dem Fall schafft dieses Gesetz vielleicht sogar mehr Klarheit, als bis jetzt herrscht.

Wird es zu einer Anklagewelle kommen?

Es ist natürlich so, dass Artikel 13 das potentielle Risiko, vor Gericht gezogen zu werden, für Plattformanbieter erhöht. Die Tatsache, dass für ein Urteil gegen einen Plattformbetreiber doch noch einige Zusatzpunkte erfüllt sein müssen, macht eine Anklagewelle sehr unwahrscheinlich. Man darf nicht vergessen, dass auch heute die wenigsten Urheberrechtsverletzungen vor dem Gericht landen. Eine Anzeige ist immer der letzte Weg und das wird auch so bleiben.

Gibt es Argumente gegen Artikel 13

Ja, die gibt es! Artikel 13 ist in einigen Bereichen sehr schwammig Formuliert. Das lässt viel Interpretationsfreiheit und sorgt für unnötige Unsicherheit. Zudem, und das ist meine Persönliche Meinung, ist jeder zusätzliche Paragraph im Urheberrecht eine Verkomplizierung. Und wenn man sich vor Augen führt, dass diese Gesetze grössten teils eingeführt werden, weil sich ein paar Giganten nicht an die Spielregeln halten wollen ist es schon traurig, dass man dafür extra Gesetze machen muss.

Um was geht es hier überhaupt

Es geht vor allem um die Geldverteilung unter Giganten. Google auf der einen und Musik Labels/Film und Fernsehen auf der anderen Seite. Google macht seit über einem Jahr zehnt Umsatz mit illegal hochgeladenen Filmen auf YouTube. YouTube verschanzt sich hinter der Ausrede „es sind ja unsere Nutzer die das hochladen“, und die Nutzer von YouTube verschanzen sich hinter der Anonymität. Mit Artikel 13 soll wohl vor allem YouTube Druck gemacht werden, dieses Spielchen zu beenden. Um den Artikel 13 zu kippen hat die YouTube Chefin eine Panik Mail an die Creator verfasst, dass YouTube möglicherweise durch Artikel 13 gezwungen sei, kleinere Kanäle zu sperren. Seither herrscht Panik auf YouTube. Die Befürworter des Artikel 13 kehren ihrerseits jede Kritik an der schwammigen Formulierungen unter den Tisch. Statt sich auf Sachliche Art zu unterhalten werfen beide Seiten mit Beleidigungen um sich. Denn wenn man sich sachlich unterhalten würde, wäre man sich vermutlich viiiel zu schnell einig. Man darf nicht vergessen, dass eine schnelle Einigung ein politischer Schock wäre, der wohl beide Seiten nur schwer verkraften könnten. (ironie lässt grüssen) 😉

Wie gesagt, ich bin kein Jurist und übernehme daher keine Verantwortung für die Richtigkeit. Falls ihr Unstimmigkeiten findet, bitte ich unbedingt um einen Kommentar. Ebenfalls bin ich noch auf der Suche nach der ganzen Leistungsschutzrechtesreform. Bis jetzt habe ich leider nur Artikel 13 gesehen. Mich würden aber auch noch ein paar andere Artikel interessieren. Wer Infos hat, gerne in die Kommentare. Und ich habe mich hauptsächlich damit befasst, weil ich mich ohnehin damit auseinander setzen musste.

Artikel 13 und die Schweiz

Diese Frage wird ganz oft gestellt, ob Artikel 13 auch in der Schweiz gelten wird. Ich bin ja Schweizer und die Erfahrungen zeigen, dass Richtlinien der EU in den meisten Fällen auch in der Schweiz umgesetzt werden. Ich denke, Artikel 13 wird da keine Ausnahme sein.

Warum Artikel 13 nicht das Ende von YouTube ist

Es geistert wieder im Internet umher, „Youtube wird sterben!“ Schon duzende Videos sind online zu dem Thema, und reden von irgendwas, was sie irgendwo mal gehört haben. Doch schauen wir uns mal an, was eigentlich der Auslöser für Artikel 13 ist.

Jeder weiss, dass man auf YouTube keine aktuelle Kinofilme aus Hollywod schauen kann. Man kann auch keine solche Hochladen. YouTube sperrt die sofort. Was viele nicht wissen. YouTube und auch Facebook, und andere Social Media haben bereits einen Uploadfilter. Einen sehr schlagkräftigen sogar. Bei YouTube wird jedes Video das hochgeladen wird, erst mal von diesem Filter überprüft. YouTube müsste diesen Filter nicht einbauen. Das ist ein freiwilliger Akt. Wer genauer hinschaut, merkt auch, dass YouTube nicht alles filtert. Vor allem ältere Filme oder auch Filme kleinerer Produzenten kann man problemlos auf YouTube ansehen. Wenn man noch genauer hinsieht, und schaut, wer den Film hochgeladen hat, landet man meist bei einem nichtssagenden Pseudonym, dass auf seinem Kanal nur gestohlene Inhalte verbreitet. Und genau um diese Account geht es!. Die Befürworter wollen, dass diese Accounts verschwinden, und das ist gut nachvollziehbar. Wenn du jede Menge Zeit in ein Projekt investiert hast, und vielleicht auch noch einiges an Geld dafür in die Finger genommen hast, willst du nicht, das irgend ein Anonymer Möchtegern DEIN Film auf YouTube veröffentlicht. YouTube schaut dabei zu, und reibt sich die Finger für die zusätzlichen Werbeeinnahmen.

Aktuell ist das Problem, dass Portale wie YouTube die Haftung auf die User abwälzen können. Das geht zwar auch nicht unbegrenzt, stellt aber doch eine Hürde dar. Die User selbst sind meist nicht einfach ausfindig zu machen, ausserdem gibt es dort in den meisten Fällen nichts zu holen. Also will man die grossen dazu bringen, dass sie sich nicht so einfach aus der Verantwortung ziehen können. Vor allem weil man eben in insider Kreisen weiss, dass sie die meisten Copyrightverstösse verhindern könnten. Sie müssten nur die Filter breiter einsetzen.

Es ist auch heute schon so, dass nur ein ganz kleiner Bruchteil der Copyright Verstösse vor dem Gericht landet. Dies wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Der Brei wird also nie so heiss gegessen, wie er gekocht wird. Es stimmt aber, dass kleinere Plattformen dadurch angreifbarer werden. Doch es wird wohl eher nicht der Fall sein, dass ein Protal dass die Urheberrechte ernst nimmt, wegen einem Missgeschick vor Gericht gezogen wird. Ich denke, wirklich um ihr Leben fürchten, müssen vor allem Plattformen die vorwiegend von Copyright verstössen leben (viele File Sharing Plattformen oder auch einige Streamingportale). Denen traure ich aber überhaupt nicht hinterher.

Auch die These, dass YouTube kleinere Kanäle schliessen könnte, und nur noch grosse erlauben wird, halte ich für ein Witz. Überlegt doch mal genau. Niemand hat daran Interesse, die kleinen Kanäle zu schliessen, im Gegenteil. Wenn YouTube irgendwas besonders gut kann, dann ist es unentdeckte Talente fördern. Da hat auch die Kunstindustrie einen grossen Nutzen davon. Die werden alles tun um diese Kinderstube beizubehalten und vielleicht sogar noch zu verbessern.

Letztlich verdanken wir Artikel 13 all denen, die das Copyright tagtäglich mit Füssen treten. Ich persönlich finde es respektlos gegenüber dem Künstler, das zu tun. Wenn jemand Inhalte frei verfügbar machen will, kann er das mit Hilfe der offenen Lizenzen tun. Wenn jemand nicht will, dass andere von seinem Werk gebrauch machen, soll man das auch respektieren.

Vefko – So macht es Spass

Gestern war für mich ein langer Tag. Am Morgen aufgestanden, bloggte ich erst mal. Danach loggte ich mich bei unserem online Büro ein und machte erste Arbeiten. Vorwiegend drehte es sich um die Sponsoring Mappe. Dann meldete sich auch Marc wieder mal. Er hatte diese Woche etwas Motivationsprobleme.

Um diese zu beheben bin ich der absolut richtige und nach einem privaten Gespräch, war dann Marc plötzlich wieder bereit. Marc ist so ein Typ der entweder Vollgas gibt, oder er pausiert. Ein zwischendurch gibt es nicht. Und wenn der mal den Turbo zündet…

Doch bevor er überhaupt loslegen konnte, musste er seinen Computer neu aufsetzen, der hatte irgend ein Problem. Installieren ist ja nicht so eine grosse Sache, aber alles richtig Konfigurieren… das dauert. Vor allem bei einem Entwickler PC. Da sind SDK’s, lokale Testserver usw. Alles will installiert und konfiguriert sein.

Gegen Abend loggte ich mich erst mal aus dem Vefko Tool aus. Denn ich hatte ja einen Live Stream mit Steffen Prey und der zählt nicht zur Arbeitszeit. Es war unser ersten Stream und es klappte von Beginn weg super mit der Technik. Mir machte es unglaublich Spass, und der Stream wird in den nächsten zwei drei Tagen sicher auch auf meinem YouTube Channel zu finden sein. Es werden weitere Folgen von uns kommen.

Schon während dem Stream pingte mich Marc im WhatsApp an, und fragte, wann wir fertig seien. „Marc, es ist eigentlich Wochenende!“ dachte ich mir. Doch das ihn das herzlich wenig interessiert, weiss ich auch. Wir arbeiteten dann noch gemeinsam bis Mitternacht zusammen weiter. Es war wieder mal richtig Cool, Im online Büro war heute richtig was los und so macht es Spass. Ich ging dann mal Schlafen… Marc machte noch bis um 5:00 Uhr weiter. Ich hoffe mal, er hat nicht schon wieder den ganzen Quellcode umgepflügt. 😉

Netzwerk der vermeintlichen Verlierer wächst!

Findet ihr auch, dass es viel zu viele negative News auf dieser Welt gibt? Deswegen mag ich „Steve Hartman – On the road.“ In diesen Beiträgen bringt der Amerikanische Fernsehsender CBS jeweils immer am Freitag ein Bericht über etwas das gut läuft in dieser Welt. Ja, die Sendung ist sehr amerikanisch, doch es tut einfach gut, zu sehen, dass die Welt nicht so trist ist, wie sie in den Medien oft dargestellt wird.

Die Folgen sind teilweise sehr berührend da sie oft zeigen wie Menschen positiv mit ihrem Schicksal umgehen und damit viel erreichen. Oder es sind Karma Stories, wo Menschen gutes tun und schlussendlich in einer Krisensituation viel mehr zurück bekommen als sie je geben konnten. Alle die Englisch können, empfehle ich die Reihe „Steve Hartman – on the road“ zu Gemüte zu führen.

Eigentlich wollte ich in meinem Blog eine Serie machen, die „on the Road“ kopiert. Ich wollte in dieser Serie fremde Beispiele aus der Schweiz bringen. Ich hätte es „Raphael Bircher – aus dem Zug“ genannt. Doch ich bin kein Journalist und will auch keinen werden. Journalisten sind auf der Zuschauerbank, und ich hasse es, Zuschauer zu sein.

Deswegen fokussierte ich mich auf mein Vefko Projekt. Vor drei Wochen hätte ich noch gesagt, dass aus dem Projekt wohl nichts mehr wird. Nach etlichen Versuchen Leute zu motivieren, sich mal aus ihrem Loch zu kämpfen, hatte ich schon fast aufgegeben. Ich glaubte halt einfach, dass die meisten Leute selbst dann nicht aktiv werden, wenn man ihnen eine Hand reicht.

Oh man, wie falsch war ich mit dieser Einschätzung. Keine Ahnung was gerade passiert, aber seit drei Wochen kommen all die vermeintlichen Verlierer aus dem Boden gekrochen. Und alle wollen sie eins, Teil der Vefko sein. Dabei bieten wir absolut nichts Materielles. Wir sind momentan noch nicht mal in der Lage die CHF 5.– Home Office Spesen für 8h Arbeit zu vergüten. Wir haben in den letzten drei Wochen drei Leute hinzu gewonnen.

Und ich sag Euch eins, das erleben zu dürfen ist schöner als „On the road“ schauen. Denn es ist nicht irgend eine Geschichte die man auf YouTube ansieht. Es ist ein Teil meiner Geschichte. Und das macht diese so speziell.

Raphael bircher – mal nicht aus dem Zug – aus Malans, Schweiz

Der verrückte Tag!

Gestern war echt ein verrückter Tag. Er begann mit einem Skype Gespräch mit Steffen Prey aus dem Norden Deutschlands. Steffen ist selbständiger Journalist und IT Berater und wir haben die selbe Behinderung. Nicht nur das, wir haben auch in vielen Bereichen sehr ähnliche Einstellungen. Uns war relativ schnell klar, dass wir etwas zusammen machen müssen. Wir planen nun einen gemeinsamen Live Stram zu verschiedenen Themen. Wir werden diese natürlich im Voraus ankündigen, damit ihr auch dabei sein könnt.

Dann ging es für mich ins Training nach Zürich. Dieses war leider unterirdisch schlecht. Nach dem Training war die Koordination so schlecht, dass ich aufgrund der Langsamkeit sogar meinen Zug verpasste. An manchen Tagen bereue ich meine experimentellen Trainings wirklich. Doch auch das gehört dazu.

Als ich dann endlich auf dem Heimweg war und ich eigentlich nichts mehr erwartete, kam plötzlich eine Mail rein. Vermutlich haben alle etwas geschmunzelt, als ich die „Stellenanzeige“ für die Vefko vor ein paar Tagen veröffentlichte. Wer sollte sich schon auf eine Stellenanzeige melden, die bei der es erst mal nichts zu holen gibt!

Ganz ehrlich, ich hatte selbst wenig Hoffnungen, dass sich wer meldet, Die Anzeige war ein paar Tage online und richtig promoted wurde sie erst am Montag abend. Keine 24 Stunden später meldete sich bereits jemand! Ich konnte es kaum glauben. Es gibt sie also noch, die Menschen die bereit sind, erst zu investieren um dann voran zu kommen.

Der Tag war dadurch trotz katastrophen Training gerettet. Etwas was vielleicht auch zeigt, dass bei mir der Sport nicht mehr ganz den Stellenwert hat wie früher. Die Vefko wächst, und damit sind plötzlich Sachen möglich, die früher nicht denkbar gewesen wären. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den vielen, etwas speziellen Leuten.