Archiv der Kategorie: Computer

Vefko-Story – Die wahre Vision!

Als ich 2005 an Krebs erkrankte, wusste ich tief in meinem Inneren schon, das wird eine meiner geilsten Saisons, die ich im Sport erleben werde. Wie um alles in der Welt konnte ich nur so ein Gefühl haben?!? Ich meine, mit Krebs verbindet man vieles, aber garantiert nicht die Sportsaison deines Lebens! Ich unterdrückte dieses Gefühl in mir, weil es einfach nicht Realität sein durfte. Denn diese Geschichte wäre kitschiger als ein rosaroter Sportfilm von Hollywood, wo der vom Schicksal geplagte Sportler sich am Ende durchsetzt und als Held gefeiert wird.

Auch als ich dan Tag für Tag schwarz auf weiss aufgetischt bekam, dass mein Gefühl stimmte. wollte ich es immer noch nicht gauben. Weshalb sollte gerade ich das Glück haben, das erleben zu dürfen. Jeder Tag war wie in einem Film, dessen Hauptrolle man spielte. Der Unterschied… es war kein Film, es war Realität. Noch heute bekomme ich Gänsehaut, wenn ich an manche Szenen denke.

Eigentlich wollte ich damals meine Gedanken aus dem tiefsten inneren auf meiner Homepage veröffentlichen. Aber wenn ich damals geschrieben hätte, dass ich vor habe, trotz Chemotherapie voll weiter zu trainieren, hätten mich die Leute vermutlich für verrückt erklärt. Ich lag mit meinen Träumen auch falsch. Denn ich habe meine hoch ambitionierte Trainingspläne nicht nur erreicht, sondern bei weitem übertroffen! Heute wünschte ich, ich hätte diese Zeit gebloggt, einfach um anderen Menschen Mut zu machen!

Heute habe ich das gleiche Gefühl wenn ich von der Vefko träume. Mein Verstand sagt mir… vergiss es Raphael, das schafft ihr nie im Leben, das ist unmöglich! Und mein Herz kontert zu gleich. Der Verstand hat keine Ahnung. das wird noch zehn mal geiler als du dir das momentan ausmalst! Ich habe noch nie über meinen wahren Träume der Vefko gesprochen. Alle die tollkühne Visionen nicht mögen, empfehle ich nun aufhören zu lesen. Den Resten bitte ich, eine stabile Sitzposition einzunehmen, dann drei mal tief durchatmen, und dann weiter zu lesen.

Vergesst das schnuckelige kleine Vereinchen Vefko gleich mal! das ist nur die erste Übung des Warmlaufens. Natürlich wird es immer Platz für den Verein geben… ihm wird vermutlich später die nicht unwichtige Aufgabe der Nachwuchsförderung zugeschrieben werden.

Seit langem faszinieren mich drei Dinge. Erstens, Firmen die vom absoluten Nullpunkt anfangen, und heute ziemlich gross sind. Firmen die eine Unternehmenskultur haben, wo die Leute am Wochenende schon wieder auf Montag warten… einfach weil die Arbeit so viel Freude macht!. Drittens Menschen die trotz Behinderung in der Unternehmer Welt nicht nur bestehen, sondern erfolgreich sind!

Ich will also eine Firma mit anderen Behinderten auf die Beine stellen, die ne ordentliche Grösse hat (2000 Leute oder so), die auf ihrem Gebiet Spitze ist, und die das Beste Arbeitsklima bietet, dass man sich vorstellen kann!

Ja, ihr braucht mir jetzt nicht zu sagen, dass die Idee geisteskrank ist, das weiss ich selbst. Aber man darf nicht vergessen, dass man die Visionäre von Google, Microsoft Apple, in den Anfängen wohl auch als Spinner abgestempelt hätte. Vermutlich wurde ihnen das so viel gesagt, dass sie es gescheut hatten, damals ihre Visionen und der Werdegang öffentlich preis zu geben. Irgendwie schade, denn heute wären diese Geschichten hoch interessant. Und Rückblickend kommen halt vor allem die zweifelnden Momente nicht mehr so rüber. Erstens verdrängt man die mit der Zeit. und zweitens, weiss man ja wie es ausgegangen ist.

Der Ausgang von Vefko ist hingegen noch komplett unbekannt. Und natürlich habe ich Zweifel. Um ehrlich zu sein, frage ich mich sogar, ob mir mit dieser Idee nun alle Sicherungen durchgebrannt sind. Aber da ist eben auch eine Stimme die sagt: „Raphael, go for it! das ist das geilste Projekt dass du je aus dem Boden gestampft hast, und es wird noch viel geiler, als du dir das vorstellst!“

Auf diese Weise lade ich Euch ein, an unserer Geschichte teil zu haben. Lasst ein dickes „Mag ich“ da, fass ihr der flüsternden Stimme auch ein bisschen Glauben schenken wollt, Abonniert meinen Blog um weiter informiert zu bleiben und bis zum nächsten mal!

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Warum Home Office für einige Behinderte die Zukunft ist.

Dienstag Abend um 17:30. Wir hatten gerade eine Sitzung in Chur, Andri und ich machen sich auf den Heimweg. Wir sind in einem vollgestopften Pendelzug von Chur nach Landquart. Zum Glück geht diese Strecke nicht mal 10 Minuten. Mir wird wieder mal vor Augen geführt, wie es Pendler haben.

Pendeln ist schon für Nichtbehinderte keine schöne Sache, doch für Behinderte kann das echt der Horror sein. Ich musste zum Glück nur einmal in meinem Leben pendeln. Damals von Hünenberg (ZG) nach Zürich während einer IV Abklärung.

Home Office
Mein Home Office

Mein Alltag heute ist da viel entspannter. Erst mal in den 80m entfernte Dorfladen gehen, und mir was zum Frühstück holen. Dann gemütlich in das online Büro einloggen, und mit der Arbeit beginnen. Dabei bin ich auch gar nicht an den Tag gebunden. Ich kann auch in der Nacht oder am Wochenende arbeiten.

Ich würde eine fünf Tage Woche nicht durchstehen. Dennoch habe ich für die Vefko auch schon 52h die Woche gearbeitet. Bei mir wäre es so, dass ein schöner Teil meiner Energie schon beim Pendeln verloren gehen würde. Diese hätte ich beim arbeiten nicht mehr zur Verfügung. Das wäre komplett ineffizient.

Integration durch Arbeit

In unserer Gesellschaft hat arbeiten einen grossen Stellenwert. Eine der ersten Fragen wenn man jemand kennen lernt ist: „Was machst du beruflich?“ Es ist recht unangenehm, diese Frage nicht beantworten zu können. Daher versuchen auch de Behinderten, diese Lücke mit irgendetwas zu schliessen. Auch wenn es ein Arbeitsplatz im geschützten Bereich ist, Hauptsache man kann dem anderen sagen, dass man nicht nur faul rumsitzt.

Es gab schon Leute die stellten das Vefko Konzept in frage. Vereinsamt man nicht, wenn man nur noch von zu Hause aus arbeitet? Die Frage ist nicht ganz unberechtigt, denn es kann tatsächlich passieren. Aber mal Hand aufs Herz, wie viele Arbeitskollegen sind auch private Kollegen? Vermutlich eher weniger. Klar trifft man sich hin und wieder mal mit seinen Arbeitskollegen zu einem Essen. Aber der private Filmabend geniesst man dann schon eher mit anderen Leuten oder nicht?

Die Integration durch Arbeit hat also weniger einen sozialen Aspekt, es geht eher um die Anerkennung von aussen, dass man auch etwas zur Gesellschaft beiträgt. Und da spielt es nun wirklich keine Rolle, ob man täglich zum Büro pilgert, oder ob man von zu Hause aus arbeitet.

Mit Home Office die Energie besser einteilen

Als ich damals in der IV Abklärung war, musste ich mich jedes mal aufraffen, um ins Training zu gehen. Ich war damals aber erst 19 Jahre alt, und körperlich, mal abgesehen von der Behinderung topfit. Heute würde es mir nach so einem Arbeitstag vermutlich wie vielen anderen Behinderten gehen. Nach dem ich zu Hause bin, wäre ich erst mal fertig mit mir und der Welt und hätte überhaupt keine Kraft mehr für Freizeitaktivitäten.

Heute sieht es bei mir anders aus. Gerade wenn ich viel gearbeitet habe, verspüre ich den Wunsch nach einer alternativen Aktivität. Sei es das Dorffest, das Training oder auch nur einen gemütlichen Schwatz mit den Nachbaren. Und genau das sind Kernbausteine für eine richtige integration in der Gesellschaft.

Für einige Behinderte dürfte Home Office erst die Chance bieten, den Beruf und die Freizeit unter einen Hut zu bringen, daher sehe ich darin eine grosse Zukunft.

Einen Haufen Administration

So, da bin ich wieder mal. Heute werde ich meine Tastatur wieder mal quälen. Nein, nicht wegen dem Blog, das ist nur der Anfang. Aber zu dem später.

Letzte Woche war ein bisschen anstrengend. Wir hatten am Samstag noch Generalversammlung. (für die nicht Schweizer: Das ist die Jahresversammlung des Vereines) Zwar ist unser Verein von der Mitgliederanzahl her klein, aber die GV gibt doch immer zu tun. Wir sind froh, dass wir das nun hinter uns haben.

Wir sind momentan an allen Ecken dran, und ich bin wirklich froh, dass ich nicht alleine bin. Das Projekt wäre alleine schlicht nicht umsetzbar. Aber es geht eben auch voran. Gerade hat wieder ein Sponsor zugesagt. Auch die Passivmitglieder werden immer ein bisschen mehr.

Ich möchte mich hier auch für die neuen Abonnenten auf diesem Blog bedanken. Es ist immer wieder schön, wenn man sieht, dass das was man schreibt, auch gelesen wird. Komischerweise kriege ich auf YouTube auch immer mal wieder neue Abonnenten. Keine Ahnung, was die da erwarten. Man sollte ja eigentlich sehen, dass ich inaktiv bin. Ich würde gerne hin und wieder mal ein Video machen, aber ganz ehrlich, ich hab dafür einfach keine Zeit.

Da es draussen kühler geworden ist, habe ich einer meiner Rechner wieder für Folding at home in Betrieb genommen. Laufen tut allerdings nur der Prozessor. Die Grafikkarte hab ich unter Linux noch nicht zum laufen gebracht. Grafikkarten unter Linux scheint keine schöne Angelegenheit zu sein 🙁

Momentan hab ich allerdings anderes zu tun, als mit einer Grafikkarte unter Linux zu kämpfen. Protokoll der GV schreiben, Mitarbeiter Info verfassen, Ein „Wir über uns“ schreiben. Rechnungen schreiben. usw. In solchen Fällen schaue ich jeweils gar nicht auf den Berg, sondern beginne gleich mit der Arbeit.

Deswegen mach ich jetzt auch Schluss… Tschüss bis zum nächsten mal.

Graphiker/UI Designer als Verstärkung gesucht!

Da unsere Mediamatikerin aufgrund einer Weiterbildung nicht mehr so viel Zeit hat, suchen wir Verstärkung. Es handelt sich aktuell um ein Platz im Ehrenamt.

Anforderungsprofil

  • Motivation und Freude an der Arbeit
  • Aktives mitdenken.
  • Anwender der entsprechenden Graphik Software. Adobe CC, Corel, oder die Open Source Alternativen. (GIMP, Inkscape, Scribus)
  • Selbständiges Arbeiten.
  • Behindert oder sonst irgend eine Macke (ja, das meinen wir ernst)

Das bieten wir!

  • Keine garantierte Entlöhnung
  • Home Office. Komplett von zu Hause aus arbeiten.
  • Vorerst keine feste Stundenbindung (jeder arbeitet so viel er möchte und kann)
  • Etwas verrücktes aber total cooles Team
  • Möglichkeit der Beteiligung bei etwas Neuem
  • Wen irgend möglich zahlen wir Bürospesen aus.
  • Und vielleicht wächst daraus ja doch ein bezahlter Job!

Falls du dich angesprochen fühlst, kontaktiere uns direkt. Wir brauchen keine richtige Bewerbung. Schreibe in eine Mail wer du bist, was du schon gemacht hast, und deine Motivation bei uns mitzumachen. Sende das bitte an raphael(at)vefko.ch und wir werden mit dir Kontakt aufnehmen.

Mein Wochenende an der FrOSCon

Ursprünglich hatte ich die FrOSCon überhaupt nicht auf dem Plan. Aber jemand von der Apache Software Foundation machte mich darauf aufmerksam. So entschied ich mich doch mal zu gehen. Ich organisierte die Reise und die Unterkunft. Ich hatte die Wahl zwischen Flugzeug und Bahn. St. Augustin ist nur wenige Kilometer vom Flughafen Köln/Bonn entfernt. Da ich aber eigentlich am liebsten Bahn Fahre, entschied ich mich dann doch für die Bahn. Obschon man Bahnfahren in Deutschland nicht mit der Schweiz vergleichen kann.

Leider gab es keine direkte Verbindung ab Basel. Die Bahnfahrt in der Schweiz verlief, wie zu erwarten, ohne Probleme. Wohlwissend um die Überbesetzung der Züge, buchte ich 1. Klasse. Dies war auch die einzig richtige Entscheidung. Die Züge in Deutschland waren in der 2. Klasse überbesetzt. Der Zug hatte zwar in Mannheim aufgrund einer Baustelle eine Verspätung, aber alle Anschlüsse waren gewährleistet. In Siegburg/Bonn kamen wir mit wenigen Minuten Verspätung an.

Dann hiess es erst mal die Taxis suchen. Diese versteckten sich relativ gut. An der Hochschule angekommen wurde ich gefragt, ob ich ein Namensschild wolle. „Nein danke, die die mich kennen müssen, erkennen mich schon“, antwortete ich. Ich stolperte kaum in den Eingang als schon jemand rief: „Ja hallo Raphael, schön dich hier zu sehen.“ Mich kennen immer irgendwo Leute, ich hab mich daran gewöhnt.

Doch eigentlich war ich nicht der bekannten Gesichter wegen da, sondern um Neue kennen zu lernen. Und so machte ich mich schon bald an meine eigentliche Aufgabe, dem Networken. Da war ich dann auch ziemlich fleissig. Ich war auch nicht der einzige der aus der Schweiz angereist ist. Ich hab mindestens noch sieben andere Personen getroffen.

Erstaunt war ich mal wieder, wie viele Firmen den Event für die Rekrutierung neuer Mitarbeiter nutzten. Es waren bestimmt fünf Firmen die vorwiegend aus diesen Gründen einen Stand aufgebaut hatten. Ich habe den Eindruck, der IT Fachkraftmangel wird alle Jahre schlimmer. Ich bin dann gespannt wie viele Firmen sich bei mir melden werden. Es hatte die eine oder andere interessante Firma dabei.

Es wurde mir mal wieder klar, wie wichtig das Vefko Projekt ist. Aber irgendwie fühlt man sich da mit drei Entwickler auch ziemlich klein. Es ist zwar momentan immer noch einen Tropfen auf den heissen Stein. Aber besser als nichts ist es allemal.

Am Abend ging es dann an den Social Event, wo ich geraume Zeit mit einigen Rechencenter Mitarbeiter aus dem Raum Nürnberg diskutiert habe. Um 0:15 bestellte dann auch ich ein Taxi und fuhr ins Hotel. Da hatte ich übrigens mal wieder ein gutes Händchen. Ich konnte relativ günstig ein vier Sterne Hotel buchen. Ein schönes Queensize Bett erwartete mich da.

Die Rückreise war etwas weniger entspannt. In Siegburg/Bonn stand ich am falschen Ort, so dass ich mich erst mal durch die gesamte zweite Klasse kämpfen musste, um mein Platz in der 1. Klasse zu erreichen. Da war ich natürlich selbst schuld, denn ich bin ja falsch gestanden. In Frankfurt Flughafen holte sich der Zug dann eine ziemliche Verspätung. Der Anschluss in Mannheim war knapp. Dummerweise lag die Erste Klasse im Zug nach Basel genau auf der anderen Seite des Bahnsteiges. Da ich den Zug nicht verpassen wollte, Stieg ich wieder in der 2. Klasse ein, und versuchte mich nach Vorne zu kämpfen. Ein Stück weit kam ich. Dann versperrten aber stehende Leute mit Koffern den weg, und ich konnte erst in Karlsruhe nach vorne. Den Resten der Reise verbrachte ich dann in Gesellschaft mit einem Line Dancer Club aus der Region Basel. Das war eine lustige Truppe 😉

Die Reise intern der Schweiz war dann wieder reine Routine, das mach ich ja des Öfteren. Ich muss sagen, ich war von der FrOSCon positiv überrascht. Die neuen Kontakte waren doch recht ergiebig. Diese Reise hat sich gelohnt, selbst wenn ich kein Fan der Reiserei bin. Am Ende war ich dann aber doch froh, wieder zu Hause zu sein.

Vefko ist 2 Jährig!

Man kann es kaum glauben, wir sind zwei Jahre alt. Vor einem Jahr sah unsere Zukunft noch nicht so rosig aus. Kaum Sponsoren, beim Programmieren kein Ende in Sicht, und auch die Verstärkung liess auf sich warten. Wir haben daher unser ein Jähriges bestehen gar nicht gefeiert.

Gestern sah das anders aus. Was wir in den letzten zwei Monaten erleben durften, ist einfach nur toll. Und ich glaube da liegt noch ein viel krasserer Weg vor uns. In diesem Monat sind uns Sachen passiert, die wir vor einem Jahr nicht mal zu träumen gewagt hätten. Wir sind an dem Punkt angelangt, wo wir plötzlich ernst genommen werden. Allen die uns in der schwierigen Anfangsphase unterstützt haben, sei damit gedankt.

Das Vefko Entwickler Team beim gemeinsamen Abendessen. Andri, Marc, und Raphael v.l.n.r.

Ich glaube, ich bin nicht der einzige in Vefko der sagen kann, dass ein kleiner Traum in Erfüllung gegangen ist. Von meinem Vater hab ich mitbekommen, dass Arbeit auch Freude machen kann, kein Muss sein soll. Ich wollte mal eine Arbeitsstelle haben, wo man am Morgen aufsteht und schon mit Freude an den Arbeitstag denkt. Ein Team dass sich auch ein solches nennen kann. Eine Gruppe die offen und Zielstrebig arbeitet.

Zudem wollte ich in meinem Leben immer mal Motivator werden. Heute arbeite ich mit Leuten zusammen an denen sich schon gute Motivatoren die Zähne ausgebissen haben. Und nicht nur das, sie werden plötzlich selber zum Motivator! Ja, ich durfte schon sehr coole Zeiten in meinem Leben miterleben. Unihockey, Leichtathletik, Stützradkrimi und die Krebsstory. Mit Vefko habe ich zum ersten mal ein Projekt, wo ich den Eindruck habe, dass es die anderen Sachen in den Schatten stellen wird!

Wir gingen dann am Abend miteinander Abendessen. Als Teambestätigende Massnahme (Teambildung brauchen wir nicht mehr). Wir haben natürlich viel diskutiert, über die Vefko, Gott und die Welt. Neben absolut belanglosen Themen gab es natürlich auch existenzielle Fragen. Zum Beispiel isst man bei der Pizza den Rand zu erst, oder der innere Teil?

Wir haben Vefko intern immer mal wieder (auch härtere) Diskussionen, werden uns aber eigentlich immer einig. Aber bei der oben genannten Pizza Frage gingen wir mit Meinungsdifferenzen auseinander. Ich hoffe jetzt, diese Lebensentscheidende Frage mit Hilfe von Euch klären zu können. 😉

Der Arbeitssommer ist vorbei

Dieser Sommer hiess es für mich durcharbeiten. Mehr als 500 Stunden machten wir in den letzten zweieinhalb Monaten für die Vefko. Noch nie haben wir in so kurzer Zeit so viel gearbeitet. Das ist ja auch kein Wunder, schliesslich sind wir nun zu dritt. (im Kernteam)

Vom Sommer habe ich eigentlich ein bisschen Respekt. Denn es ist die unangenehmste Zeit um vor dem Computer zu arbeiten. Wenn draussen die Sonne scheint, und es richtig warm ist, habe ich jeweils einfach keine Lust drinnen zu arbeiten. Klar, in der Wohnung ist es eigentlich kühl, aber das merkt man nur, wenn man gerade von draussen rein kommt. Sobald man länger drin ist, erdrückt einem die Hitze fast.

Diesen Sommer hingegen war es relativ angenehm. Wir hatten nur eine kurze Zeit eine richtige Hitzewelle, Sonst war es eigentlich relativ kühl, und es regnete immer mal wieder. Und jetzt läuft der Sommer eh langsam aus. Man merkt es schon, wie es am Morgen wieder echt kühl ist.

Zu tun haben wir genug. Gestern erstellte ich noch ein Dokument, wo ich alle Punkte aufführte, die wir noch erfüllen müssen, bevor wir mit unseren ersten Version raus können. Das ist doch eine recht lange Liste.

Ich selbst komme gar nicht zum Programmieren. Denn ich bin mit administrativem Kram zugemüllt. Das ist das Übel, wenn man so eine Gruppe leitet. Gerade laufen Verhandlungen mit einigen Organisationen. Was da genau verhandelt wird, kann ich Euch natürlich noch nicht sagen. Nur so viel dazu, wenn nur die Hälfte davon umgesetzt wird, ist das eine richtig coole Sache.

Nebenbei bin ich auch doch daran, die Generalversammlung vorzubereiten. Auch das gibt richtig Arbeit. Obschon wir noch ein kleiner Verein sind, und daher mit wenig Administration auskommen. Ich bin froh, wen wir das hinter uns haben. denn GV’s sind einfach nur Pflichtveranstaltungen, die man halt machen muss.

Immer im Herbst starten auch alle grossen Events. Da bin ich wieder viel unterwegs. Los geht es bereits dieses Wochenende mit einer Reise nach St. Augustin (D). Dort besuche ich die FrOSCon eine Open Source Computer Messe. Andere würden die Reiserei lieben. Ich mag es nicht. Aber Networking gehört nun mal zu meiner Position in der Vefko dazu. Networking mach ich auch gerne, wenn nur die Reiserei dafür nicht wäre.

So dann wisst ihr wieder mal was bei mir passiert. Ihr seht, ich bin gut ausgelastet. Bis zum nächsten Blog wünsche ich euch allen eine schöne Zeit.

War das schon wieder eine Woche

Wenn man ein Projekt wie Vefko managed, kommt man gar nicht so viel zum programmieren, sondern kümmert sich eher um die Sachen drum herum. Das macht mir eigentlich gar nichts aus, und ich bin froh, einen Programmierer zu haben. Manchmal juckt es mich aber doch, ein paar Zeilen Quellcode zu schreiben, so auch Anfangs Woche. Ich fixte noch ein paar Sachen in unserem Vereinstool.

Am Dienstag machte ich dann noch ein kleines Testcase Management System. Natürlich hätte ich auch einfach eines der Webbasierten Open Source TCM nehmen können. Die sind aber die meisten relativ Fett. Aber ich wollte was einfaches. Dem Tester soll eine Aufgabe gestellt werden und ein Soll Ergebnis angezeigt werden. Dann soll der Tester in der Lage sein, einen Kommentar zu verfassen. Ok, dafür Bash zu verwenden ist vielleicht etwas abgefahren, aber ich hatte nun mal lust auf Bash. 😉

Am Donnerstag hatte ich so halb frei. Denn wir hatten im Fribourgischen ein Verandten Treff. Schon schön, wenn man sich die Zeit selbst einteilen kann. Aber der Unterschied zu einem Angestellten, die Arbeit begleitet einem trotzdem immer mit. Doch stören tut mich das nicht wirklich.

Natürlich war auch am Treffen die Vefko ein Thema, denn viele wollen wissen, was man so tut. Einer meiner Cousins ist nun Job Coach. Mit ihm habe ich mich länger über das Thema berufliche Integration gesprochen. Er fand die Art und Weise, wie wir an das Thema herangehen sehr interessant.

Aber die Überraschung sollte mich erst auf der Heimreise erwarten. Wenn man bereits 300km mit dem Zug unterwegs war und noch mal so viel vor sich hat, kann es schon mal vorkommen, dass man mit einem anderen Fahrgast ins Gespräch kommt. Zum Schluss gebe ich eine Visitenkarte, und verabschiedete ihn mit „also melde dich bei mir!“ Wenn man etwas verrückte Leute sucht, muss man auch an den verrückten Orten suchen. LinkedIn war gestern, heute findet man die Leute im Zug!

Am Freitag arbeitete ich dann mal wieder mit Marc zusammen. Wir tilgten wieder einige Bugs. Weshalb kriegen wir das eigentlich nur einmal in der Woche hin? Meistens sind wir zu unterschiedlichen Zeiten online, oder haben nur kurze Überlappungen. Aber das ist halt der Nachteil, wenn das Büro 24/7 offen hat, und man arbeiten kann, wenn man will.

Und nein, auch der Sport kam nicht zu kurz. Ich trainierte einige male diese Woche und das tat gut. Am Montag spornte ich sogar ein paar Hobby Sportler beim Joggen an. Keine Ahnung was das für eine Truppe war. Jeden falls sah man einigen von denen von zehn Kilometer an, dass sie gerade absolut kein Bock auf Jogging haben. Ich hab dann einen meiner Sprüche laufen lassen und selbst Gas gegeben und siehe da… plötzlich setzte sich auch der hinterste Tross in Bewegung.

Eine erfolgreiche Woche also, so kann es weiter gehen!

Tastaturen am Computer

Wenn man auf die letzten 30 Jahre der Computergeschichte zurückblickt, dann ist fast nichts mehr geblieben. Es hat sich fast alles geändert. Harddisks wurden durch SSD’s ersetzt. Röhrenmonitore durch Flachbildschirme. Disketten durch Cloud Speicher. Die Liste wäre endlos. Doch da gibt es etwas, das geblieben ist, die Tastatur.

Wir lernten in der Schule relativ früh Maschinenschreiben. Einmal fragte mich eine Person mal, weshalb ich eigentlich noch Maschinenschreiben übe. Das braucht doch in zehn Jahren eh keiner mehr. Dann werden Computer alle über die Sprache angesteuert. Es gab tatsächlich genug Versuche, die Tastatur zu töten. Touchescreen, Sprachsteuerung, alles würde heute funktionieren, doch als die ersten Tablets auf den Markt kamen, gab es bald auch schon die ersten Tastaturen für die Tablets. Und Sprachsteuerung blieb trotz dass sie mittlerweile gut funktioniert, ein Nischenprodukt. Jedenfalls benutzt das kaum jemand um einen Text zu schreiben.

Doch auch wenn jeder eine Tastatur braucht, so ist heute die Tastatur doch ein Ding wo man meist nicht viel Geld investiert. „Ach ja, dann brauch wir noch eine Tastatur… Ja, ja das Hackbrettchen für 20 Franken tut es schon.“ Es ist ja schliesslich nur eine Tastatur.

So halten die Neuen Tastaturen auch nicht mehr lange. Wenn man viel schreibt, ist es gut möglich, dass eine Tastatur innerhalb eines Jahres durch ist. So habe auch ich wieder mal die Tastatur gewechselt und eine Neue zugelegt. Da ist sie…

Aber Raphael, wenn das eine neue Tastatur ist, dann heisse ich Fritz. Die ist bestimmt aus den 90ern. Na ja, so unrecht habt ihr nicht mal. Die Tastatur ist zwar wirklich nagelneu, und wurde erst vor vier Monaten produziert, aber das Konzept stammt tatsächlich aus den 80ern. Dieses hässliche Teil, das übrigens einen Lärm wie ein rollender Kettenpanzer macht, und das man zur Not auch mal als Hammer benutzen kann (ok, war alles etwas übertrieben) ist eine Modell M Tastatur.

Modell M kennt ihr nicht, macht nichts, erklär ich euch. Anfangs der 80er wollte IBM (ein grosser Computerhersteller) eine neue Tastatur entwickeln. Doch sie wollten das richtig machen, und haben extrem viel Forschungsarbeit geleistet, um herauszufinden, was denn eine Tastatur so genau können muss. Auf diese Tastatur geht auch das Tastenlayout der heutigen Computertastaturen zurück. Doch das spezielle ist die Technik in der Tastatur. Das Buckling Spring System gibt dieser Tastatur sein ganz eigenen Anschlagcharakter, der von Vielschreibern sehr geliebt wird. Ausserdem sind die Dingers extrem langlebig. Es soll Tastaturen geben die 30 Jahre alt sind, und die immer noch laufen.

In den 80ern ging die Tastatur dann auch in die Serienproduktion. Doch in den 90ern wurden Computer immer billiger, und die Kunden verstanden wohl nicht mehr, weshalb eine Tastatur 200 Dollar kosten soll. IBM verkauften die Model M Tastatur Produktion mit allen Patenten an Lexmark und diese gaben die Produktion 1996 auch auf. Doch jetzt kommt das coole an der Story. Einige ehemalige Angestellte von Lexmark wollten noch nicht an den Tod der Tastatur glauben, und kauften die Patente, so wie die Produktionshallen mit samt den Maschinen auf. Seither wird die Modell M von Unicomp Inc Produziert und vertrieben.

Es ist vermutlich auch die einzige Tastatur die nicht in einem Schwellland produziert wird. Denn die ist tatsächlich Made in USA. Es ist wohl auch eine der wenigen Tastaturen für die man Ersatzteile kriegt.

Die Tastatur hat natürlich auch Nachteile. Sie ist wirklich alles andere als Leise, und wenn man in einem Mehrraumbüro sitzt, werden die Kollegen wohl nicht so glücklich sein, wenn man mit einer Modell M auftaucht. Man kann sich auch fragen, wie sinnvoll es wirklich ist, Longlife Tastaturen zu haben. Immerhin ist die Tastatur einer der grössten Drecksammler und nur schwer sauber zu kriegen.

Ich habe jetzt diesen Blog mit der Tastatur geschrieben. Am Anfang war ich gar nicht so überzeugt davon, doch jetzt wo ich mich schon etwas an die Tastatur gewöhnt habe, muss ich zugeben, es hat schon was. Man merkt auf jeden Fall, dass die Tastatur für das Schnellschreiben ausgelegt ist. Es ist zwar eine Longhub Tastatur, aber ich habe das Gefühl, man hat weniger Weg als bei anderen Longhubtastaturen. Und man muss die Tasten auch gar nicht ganz durchdrücken. Bleibt natürlich die Gefahr, dass der Kopf mit der Tippgeschwindigkeit nicht mitkommt.

Wie lange die Tastatur bei mir hält wird sich zeigen. Ich denke mal, das werden keine 30 Jahre, denn ich bin ein Tastaturmörder. Die meisten Tastaturen halten bei mir nicht länger al ein Jahr. Diese Tastatur wird mindestens drei Jahre alt, denn sie hat so lange Garantie..

Ob die Tastatur wirklich das hält was sie verspricht oder ob ich in einem Jahr schon mit Gehörschutz schreibe, erfahrt ihr dann, nachdem ich ein bisschen Erfahrung mit dieser Tastatur gesammelt habe.

Sind neue Medien wirklich besser für die Demokratie?

Ich bin definitiv ein Vertreter der neuen Medien. Mit einem Blog mit über 200 Einträgen geniesse ich die Möglichkeit, meine Meinung der Welt mitzuteilen. Vor 25 Jahren wäre so etwas noch undenkbar gewesen. Heute ist es zumindest theoretisch möglich, dass ich mit meinem Blog genau so viele Leute erreiche wie eine grosse Zeitung. Das war früher anders. Grosse Verlage bestimmten, was gelesen wird. Früher fand man in der Presse meist so zwei Meinungen. Es gab mehr Rechts und mehr Links gelagerte Zeitungen. Auch wenn es verschiedene Meinungen gab, so war die Information doch recht eingeschränkt.

Die Presse spielte eine grosse Rolle in Diktaturen der Vergangenheit. Die Presse zu kontrollieren wurde zu einem sehr effektiven Machtinstrument. Pressefreiheit ist daher ein Grundpfeiler einer funktionierenden Demokratie. Für die Pressefreiheit schienen die Neuen Medien perfekt zu sein. Denn man wird es schaffen ein paar Verlage zu manipulieren, aber tausende von Bloggern oder YouTubern… unmöglich oder?

Genau dieser Auffassung war ich auch, bis Ende letzten Jahres die Artikel 13 Diskussion auf den Tisch kam. Seither bin ich mir nicht mehr so sicher, ob das alte System nicht besser war. Schlussendlich endete das Ganze in einem Grabenkampf zwischen der alten und der neuen Generation. Doch nun mal alles der Reihe nach.

Wie bereits gesagt, bis vor 25 Jahren spielte das Internet kaum eine Rolle. Das Urheberrecht, dass wir heute in vielen Ländern Europas haben, ist grösstenteils auf diese „analoge Welt“ zugeschnitten. Das Internet hat allerdings einiges verändert, und so war es höchste Zeit, das Urheberrecht anzupassen. Bei Urheberrecht geht es grösstenteils um Finanzielle Interessen, eigentlich etwas was der gemeine Bürger wenig interessiert. Normalerweise geht so etwas ohne grossen Lärm über die Bühne. Es war ziemlich schnell klar, dass YouTube bei der aktuellen Rechtsreform einer der Verlierer sein wird, doch das wusste bis im Herbst keiner.

Bis mehrere grosse YouTuber kurz aufeinander Videos machten, dass es ihr Kanal 2019 nicht mehr geben wird und dass Artikel 13 schuld sei. Die Dramavideos sind heute nur noch schwer zu finden. Ich habe aber noch ein Video vom Kanal „Wissenswert“ gefunden (Video). Natürlich ist das Video weit übertrieben. Die YouTube Chefin hat in einem Brief an die Community zuvor verkündet, dass YouTube bei Inkrafttreten des Artikel 13 vielleicht dazu gezwungen sei, nur noch Kanäle von grossen Medienhäusern zu erlauben. Was mich schockierte war, dass Hunderte von YouTuber (darunter auch grosse) diese Meinung unreflektiert verbreiteten.

Niemand kam auf die Idee, soweit zu denken, dass der Brief vielleicht nur bewusst provozierte Stimmungsmache gegen Artikel 13 war. Niemand kam auf die Idee, dass die Theorie, Artikel 13 soll die Meinungsfreiheit einschränken, vielleicht bei den Verschwörungstheorien anzusiedeln ist. Die Fronten wurden schnell gezogen. Artikel 13 ist scheisse, und jeder der ihn verteidigt oder auch nur Teile davon gut fand war nicht mehr vertrauenswürdig.

Keine Zeit mehr für Recherchen

Doch was hat sich verändert. Früher war das schnellste Medium das Radio. Aber selbst da wurde bei Debatten fast immer Pro und Kontra berücksichtigt. Doch für die eigene Meinungsfindung wurde meist noch die Zeitung hinzugezogen. Und die liessen sich nicht mit einer Pressemitteilung abspeisen. Die Recherchierten noch. Denn das wurde von den Lesern erwartet. Von den Neuen Medien erwartet man nur noch eins. Schnell muss man sein. Denn wer als erstes die News raushaut, hat die Chance auf die meisten Klicks, und um die geht es heute.

Was mich aber vor allem erschreckte waren die Kommentare in Videos oder auf Tweets. Alles was die Leute da schrieben war #saveyourinternet oder #NiemehrCDU und irgendwas belangloses oder sogar noch eine Beleidigung. Ernsthafte Diskussionen musste man lange Suchen, und hielten auch selten lange an. Sachliche Diskussionen waren noch seltener und konstruktive Arbeit gab es so gut wie keine. Eigene Lösungsansätze für das Problem (wobei die meisten die eigentliche Problematik und der Grund für Artikel 13 gar nicht verstanden) kamen von der Community genau einen zu Stande nämlich ein Alternativvorschlag von Rechtsanwalt Christian Solmeke. Es ging eigentlich auch den wenigsten um Artikel 13 als solches, sondern viel mehr, dass sie ihre Lieblingsplattform (YouTube) in Gefahr sahen.

Ich nehme mir mal die Freiheit, zu behaupten, dass das Ganze eine sehr geschickt eingefädelte „Töte-Artikel 13-Kampagne“ von Google war. Man hat ganz bewusst mit weit überzogenen Behauptungen (YouTube wird sterben, Meinungsfreiheit ist in Gefahr) Panik in der Community geschürt um möglichst viel Stimmung gegen Artikel 13 hinzubekommen. Und so wurden Hunderttausende ohne es selbst zu merken plötzlich zum Lobbisten einer der grössten IT Konzerne der Welt, Google. Dabei hätte ein bisschen Nachdenken bevor man liked und teilt die Masche aufdecken können. Die Meinung äussern zu können, hilft eben nicht, wenn man sich nicht mehr die Zeit nimmt, seine eigene Meinung zu machen. Und da sehe ich eine grosse Gefahr in den neuen Medien. Früher war zwar die Informationslage eingeschränkt, man musste sich aber dennoch erst mal eine eigene Meinung machen. Heute gibt’s die Meinung leicht verdaulich vorgekaut vom Lieblings Influenzer. Nur noch liken und teilen, fertig ist die Meinung.