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Tastaturen am Computer

Wenn man auf die letzten 30 Jahre der Computergeschichte zurückblickt, dann ist fast nichts mehr geblieben. Es hat sich fast alles geändert. Harddisks wurden durch SSD’s ersetzt. Röhrenmonitore durch Flachbildschirme. Disketten durch Cloud Speicher. Die Liste wäre endlos. Doch da gibt es etwas, das geblieben ist, die Tastatur.

Wir lernten in der Schule relativ früh Maschinenschreiben. Einmal fragte mich eine Person mal, weshalb ich eigentlich noch Maschinenschreiben übe. Das braucht doch in zehn Jahren eh keiner mehr. Dann werden Computer alle über die Sprache angesteuert. Es gab tatsächlich genug Versuche, die Tastatur zu töten. Touchescreen, Sprachsteuerung, alles würde heute funktionieren, doch als die ersten Tablets auf den Markt kamen, gab es bald auch schon die ersten Tastaturen für die Tablets. Und Sprachsteuerung blieb trotz dass sie mittlerweile gut funktioniert, ein Nischenprodukt. Jedenfalls benutzt das kaum jemand um einen Text zu schreiben.

Doch auch wenn jeder eine Tastatur braucht, so ist heute die Tastatur doch ein Ding wo man meist nicht viel Geld investiert. „Ach ja, dann brauch wir noch eine Tastatur… Ja, ja das Hackbrettchen für 20 Franken tut es schon.“ Es ist ja schliesslich nur eine Tastatur.

So halten die Neuen Tastaturen auch nicht mehr lange. Wenn man viel schreibt, ist es gut möglich, dass eine Tastatur innerhalb eines Jahres durch ist. So habe auch ich wieder mal die Tastatur gewechselt und eine Neue zugelegt. Da ist sie…

Aber Raphael, wenn das eine neue Tastatur ist, dann heisse ich Fritz. Die ist bestimmt aus den 90ern. Na ja, so unrecht habt ihr nicht mal. Die Tastatur ist zwar wirklich nagelneu, und wurde erst vor vier Monaten produziert, aber das Konzept stammt tatsächlich aus den 80ern. Dieses hässliche Teil, das übrigens einen Lärm wie ein rollender Kettenpanzer macht, und das man zur Not auch mal als Hammer benutzen kann (ok, war alles etwas übertrieben) ist eine Modell M Tastatur.

Modell M kennt ihr nicht, macht nichts, erklär ich euch. Anfangs der 80er wollte IBM (ein grosser Computerhersteller) eine neue Tastatur entwickeln. Doch sie wollten das richtig machen, und haben extrem viel Forschungsarbeit geleistet, um herauszufinden, was denn eine Tastatur so genau können muss. Auf diese Tastatur geht auch das Tastenlayout der heutigen Computertastaturen zurück. Doch das spezielle ist die Technik in der Tastatur. Das Buckling Spring System gibt dieser Tastatur sein ganz eigenen Anschlagcharakter, der von Vielschreibern sehr geliebt wird. Ausserdem sind die Dingers extrem langlebig. Es soll Tastaturen geben die 30 Jahre alt sind, und die immer noch laufen.

In den 80ern ging die Tastatur dann auch in die Serienproduktion. Doch in den 90ern wurden Computer immer billiger, und die Kunden verstanden wohl nicht mehr, weshalb eine Tastatur 200 Dollar kosten soll. IBM verkauften die Model M Tastatur Produktion mit allen Patenten an Lexmark und diese gaben die Produktion 1996 auch auf. Doch jetzt kommt das coole an der Story. Einige ehemalige Angestellte von Lexmark wollten noch nicht an den Tod der Tastatur glauben, und kauften die Patente, so wie die Produktionshallen mit samt den Maschinen auf. Seither wird die Modell M von Unicomp Inc Produziert und vertrieben.

Es ist vermutlich auch die einzige Tastatur die nicht in einem Schwellland produziert wird. Denn die ist tatsächlich Made in USA. Es ist wohl auch eine der wenigen Tastaturen für die man Ersatzteile kriegt.

Die Tastatur hat natürlich auch Nachteile. Sie ist wirklich alles andere als Leise, und wenn man in einem Mehrraumbüro sitzt, werden die Kollegen wohl nicht so glücklich sein, wenn man mit einer Modell M auftaucht. Man kann sich auch fragen, wie sinnvoll es wirklich ist, Longlife Tastaturen zu haben. Immerhin ist die Tastatur einer der grössten Drecksammler und nur schwer sauber zu kriegen.

Ich habe jetzt diesen Blog mit der Tastatur geschrieben. Am Anfang war ich gar nicht so überzeugt davon, doch jetzt wo ich mich schon etwas an die Tastatur gewöhnt habe, muss ich zugeben, es hat schon was. Man merkt auf jeden Fall, dass die Tastatur für das Schnellschreiben ausgelegt ist. Es ist zwar eine Longhub Tastatur, aber ich habe das Gefühl, man hat weniger Weg als bei anderen Longhubtastaturen. Und man muss die Tasten auch gar nicht ganz durchdrücken. Bleibt natürlich die Gefahr, dass der Kopf mit der Tippgeschwindigkeit nicht mitkommt.

Wie lange die Tastatur bei mir hält wird sich zeigen. Ich denke mal, das werden keine 30 Jahre, denn ich bin ein Tastaturmörder. Die meisten Tastaturen halten bei mir nicht länger al ein Jahr. Diese Tastatur wird mindestens drei Jahre alt, denn sie hat so lange Garantie..

Ob die Tastatur wirklich das hält was sie verspricht oder ob ich in einem Jahr schon mit Gehörschutz schreibe, erfahrt ihr dann, nachdem ich ein bisschen Erfahrung mit dieser Tastatur gesammelt habe.

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Sind neue Medien wirklich besser für die Demokratie?

Ich bin definitiv ein Vertreter der neuen Medien. Mit einem Blog mit über 200 Einträgen geniesse ich die Möglichkeit, meine Meinung der Welt mitzuteilen. Vor 25 Jahren wäre so etwas noch undenkbar gewesen. Heute ist es zumindest theoretisch möglich, dass ich mit meinem Blog genau so viele Leute erreiche wie eine grosse Zeitung. Das war früher anders. Grosse Verlage bestimmten, was gelesen wird. Früher fand man in der Presse meist so zwei Meinungen. Es gab mehr Rechts und mehr Links gelagerte Zeitungen. Auch wenn es verschiedene Meinungen gab, so war die Information doch recht eingeschränkt.

Die Presse spielte eine grosse Rolle in Diktaturen der Vergangenheit. Die Presse zu kontrollieren wurde zu einem sehr effektiven Machtinstrument. Pressefreiheit ist daher ein Grundpfeiler einer funktionierenden Demokratie. Für die Pressefreiheit schienen die Neuen Medien perfekt zu sein. Denn man wird es schaffen ein paar Verlage zu manipulieren, aber tausende von Bloggern oder YouTubern… unmöglich oder?

Genau dieser Auffassung war ich auch, bis Ende letzten Jahres die Artikel 13 Diskussion auf den Tisch kam. Seither bin ich mir nicht mehr so sicher, ob das alte System nicht besser war. Schlussendlich endete das Ganze in einem Grabenkampf zwischen der alten und der neuen Generation. Doch nun mal alles der Reihe nach.

Wie bereits gesagt, bis vor 25 Jahren spielte das Internet kaum eine Rolle. Das Urheberrecht, dass wir heute in vielen Ländern Europas haben, ist grösstenteils auf diese „analoge Welt“ zugeschnitten. Das Internet hat allerdings einiges verändert, und so war es höchste Zeit, das Urheberrecht anzupassen. Bei Urheberrecht geht es grösstenteils um Finanzielle Interessen, eigentlich etwas was der gemeine Bürger wenig interessiert. Normalerweise geht so etwas ohne grossen Lärm über die Bühne. Es war ziemlich schnell klar, dass YouTube bei der aktuellen Rechtsreform einer der Verlierer sein wird, doch das wusste bis im Herbst keiner.

Bis mehrere grosse YouTuber kurz aufeinander Videos machten, dass es ihr Kanal 2019 nicht mehr geben wird und dass Artikel 13 schuld sei. Die Dramavideos sind heute nur noch schwer zu finden. Ich habe aber noch ein Video vom Kanal „Wissenswert“ gefunden (Video). Natürlich ist das Video weit übertrieben. Die YouTube Chefin hat in einem Brief an die Community zuvor verkündet, dass YouTube bei Inkrafttreten des Artikel 13 vielleicht dazu gezwungen sei, nur noch Kanäle von grossen Medienhäusern zu erlauben. Was mich schockierte war, dass Hunderte von YouTuber (darunter auch grosse) diese Meinung unreflektiert verbreiteten.

Niemand kam auf die Idee, soweit zu denken, dass der Brief vielleicht nur bewusst provozierte Stimmungsmache gegen Artikel 13 war. Niemand kam auf die Idee, dass die Theorie, Artikel 13 soll die Meinungsfreiheit einschränken, vielleicht bei den Verschwörungstheorien anzusiedeln ist. Die Fronten wurden schnell gezogen. Artikel 13 ist scheisse, und jeder der ihn verteidigt oder auch nur Teile davon gut fand war nicht mehr vertrauenswürdig.

Keine Zeit mehr für Recherchen

Doch was hat sich verändert. Früher war das schnellste Medium das Radio. Aber selbst da wurde bei Debatten fast immer Pro und Kontra berücksichtigt. Doch für die eigene Meinungsfindung wurde meist noch die Zeitung hinzugezogen. Und die liessen sich nicht mit einer Pressemitteilung abspeisen. Die Recherchierten noch. Denn das wurde von den Lesern erwartet. Von den Neuen Medien erwartet man nur noch eins. Schnell muss man sein. Denn wer als erstes die News raushaut, hat die Chance auf die meisten Klicks, und um die geht es heute.

Was mich aber vor allem erschreckte waren die Kommentare in Videos oder auf Tweets. Alles was die Leute da schrieben war #saveyourinternet oder #NiemehrCDU und irgendwas belangloses oder sogar noch eine Beleidigung. Ernsthafte Diskussionen musste man lange Suchen, und hielten auch selten lange an. Sachliche Diskussionen waren noch seltener und konstruktive Arbeit gab es so gut wie keine. Eigene Lösungsansätze für das Problem (wobei die meisten die eigentliche Problematik und der Grund für Artikel 13 gar nicht verstanden) kamen von der Community genau einen zu Stande nämlich ein Alternativvorschlag von Rechtsanwalt Christian Solmeke. Es ging eigentlich auch den wenigsten um Artikel 13 als solches, sondern viel mehr, dass sie ihre Lieblingsplattform (YouTube) in Gefahr sahen.

Ich nehme mir mal die Freiheit, zu behaupten, dass das Ganze eine sehr geschickt eingefädelte „Töte-Artikel 13-Kampagne“ von Google war. Man hat ganz bewusst mit weit überzogenen Behauptungen (YouTube wird sterben, Meinungsfreiheit ist in Gefahr) Panik in der Community geschürt um möglichst viel Stimmung gegen Artikel 13 hinzubekommen. Und so wurden Hunderttausende ohne es selbst zu merken plötzlich zum Lobbisten einer der grössten IT Konzerne der Welt, Google. Dabei hätte ein bisschen Nachdenken bevor man liked und teilt die Masche aufdecken können. Die Meinung äussern zu können, hilft eben nicht, wenn man sich nicht mehr die Zeit nimmt, seine eigene Meinung zu machen. Und da sehe ich eine grosse Gefahr in den neuen Medien. Früher war zwar die Informationslage eingeschränkt, man musste sich aber dennoch erst mal eine eigene Meinung machen. Heute gibt’s die Meinung leicht verdaulich vorgekaut vom Lieblings Influenzer. Nur noch liken und teilen, fertig ist die Meinung.

Sport of Hope – Konditions- und Krafttraining ist auch nach der Karriere Pflicht

Es ist endlich Sommer. schönes Wetter draussen und ich bin mal wieder am trainieren. Diesmal nicht so sehr Koordination sondern ganz klassisches Sommertraining wie ich das auch während meiner Sportkarriere machte. Der Grund dafür, Kondition und Kraft ist für Menschen mit Cerebralparese sehr wichtig. Denn ihr Körper ist im Alltag sehr beansprucht. daher reicht da die normale Grundkondition meist nicht aus.

Mit der Kräftigung wirke ich auch den Knieproblemen entgegen, die ich in letzter Zeit vermehrt hatte. Da zeigt sich bereits eine Besserung. Momentan komme ich so auf 10km und 200 Höhenmeter mit dem Fahrrad. Im Vergleich zu Früher ist das natürlich nichts, aber immerhin. Das Durchschnittstempo ist auch etwas angestiegen. Bis 20km und 400 Höhenmeter sollte das noch erweiterbar sein. Wenn ich das wieder jeden Tag schaffe, habe ich eine wirklich gute Grundkondition.

Momentan steigere ich auch wieder die Anzahl der Trainings pro Woche. Ich bin so auf vier mal pro Woche. Und wisst ihr was? es macht richtig Spass! Dass ist der Unterschied zum Leistungssport. Da blieb der Spass oft auf der Strecke. Man musste einfach trainieren, man war programmiert wie ein Wecker. Es war einfach pure Routine, abarbeiten des Tagesprogramms. Zumindest bei den Sommertrainings. Wenn ich dann im Herbst wieder den Stock in den Händen hielt und ich in der Halle rumtoben konnte, war der Spass natürlich schon wieder mit von der Partie.

Jetzt geniesse ich es, nach einem langen Tag am Computer am Abend mit dem Fahrrad meine Runden zu drehen. Ich freue mich auch, wenn ich eine Runde mehr schaffe, oder etwas schneller werde. Aber bei strömendem Regen kann ich getrost zu Hause bleiben und das ist halt schon cool.

Ich bin ganz froh, dass mir das Sommertraining noch Spass macht, denn ich könnte nicht darauf verzichten. Zumindest nicht ohne weitreichende Konsequenzen. Ich würde sonst vermutlich auf den Rollstuhl angewiesen sein.

Beim Laufen läufts momentan nicht so. Ich wurde in letzter Zeit ein paar mal angesprochen, ob es Koordinativ schlechter geworden ist. Mein momentaner Laufstil fühlt sich schlecht an. Es ist nicht so unsicher wie im Winter, aber irgendwie alles abgehackt. Es ist lange nicht so schlimm wie auch schon, aber es stört mich halt. Mal sehen, wie das mit der Koordination weiter geht.

Klar, wenn mein Ziel „Normal gehen“ an oberster Stelle stünde, würde ich Ganz anders vorgehen. Dann würde ich erst ein richtiges Kondi Training machen. Danach ein intensiv Koordinationstraining. Das könnte ich zwar auch so tun, aber ich weiss, dass mein Körper sehr heftig auf die Koordinationstrainings reagiert. In mitten einer Koordinationstrainingsphase weiss der Körper oft nicht mehr, wie er noch gehen soll. Das beeinträchtigt mich dann im Alltag sehr, und bisher war ich nicht bereit, diese Opfer zu bringen. Vielleicht geht es aber auch nicht ohne diese Opfer. Vielleicht kann man eine Koordination gar nicht langsam und schonend umstellen, sondern muss es auf die harte Tour machen. Momentan möchte ich der sanften Tour noch eine Chance geben.

War das eine Woche

Letzte Woche lief einiges bei mir. Als erstes hatte Marc vorletztes Wochenende unser neues Admin Tool für die Vefko aufgespielt. Darin enthalten sind eine Reihe Verbesserungen. Dazu zählt die Zeitabrechnung aber auch der Chat. Das Bürotool wird wirklich langsam erwachsen, und dass es uns Spass macht, sieht man an den Stunden die wir letzte Woche gearbeitet haben. Ich kam auf sage und schreibe 80% obschon Vefko ja nicht das einzige ist, was ich habe.

Ebenfalls war ich bereits an den Einstufungstest für meine schulischen Projekte. Ganz fertig bin ich damit allerdings noch nicht. Mal sehen wie das Ergebnis wird, und wo die mich hintun. Die Schule ist immerhin schon ein Weilchen her.

Die Finanzierung dafür ist noch in Abklärung. Ja, auch ich muss schauen, wie ich das Ganze berappe. Nein, ich habe keinen fetten Sponsor hinter mir, der mir das einfach mal bezahlt, und einen Bildungskredit kommt für mich nicht in Frage. Einerseits hoffe ich, wie schon geschrieben, durch externe Aufträge über die Vefko ein Teil finanzieren zu können, andererseits will ich mich nicht nur darauf verlassen.

Nach einem sehr regnerischen Wochenanfang, kam gegen das Wochenende auch der Sommer langsam. Deswegen fuhr ich meine IT Einrichtung auf Sparflamme herunter. Es soll möglichst wenig Abwärme entstehen. so dass ich es hier in der Wohnung an meinem Arbeitsplatz kühl habe. Das ist die Bedingung für angenehmes Arbeiten.

Aktuell suchen wir für die Vefko noch einen Programmierer. Das Team soll um ein bis zwei Anfänger ergänzt werden. Bewerbungen könnt ihr an raphael@vefko.ch senden. Der Job ist im Ehrenamt, und wir suchen wie immer nicht den Standardprogrammierer. sondern Leute die sonst vielleicht keine Chance bekommen würden.

Am Sonntag Nachmittag hatten wir noch Vorstandssitzung. Während andere das schöne Wetter genossen, sassen wir drin und besprachen einige Dinge. Am Ende wurde dann auch noch eine Mitarbeitervereinbarung unterzeichnet. Obschon ich dabei kurz blieb, sind es trotzdem dreieinhalb A4 Seiten geworden.

Ferner bemerkte ich, dass ich mal wieder steigender Traffic auf meinem YouTube Kanal habe. Ich gewann sogar zwei Abonnenten hinzu. Schuld daran ist ein Video dass ich schon fast vor zwei Jahren aufgenommen habe, und das erklärt, wie man in Apache OpenOffice Writer eine Seitenzahl einfügt. Vielleicht mach ich dann doch wieder mal ein Tutorial zum einen oder anderen Thema.

Die Frage ist halt, ob ich das Zeitlich schaffe. Denn meine Tage sind momentan gut gefüllt. Immerhin habe ich es am Sonntag Abend dann doch noch mal kurz aufs Fahrrad geschafft. So kriegte ich immerhin noch etwas Abendsonne.

Ich gehe noch mal in die Schule

Das ich mit meinem Schweizer Realschulabschluss einen weitaus zu tiefen Abschluss habe, dürften alle bestätigen, die mich kennen. Doch einerseits hatte über lange Zeit meine sportliche Karriere Vorrang. Andererseits sind Schulbänke nicht meine Freunde. Klassischen Schulunterricht würde ich kein Jahr überleben.

Glücklicherweise gibt es heute, gerade im Erwachsenen Bildungsbereich auch andere Angebote. Sehr viel Heimstudium mit ein bisschen individuellem Unterricht gepaart. Als ausgeprägter Autodidakt ist das genau das was ich brauche. Ja, richtig, ich will die Matura nachholen und anschliessend Informatik studieren.

Nur damit du den Abschluss hast? Nein natürlich nicht. Ich habe ja vor bald zwei Jahren einen Verein gegründet. Ein Ziel dieses Vereines ist es, neue Arbeitskräfte für die IT zu finden. Wir suchen die nicht dort, wo schon alle Rekrutierer am Grasen sind, sondern dort wo sie noch niemand gesucht hat, Bei den Behinderten.

Wir haben einen Drei-Stufen-Plan, mit dem wir unsere Leute wieder eingliedern möchten.

  1. Arbeiten im Verein, für unsere IT Projekte, um die Fähigkeiten des Arbeiters mal kennen zu lernen.
  2. Ausmietung an Firmen. Die generierten Gelder fliessen in eine Aus- oder Weiterbildung des Betroffenen.
  3. Übergabe an eine Firma oder in Spezialfällen an eine noch zu gründende Firma „Special Division IT Vefko“ wo dann hoch spezialisierte Fachkräfte ausgemietet werden.

Doch jeder Plan braucht Vorreiter und „Motivieren durch voraus gehen“ ist eines meiner wichtigsten Lebensmotos. Ich lebte das auch schon im Sport und will das auch hier wieder leben. Deshalb gehe ich auch selbst den Weg, und drücke noch mal die Schulbank.

Und wenn mich jetzt einige fragen, ob ich da mit der Schweizer Invalidenversicherung (IV) zusammenarbeite, dann ist die Antwort NEIN. Die IV hat bei mir längst jegliches Vertrauen verspielt und für innovative Projekte ist die IV eh resistent. Das einzige was die stellen sind tausende von Bedingungen, und darauf kann ich liebend gerne verzichten.

Genau deshalb hat es auch so lange gedauert, machen wollte ich das schon lange, doch erst jetzt haben wir die Rahmenbedingungen geschaffen, die das auch ermöglichen. Nämlich die Gegenfinanzierung über einen Verein laufen zu lassen.

Und ja, ich werde mich an Firmen über den Verein ausmieten. Wer meine Fähigkeiten kennt, und mich gerne mieten möchten nimmt mit mir Kontakt auf raphael@vefko.ch.

Sich mit der Kommandozeile anfreunden

Als Programmieranfänger stösst man in Tutorials oft auf die Aufforderung die Command Line zu öffnen und Befehl xy einzugeben. Als ich noch in den Anfängen steckte, öffnete ich dann jeweils die Kommando Zeile und dachte mir… „Nein, das sieht zu gefährlich aus.“ Tatsächlich ist das schwarze Fenster (ok, auf dem Mac ist es weiss) nicht gerade vertrauenserweckend. Grundsätzlich muss man erst mal wissen, dass Windows und die Unixoiden Welt (also Linux, Mac OS, Free BSD usw.) zwei vollkommen verschiedene Systeme haben.

Auch die Gerüchte, dass man mit der Kommandozeile mit einem Befehl den gesamten Computer zerstören kann, stimmen. Wenn man das unabsichtlich tun will, braucht es allerdings schon eine gehörige Portion Pech. Vor allem aber Befehle die man als Root (tiefste Admin Rechte) ausführt, sollte man zwei mal ansehen bevor man sie ausführt. Denn anders als in vielen Grafischen Oberflächen bekommt man auf der Kommandozeile keine Warnung, wenn man zum Beispiel wichtige Systemdaten löschen will. Vor allem auf Linux gibt es sehr selten Rückfragen wie: „Wollen Sie wirklich…“ Deswegen ist eine gewisse Vorsicht angebracht, aber man muss nicht gleich eine Command Line Phobie entwickeln.

Nun habt ihr also dieses schwarze, unsympathische Fenster vor euch und da kommt natürlich die Frage auf, für was soll ich das brauchen? Weshalb tun sich das Programmierer an, auf einem so schwer verständlichen System zu arbeiten? Sind die tatsächlich in den 80ern stehen geblieben? Kein normaler Anwender würde heute auf eine Graphische Oberfläche verzichten. Wollen die Linux Programmierer damit zeigen, dass sie den anderen technisch überlegen sind?

Nein, der Grund liegt wohl an einem ganz anderen Ort. Sowohl beim programmieren als auch bei Server warten gibt es immer wieder Aufgaben die man ständig wiederholen muss. Diese möchte man natürlich automatisieren. Dies macht man dann mit kleinen Scripts. Ein Script für die Kommandozeile ist viel einfacher zu schreiben als ein kleines Progrämmchen für eine Graphische Oberfläche. Weil man genau für so automatisierte Aufgaben die Kommando Zeile sowieso braucht, wird sie auch sonst oft mal verwendet.

Kommandozeile ist nicht Liebe auf den ersten Blick, denn man muss sie erst mal verstehen und daran scheitern schon viele. Der folgende Befehl gibt eine liste der aktuellen Verzeichnisse und Dateien aus:

ls

Stop! ls ist kein Befehl. Der vermeintliche Befehl ist eigentlich ein kleines Programm. In der Kommandozeile gibt man also keine Befehle ein, sondern man startet Programme. Die Kommandozeile ist also eine Schnittstelle die es ermöglicht, Programme zu starten und eine Interaktion mit den Programmen zu haben. Ls macht nichts anderes als schauen welche Dateien und Verzeichnisse in dem aktuellen Verzeichnis sind, und gibt dann die Namen an die Kommandozeilen Ausgabe zurück. Ls kan aber mehr wie der folgende Befehl zeigt.

ls -l

Damit bekommt man eine erweiterte Liste mit mehr Informationen. Dem Programm kann man einen Parameter übergeben, dass das Programm beeinflusst. Fast alle Commandline Programme haben Parameter. Welche das sind kann man mit

programm --help

herausfinden. „programm“ ist natürlich ein Platzhalter für das aufgerufene Programm. (z.B ls, cp, rm, mv, find, apt usw.

Schnelles Internet

Von allem ein bisschen

Letzten Donnerstag war wieder mal ein Training fällig, eigentlich überfällig, und so machte ich mich mit dem Zug nach Zürich, um zu trainieren.

Blick aus dem Zugfenster

Und so sieht es aus, wenn ich auf dieser Strecke aus dem Fenster schaue. Wenn man die Strecke dauernd fährt, ist einem gar nicht mehr bewusst, wie schön sie eigentlich ist. Doch meistens habe ich nicht wirklich ein Blick für draussen…

Mobile Office

Denn das Mobile Office fährt da meist auch mit, und will bedient sein. Ja, so sieht das Büro von mir aus, wenn ich unterwegs bin. Es kann genau das selbe wie das zu Hause, Fast zumindest…

Schnelles Internet

Denn seit Freitag habe ich wieder festes Internet zu Hause. Das Mobile Internet was ich über Jahre brauchte, reicht zwar eigentlich vom Tempo her, ist aber in letzter Zeit wackeliger geworden. Ich gehe davon aus, dass das Mobile Internet mehr gebraucht wird. Und es ist nicht toll wenn das Internet genau dann unterbricht, wenn man an einer wichtigen online Besprechung ist.

Internet Speed

Dieser Internet Speed braucht eigentlich kein Mensch. 200 Mbit down und 100 Mbit up. Aber ich habs jetzt halt 😉 Und mein Handy Abo hat auch noch ein Upgrade bekommen. Nun habe ich Europaweit eine unlimitierte Datenflatrate. Swisscom hat es endlich geschafft, Roaming abzuschaffen.

Neue Bremsbeläge

Auch mein Fahrrad wurde frisch gemacht, und hat jetzt neue Bremsbeläge. Erster Satz Bremsbeläge durch. Kommt davon, wenn man in der 30er Zone ständig Dorf auf und Dorf runter fährt.

Arbeit für die Vefko

Da ihr Foto Stories so mögt, habe ich wieder eine für Euch gemacht. Und zwar was dieses Wochenende so bei Vefko gelaufen ist.

Als erstes habe ich mal ein kleines Script geschrieben, dass die Services auf meinem Ubuntu on Windows automatisch startet. So dass ich sie einfach an und ausschalten kann. Hier das Script in Betrieb

Bild des Scripts auf der Kommandozeile

Dann ging es ins Anstrengende Wochenende. Was Marc’s Arbeit wahr, seht ihr da unten. Sieht optisch nicht nach viel aus, war aber einiges an Arbeit im Hintergrund. Ab der nächsten Version des Admin Tools werden wir automatisch gewarnt, bevor wir ausgeloggt werden. Genau genommen werden wir sogar zwei mal gewarnt. Dann kann sich auch niemand beschweren. 😉

Warnungen im Admin Tool bevor man ausgeloggt wird.

Ok, es war jetzt nicht ganz das Einzige was Marc am Wochenende gemacht hat. Wenn ihr mehr wissen wollt, müsst ihr schon den Blog von Marc besuchen.

Ich selbst setzte mich am Montag hinter das Release Konzept. Ist schön geworden, findet ihr nicht?

Screanshot vom Release Konzept

Heute machte ich dann noch Performance Test für das Vefko Tool. Diese Sind zwar nicht sehr genau, da händisch durchgeführt, aber besser als nichts. Der Folgende Screenshot zeigt das Vefko Tool auf meinem lokalen Testserver und links die Prozessor Auslastung. Mit vier bis fünf Anfragen pro Sekunde kam ich auf ungefähr 30% Auslastung auf einem i7 dual Core Notebook Prozessor.

Performance Test 1

Dies ist eigentlich nicht eine sonderlich gute Leistung. Doch sie täuscht. Denn so bald ich auf die Prozessansicht wechselte, sah ich, dass der grösste Teil der Ressourcen mein Browser (in dem Fall Edge) schluckte. Die beiden Server Prozesse. Apache2 und mysqld kamen gerade mal zusammen auf 2%. Das wiederum ist sehr gut, und die Performance Tests sind somit erfolgreich bestanden.

Performance Test 2

So, das wars wieder mal mit einer Foto Story. Ich hoffe es hat Euch gefallen, und bis zum nächsten mal.

Das Mysterium Schweizerdeutsch

Sprichst du eigentlich Schweizerdeutsch? Werde ich oft gefragt wenn ich zum Beispiel mit Deutschen zu tun habe. Natürlich spreche ich Schweizerdeutsch. Eigentlich jeder, der in der Schweiz aufgewachsen ist, kann das. Doch was ist eigentlich Schweizerdeutsch genau?

Nun, in der Deutschen Sprache gibt es die sogenannte Schriftsprache mit den orthographischen Regeln und so weiter. Die haben alle Länder Deutschland, Österreich, Schweiz und Luxemburg (Die übrigens auch ein paar Deutsch sprechende haben) Teilweise haben auch wir kleine orthographische Unterschiede. Wir in der Schweiz kennen zum Beispiel kein Scharfes S. Wir haben auch ein paar Fremdwörter mehr im allgemeinen Sprachgebrauch als zum Beispiel Deutschland. Das hängt sicher auch mit der Mehrsprachigkeit der Schweiz zusammen. Aber an sonst ist die Schriftsprache ziemlich die gleiche.

Was viele nicht wissen, es gibt auch eine Standardisierte Aussprache für das Schriftdeutsch. Das nennt sich Standard Deutsch. Doch die wenigsten können das wirklich. Man hört dies in Fernsehen und Rundfunk. Auch Deutsche sprechen meist ein Schriftdeutsch mit einem örtlichen Akzent. Das können wir Schweizer theoretisch auch, nur wir brauchen es selten.

Schweizerdeutsch gibt es im Prinzip auch nicht, sondern ist als Sammelbegriff für die in der Schweiz gesprochenen Dialekte zu sehen. Ja, Schweizerdeutsch ist keine eigene Sprache sondern nur lokale Deutsch Dialekte. Auch Deutschland hätte Dialekte, die Bayrischen Dialekte, oder Schwäbisch und Kölsch. Auch die Versteht ein Deutscher am Anfang nur schwer. Genau so ist es mit dem Schweizerdeutsch auch.

Der grosse Unterschied zwischen der Schweiz und Deutschland liegt im Stellenwert der Dialekte. In Deutschland haben Dialekte eher eine hinterwäldlerische Note. Dialekt wird meist nur noch in Dörfern auf dem Land gesprochen. Sie wurden grösstenteils durch das Standarddeutsch (oft mit Akzenten) verdrängt. Im alltäglichen Umgang hört man die Dialekte in Deutschland sehr selten.

In der Schweiz ist es genau das umgekehrte. Man trifft das Standarddeutsch sehr selten an. Es wird eigentlich immer Dialekt gesprochen. Die Kinder lernen auch erst in der Grundschule das Standarddeutsch kennen. In Vereinen, auf der Arbeit, auf der Strasse und auch beim einkaufen. Überall wird Schweizerdeutsch gesprochen. Selbst Fernseh- und Radiosendungen werden heute oft auf Schweizerdeutsch geführt. Bei uns ist also das Standarddeutsch die Ausnahme. Es wird eigentlich nur gebraucht wenn man damit rechnen muss, dass Ausländische Gäste anwesend sind. Beispielsweise bei einem Vortrag. Selbst Sitzungen im kleineren Rahmen werden meist auf Dialekt abgehalten. Das ist vermutlich auch der Grund, dass früher die meisten Schweizer so schlechtes Standarddeutsch gesprochen haben. Bei einigen Reden von Bundesräten kriegen selbst wir Schweizer Ohrenkrebs. Junge Schweizer sprechen hingegen meist ein relativ gutes Standarddeutsch. Da hat man stark dran gearbeitet.

Wo es anders aussieht ist beim geschriebenen Wort. Da ist auch bei uns ganz klar die Schriftsprache die erste Wahl. Für die Dialekte gibt es auch gar keine orthographischen Regeln. Wo oft Dialekt geschrieben wird, ist in Kurznachrichten wie WhatsApp, SMS oder auch in Social Media wie Facebook und Co. Das sind dann kurze Texte, und das geht noch. Lange Texte auf Schweizerdeutsch zu lesen ist ziemlich anstrengend.

Die allermeisten Dialekte der Schweiz gehören übrigens zu den Alemannischen Dialekte, zu denen auch das Schwäbische gehört. Einzige Ausnahme bildet meines Wissens das Bündner Bergdorf Samnaun, dessen Dialekt zu den Bayrischen Dialekten gehört.

Ihr braucht also einen Deutschschweizer nicht zu fragen, ob er Schweizerdeutsch spricht. Die Antwort wird immer ja sein. Mier würdis trotzdäm nid i sinn cho, en Blog uf schwiizerdüütsch z’schribe 😉

Mehr als 1000 Stunden Vefko!

Momentan arbeiten wir mit Hochdruck an unserem Tool weiter. Vor allem Freitag und Samstag is viel los in unserem online Büro. Marc und ich arbeiten an einer neuen Version unseres internen Büro Tool. Zum allerersten mal arbeiten wir nicht mehr hot. Das heisst wir arbeiten nicht mehr direkt am Tool das online ist, sondern bereiten offline eine komplett neue Version vor. Diese hat auch einige Änderungen in den Datenbanken.

Eine grosse Änderung bekommt auch die Stundenverwaltung. Unser Tool hat ja einen Arbeitsstundenzähler eingebaut. Sobald man sich im Tool einloggt, wird die Zeit gezählt. Doch man kann sich natürlich nicht einfach einloggen und dann ein Kaffee trinken gehen. Man muss immer mal wieder bestätigen dass man noch da ist.

Wenn man gemeinsam Arbeitet ist das meist auch kein Problem, denn man schaut ohnehin von Zeit zu Zeit wieder mal in das Tool, ob jemand im Chat irgendwas gepostet hat. Bei mir läuft das Tool meist nebenbei auf dem zweiten Bildschirm. Dann kann ich immer mal wieder einen Blick darauf werfen.

Screenshot beider Bildschirme wenn ich für die Vefko arbeite. Links das Vefko Tool rechts mein Hauptbildschirm.

Und so sieht das dann aus. Das Vefko Tool ist übrigens noch die Etwicklerversion, deswegen noch die Fehlermeldungen. Diese läuft lokal auf meinem Rechner, und nur ich habe Zugriff darauf. Wenn ich von zu Hause aus arbeite, habe ich das Vefko Tool im Griff, es geht also nicht vergessen. Wenn ich aber unterwegs bin, und nur den Laptop habe. Ist das Tool meist irgendwo im Hintergrund. Da kann es schon passieren, dass man es vergisst, und ausgeloggt wird, obschon mal noch am Arbeiten ist. Damit das nicht mehr passiert, kriegen wir künftig eine „Ping Nachricht“ (Desktop Notification). Das ist eine der Verbesserungen. Des weiteren war bisher das Zusammenrechnen der Gesamtstunden Fehlerhaft. Wirklich korrekt angezeigt wurden nur die Gesamtstunden von Marc und Mir (die speziell zusammengerechnet wurden) Und natürlich auch die Monatsrapporte die sich jeder Benutzer selbst ausdrucken kann. Auch die Gesamtstunden aller Beteiligten wird in Zukunft stimmen.

Nichts desto Trotz haben Marc und ich schon 1000 Stunden für den Verein gearbeitet. Dieses Wochenende haben wir diese Zahl überschritten. Es zeigt mal wieder wie Arbeitsintensiv solche Projekte sind und bisher haben wir keinen Rappen verdient. Wir haben noch nicht mal alle Spesen abgedeckt. Dennoch machen wir weiter, und es macht Spass daran zu Arbeiten. Vor allem dann wenn man so gut voran kommt wie dieses Wochenende. Ich möchte mich damit auch bei allen Beteiligten bedanken, die bei dem Projekt mitziehen. Das ist nicht selbstverständlich.