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Über rbircher

1980 geboren, körperlich behindert, Programmieren, Sportler und Initiator. Nach einer 20 jährigen, sehr intensiven Sportkarriere habe ich nun mit Vefko.ch mein eigenes Startup und auch die sportliche Reise geht weiter... wenn auch nicht ganz so intensiv.

Swiss Handicap Messe in Luzern

Am Freitag Morgen ging es für mich los. Der letzte Event in diesem Jahr stand an. Die Swiss Handicap 19 – Eine Messe die sich rund um Behinderungen dreht. Erst mal hiess es für mich, nach Luzern zu kommen.

Die Innerschweiz ist immer eine halbe Weltreise mit dem Zug. Es sind von uns aus die einzigen Strecken die in den letzten 17 Jahren nicht schneller wurden. Ich hatte rund 2 3/4 Stunden Zugfahrt vor mir. Es regnete fast die ganze Fahrt, aber das ist ja egal. Nach der Ankunft musste ich mich erst mal bei der Information anmelden… denn ich habe einen Vortrag. Allerdings erst am nächsten Tag.

Ein bisschen blöd war ich schon. Ich habe ja Visitenkarten, und ausgerechnet an dem Tag habe ich die vergessen. wo war da mein Hirn bei packen der Sachen? Kontakte knüpfen tat ich natürlich trotzdem fleissig. Viele interessante Gespräche hatte ich. Auch mit der SUVA und der IV. Auch hier zeigte die IV Interesse an unserem Konzept.

Danach ging ich in die Halle 1 wo der Sportteil untergebracht war. Ob schon ich seit Jahren vom Behindertensport distanziert bin, traf ich doch noch ein paar bekannte Gesichter. Während der Swiss Handicap sitze ich immer mindestens einmal in einen Sport Rollstuhl. Die Flitzer machen schon Spass… wenn man eben nicht darauf angewiesen ist. Und jedes mal wundern sich die Leute, weshalb ich beim Basketball so gut treffe. Die Technik im Sport verlernt man eben nicht so schnell.

Raphael Bircher beim Vortrag bei der Swiss Handicap 19
Ich beim Vortrag bei der Swiss Handicap

Danach ging es an die Swiss Handicap Night. Eine Party am Abend. Ich hatte auch hier jede Menge gute Gespräche. Mit Eltern betroffener, Selbstbetroffenen und Heimleiterinnen. Doch dieses Jahr hatte es an der Swiss Handicap Night nicht so viel Leute. Überhaupt war meiner Einschätzung nach etwas weniger los. So wurde die Party schon um 11 Uhr statt erst um 01:00 beendet. Egal, ich war eh relativ Bettreif.

Ich übernachtete in Luzern. Schon am 6:30 stand ich allerdings wieder auf. Denn ich musste noch die Beamerfolien für meine Präsentation fertig stellen. Jaja, ich krieg es immer noch hin, alles auf die letzte Minute zu machen.

Am zweiten Tag war ich körperlich ziemlich fertig, weshalb ich nicht mehr so viel rumgelaufen bin. Der Vortrag verlief gut, und es entstand auch noch ein Kontakt daraus. Mein Vater war auch am Vortrag anwesend, was mich sehr freute. Am Ende hatte ich noch eine längere Diskussion mit jemanden die ich aus dem Internet kenne. Wir sehen uns selten in Natura, kennen uns aber schon 14 Jahre, da wir in den selben Foren aktiv sind. Es ist immer wieder spannend mit solchen Leuten zu quatschen.

Die Rückreise war dann nicht mehr so witzig… ich war totkaputt, und musste noch drei mal umsteigen. Ich war froh, als ich endlich zu Hause die Türe hinter mir schliessen konnte.

Am Ende möchte ich noch mal dem Veranstalter danken, dass ich einen Vortrag halten durfte. und für alle die jetzt fragen: Nein, es gibt leider keine Aufzeichnung des Vortrages. Die Swiss Handicap war durchaus einen Besuch wert. Ich bin beim nächsten mal gerne wieder dabei.

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Ich bin an der Swiss Handicap Messe in Luzern

Dies ist kein richtiger Blog, sondern eher ein Announcement. Ich werde an der Swiss Handicap in Luzern sein. Dass ist eine Messe für Behinderte. Sie findet am 29. und 30 November 2019 auf dem Messegelände in Luzern statt.

Ich werde aller Wahrscheinlichkeit am Freitag Nachmittag anreisen, und dann auch an der Swiss Handicap Night anwesend sein. Falls ihr mich seht, könnt ihr mich gerne ansprechen.

Aber dieses Jahr bin ich nicht nur als Besucher anwesend. Ich bin auch Speaker. Mein Vortrag ist am
Samstag, 30. November 2019 um 15:00 Uhr.
Thema: Wenn Betroffene selbst die Initiative ergreifen.
Es geht dabei darum, wie de Vefko entstanden ist, und auch darum, wie wir arbeiten, und was das besondere an unserem Projekt ist.

Ich freue mich natürlich über Besucher

Apache Software Foundation – Wer ist das

An einem Herbsttag in Berlin. In der Kulturbrauerei treffen sich ein paar Leute. Es wird mehrheitlich Englisch gesprochen. Es ist schon ein bisschen eine merkwürdige Gruppe die sich hier trifft. Es ist eine lockere Truppe, Der Türsteher vor dem Eingang ist einer der wenigen, der sich in Schale geworfen hat. Dennoch tummeln sich hier Leute, die essenzial für unsere Digitale Welt sind.

Nein, es ist kein Meeting von Google, Microsoft oder Apple. Es ist die Europäische Konferenz der Apache Software Foundation. Der grössten Open Source Software Organisation der Welt. Wenn man nicht gerade aus der IT Welt kommt, kennt man die ASF meist nicht. Doch selbst die IT’ler kennen Apache nicht richtig. Meist kennen sie nur ein paar Projekte, wie Apache httpd (Webserver), Tomcat, Lucene/Solr usw. Aber Unter dem Dach der ASF sind mehr als 300 Projekte.

Banner der Apache Software Foundation mit hunderten von Projektlogos
Banner mit ASF Projekten… ob das alle sind, weiss ich nicht

Egal ob du nur mal im Web surfst, Eine Bestellung auf Amazon machst, Geld abhebst, mit dem Auto irgendwo hinfährst, dein Handy nutzt, die Chance ist relativ gross, dass irgendwo im Prozess ein Apache Projekt genutzt wird. Apache Projekte sind selten im Vordergrund aktiv. Meist handelt sich um sogenannte Libraries. Für nicht Entwickler kann man das als digitale Bauteile sehen. Wenn ich zum Beispiel einen neuen Staubsauger entwickle, werde ich wohl kaum den Motor für den Staubsauger selbst bauen. Ich kaufe einen Motor zu und gut ist. Genau so gibt es in der Software Entwicklung Aufgaben, die in vielen Programmen die selben sind. Beispielsweise die Suchfunktion, oder ein Dokument generieren (Kontoauszug oder Rechnung). Diese Funktionen werden dann meist durch eine Library ausgeführt.

Open Source

Allerdings hinkt das oben genannte Beispiel. Denn Apache verkauft keine Libraries, sondern stellt sie kostenlos zur Verfügung! „Moment, ihr arbeitet gratis für andere? seit ihr bescheuert“ höre ich immer wieder wenn ich von meiner Beteiligung in der Apache Software Foundation spreche. In der Theorie ja, in der Praxis sieht das meist anders aus.

Das romantische Bild, wo der kleine idealistische Grarageprogrammierer dem Grossen geldgierigen Software Konzern den Stinkefinger zeigt ist heute wohl eher in der Märchenwelt anzusiedeln. Fast alle grossen Open Source Projekte entstehen heute in enger Zusammenarbeit mit den grossen Software Konzerne. Auch ist es so, dass die wenigsten substantiellen Beiträge in der Freizeit entwickelt werden.

Es ist viel eher so, dass verschiedene Firmen die selben Probleme lösen müssen. Statt dass jeder was eigenes schreibt, und selbst rumwurstelt, tut man sich zusammen und macht gemeinsam ein Projekt. Damit es keinen Streit gibt, wer das Projekt verwenden darf, stellt man es oft unter eine freie Lizenz. Die meisten Apache Projekte werden also nicht von freizeitopfernden Helden entwickelt. Viel eher sind es Firmen die an den Projekten Interesse haben, und dann Mitarbeiter abstellen, um ein Apache Projekt voranzubringen. Die ASF kann also als eine Art Zweckgemeinschaft angesehen werden.

Apache est sehr pragmatisch. Im unterschied zu anderen Open Source Software Bewegungen bestand nie das Ziel, Proprietäre Software zu eliminieren. Apache hat begriffen, dass es gute Gründe für die Co Existez gibt. Apache hat jedoch eine ganz eigene Arbeitsweise die sich der Apache Way nennt.

Wenn es Euch interessiert, kann ich gerne mal einen Blog über den Apache Way machen, oder besser eine Blogserie. Vielleicht stelle ich auch mal ein paar nützliche Apache Projekte vor. Lasst gerne einen Kommentar da, falls ihr Fragen habt.

Disclimer: Das hier widerspiegelt meine eigene Meinung. Diese muss sich nicht zwingend mit der Auffassung der ASF decken.

Falsche Hoffnungen in die Inklusion

Inklusion ist in aller Munde. Der Traum vom verschmelzen der Gesellschaft zu einer Gruppe. Eine Gesellschaft ohne Randgruppen. Rahmenbedingungen schaffen, dass jeder Mensch dazu gehört. Eine schöne Sache. Es ist ein Hoffnungsschimmer für all die jenen, die sich bis jetzt von der Gesellschaft ausgegrenzt fühlten.

Doch immer wieder geht der Schuss nach hinten los. Eltern nehmen frustriert ihre Kinder aus dem Inklusiven Unterricht zurück. Beeinträchtigte verlassen enttäuscht inklusive Angebote. Was läuft da schief, und warum werden einige Hoffnungen eben nicht erfüllt?

Ich bin kein Theoretiker, sondern komme aus der Praxis. Ich leben als Behinderter seit über 20 Jahren nahezu ausschliesslich unter Nichtbehinderten. Ich machte unter Nichtbehinderten Sport, bin in der Software Entwicklung aktiv, nehme am Dorfleben teil. In meinem 2300 Seelen Dorf kennen mich fast alle, und wenn mich Leute mal länger nicht sieht, fragen sie mich, wo ich denn war. Man vermisst mich also. Ich habe also das geschafft wovon viele träumen.

Hoffnung auf Normalität

Viele Behinderte leiden unter dem „anders sein.“ Sie fühlen sich dadurch nicht zugehörig, Viele stecken in Inklusion die Hoffnung, dass damit auch Normalität einkehrt. Der Gedankengang ist relativ einfach. Wenn man nicht mehr separiert ist, fühlt man sich automatisch normaler.

Oft wird dann auch noch versucht, so normal wie möglich zu erscheinen, bewusst oder unbewusst nicht den Behinderten zu sein, und das geht dann mächtig in die Hose. Inklusion kann vieles, aber sie bringt keine Normalität. Sie lässt auch die Behinderung nicht verschwinden. Sie verstärkt sie sogar!

Ok, ein Beispiel: Ich machte einige Jahre an ganz normalen Wettkämpfen in der Leichtathletik mit. Was glaubt ihr, wo mir meine Behinderung mehr auffällt, wenn ich an einem Behindertensport Event startete oder an einem der Nichtbehinderten. Natürlich an dem der Nichtbehinderten. Da fällt mir das anders sein viel mehr auf. Wenn ich unter Behinderten bin, sind ja alle irgendwie anders.

Andersartigkeit ist eine Chance

Und dennoch war es wichtig, dass ich an diesen Wettkämpfen teilgenommen habe. Gerade weil ich anders bin. Organisatoren bedankten sich bei mir fürs Erscheinen, und ich wurde sogar an Events eingeladen. Ich hatte Vorbildcharakter für viele, auch für Spitzensportler. Nicht etwa wegen den Platzierungen. Da war ich immer ganz hinten. Sondern wegen meinem unermüdlichen Kämpferwillen. Die Bereitschaft alles zu geben, war mein Markenzeichen und das rüttelte viele auf.

Diese Vorbildfunktion hätte ich nicht wahrnehmen können, wenn ich die ganze Zeit den Nichtbehinderten Sprintern hinterher getrauert hätte. Inklusion ist kein Trostpflästerchen für eine nicht akzeptierte Behinderung. Sie kann auch nicht aus Behinderten Menschen Nichtbehinderte machen. Sie bringt auch nicht die Normalität zurück.

Wer aber die positiven Seiten des „Anders sein“ lebt, und diese in die Gesellschaft einbringt, der wird nicht nur dabei sein, sondern vielleicht auch eine unersetzliche Rolle übernehmen.

#FragRaphi Bist du noch bei OpenOffice?

Immer wieder erreicht mich diese Frage und hier ist die Antwort. Nein, ich zähle nicht mehr zu der aktiven Community von Apache Open Office. Einige wundern sich vielleicht, weshalb ich mich nicht mehr am Projekt beteilige.

Als ich Ende 2005 im OpenOffice.org Projekt startete suchte ich vor allem eines, eine Herausforderung. Ich war damals noch relativ frisch in der Software Entwicklung, und war auf der Suche nach einem Projekt wo ich wachsen konnte. OpenOffice.org war damals genau das richtige für mich. Es war gross, hatte gute Leute im Hintergrund, von denen man viel lernen konnte, und es gab viele Betätigungsfelder. Zum lernen und Erfahrungen sammeln ein idealer Platz.

Aber die wenigsten Menschen sind bereit, eine Software über lange Zeit zu entwickeln, ohne selbst was davon zu haben, So auch ich nicht. Das Problem von Desktop Open Source Software ist, das meist viel zu wenig Geld in die Entwicklung der Programme fliest. Zu den besten Zeiten konnte man sehr wohl von OpenOffice.org leben, aber eben nur mit arbeiten im Umfeld. (Migrationen für Unternehmen, Makros und Extensions schreiben, Schulungen geben usw.). Wer für das Kernprogramm bezahlt entwickeln wollte, musste schon bei einem der grossen Supporter (SUN, Novell, RedHat oder IBM) angestellt sein.

Auch der Wechsel zur Apache Software Foundation brachte hier wenig Verbesserung. Apache OpenOffice hat zwar viele Anwender, aber die meisten nutzen es nur weil es kostenlos ist. Auch bei Firmen und Verwaltungen war einer der Kernkriterien immer, die Lizenzkosten einsparen zu können. Den Willen in das Programm zu investieren ist eigentlich gleich null.

Im 20017 entschied ich mich, in Zukunft mehr auf bezahlte Arbeit fokussiert zu sein. Im Ramen dessen arbeitete ich auch ein Konzept aus, das mit OpenOffice zu tun hatte. Letzten Endes unterlag dieses Konzept aber dem Vefko Projekt, und wurde eingestellt. Seither bin ich kaum noch in der Community aktiv. Die letzte Aufgabe, die Betreuung der Apache OpenOffice Facebook Fan Page habe ich erst letzthin abgegeben.

Das Ende meiner Beteiligung an Apache OpenOffice ist aber nicht das Ende meiner Beteiligung an Open Source. Ich war nicht einfach nur aus Spass an der ApacheCon Europe. Aber der Fokus wird sicher mehr auf Bezahlarbeit liegen.

An dieser Stelle möchte ich mich noch mal bei der Community für die vielen schönen Jahren bedanken. Ich hoffe, damit die Frage beantwortet zu haben.

Überleben unsere Server die personellen Verstärkungen?

Phu, die letzten Wochen waren echt etwas viel für mich, im positiven Sinne. Ich musste nämlich erkennen, dass man alte Einstellungen immer wieder mal überdenken muss!. Ich hatte eigentlich nicht gerade eine positive Einstellung gegenüber Behinderteninstitutionen. Es existierten halt die typischen Vorurteile… zu träge… zu bemutternd, zu Defizit orientiert usw. Ich dachte eigentlich, solche Institutionen werden nie mit einem Projekt wie Vefko zusammen arbeiten! Die letzten Wochen belehrten mich eines besseren.

Vor etwa drei wochen entschied ich mich, mal alle meine Vorurteile über Board zu werfen, und telefonierte Behinderteninstitutionen an. Ich stellte unser Projekt vor, und rannte damit offene Türen ein. „Das ist wirklich eine super Idee. Wir haben auch ein zwei Leute die evtl. da in Frage kommen.“ Zum Schluss meinte der Heimleiter noch: „Vielen dank, dass sie an uns gedacht haben, und sich die ganze Mühe machen.“ Dieser Satz berührte mich ziemlich. Denn von neuen Mitwirkenden profitiert ja in erster Linie die Vefko.

Und von wegen Trägheit. Das Tempo dass die Institutionen an den Tag legten ist schon fast beängstigend und da stehen sie bereits schon vor der Tür, die neuen Mitarbeiter. Die grosse Frage ist, ob das die Server mitmachen. Denn die Server sind eine ziemlich günstige Lösung gewesen, was für den Start ok war. Doch mit mehr aktiven Leuten wird sich die Serverlast stark erhöhen. Wir hoffen, der Server hält stand.

Der Ausbau ist eigentlich schon lange geplant, doch es fehlt uns noch das Geld dazu. Demnächst wird es auch ein Crowdfunding geben aber den Server müssen wir uns irgendwie anders finanzieren.

Wir freuen uns auf jeden Fall auf den Zuwachs und hoffen, dass der Server nicht gleich die Grätsche macht.

Mein Rückzug vom Sportplatz!

Auf Ende Saison gebe auch noch mein letzter Sport auf, den ich gemacht habe… die Leichtathletik. Die Zeit des Leistungssportes ist damit für mich vorbei. Es war eine echt tolle Zeit. Ich habe viel daraus mitgenommen. Aber dazu noch am Schluss was.

Alles begann, als ich als zwölfjähriger Junge meine Unihockey Bälle ans Garagetor knallte. Da stellte ich mir eine volle Zuschauertribüne vor, wo alle mir zujubelten. Wie geil muss das sein, von anderen bewundert zu werden, Vorbild sein zu dürfen. Seit dem Moment an wollte ich nur eins, Spitzensportler werden!

Ich habe das mit den Trainings sehr ernst genommen. Hatte aber auch das grosse Glück, selten Verletzungen zu haben. Die harten Trainings waren mein Markenzeichen. Ich war bereit, immer noch ein Spürchen mehr zu machen als der Rest. Mit 19 Jahren war ich bereits das Aushängeschild im Schweizer Behindertenunihockey.

Doch damit gab ich mich nicht zufrieden. Ich wollte mehr, ich wollte mit Nichtbehinderten mithalten können. So wurde das Training immer mehr zu einer höheren Mission, dem Kampf gegen die Behinderung.

Auch wenn ich es nie an ein sportliches Grossereignis schaffte, bewundert wurde ich trotzdem. Wenn ich die Kommentare, wo mir Menschen ihre Bewunderung aussprachen, alle aufschreiben wollte, würde das mehrere Blogs geben. Einige für die ich Vorbild sein durfte, sind heute selbst sehr erfolgreiche Sportler.

Einige Erlebnisse werden mich für den Rest meines Lebens begleiten. Etwa der Moment wo ich mit 19 Jahren die Stützräder von meinem Velo abmontierte, und ohne davon fuhr. Oder die Kresbssaison, wo ich trotz Krebs, Chemotherapie, Operation fast voll durchtrainierte. Die 196km mit dem Fahrrad innert 24h im 2002 oder die Sport of Hope Tour 2015. Alles Erlebnisse, die mir niemand mehr nehmen kann, und die mich prägten.

Ende Jahr werde ich nun auch mein letzter Sportverein, den LAC TV Unterstrass in Zürich verlassen. Die Sprinter Gruppe war über ein Jahrzehnt meine sportliche Heimat. Ich danke allen die mit mir zusammen auf den Trainingsplätzen standen. Ich erwähne jetzt keine Namen, da ich sonst bestimmt irgendwen vergessen werde.

Auch all den Zuschauern auf den Wettkampfplätzen möchte ich danken. Manchmal kriege ich Gänsehaut, wenn ich Videos von meinen Sprints sehe, und dann bemerke, wie ich angefeuert wurde. Aber noch viel mehr spornten mich die Gespräche nach den Läufen an. Leute die mir sehr persönlich ihren Mut zusprachen.

Wenn ich eines gelernt habe, dann dass viel mehr möglich ist, als man glaubt. Sport hat mir gezeigt was machbar ist. Doch meine Prioritäten liegen jetzt anders. Ich habe mit Vefko ein Projekt was mir Spass macht, und wo ich drin aufgehen kann.

Allen, die mich auf meiner Sportlaufbahn betreut, begleitet, mittrainiert, mitgefiebert und unterstützt haben, vielen dank! Ich möchte mich bei allen verabschieden, die mich bewundert haben. Es war mir eine Ehre, Vorbild sein zu dürfen. Denkt dran, ihr habt diese Zeit nur einmal. Gebt daher Vollgas, und vergesst im Eifer des Gefechtes nicht die schönen Augenblicke zu geniessen… GO FOR IT!!!

Ex Sportler Raphael

Idee Coworking Space/Business Place Malans

Am Wochenende war in Malans Filmfest. Die Bündner Gemeinde ist echt anstrengend, was Feste anbelangt. Was so ein 2400 Seelen Dorf aus dem Boden stampft, kann sich sehen lassen. Doch es gibt ein Problem. Während am Wochenende vor allem im Sommer relativ viel los ist, schweigt das Dorfleben unter der Woche. Arbeitsplätze gibt es nämlich im Dorf selbst sehr wenige!

Moment… in Malans gibt es doch einige Selbständige und zudem noch einige weitere, die von zu Hause aus Arbeiten. Die sieht man so aber nicht, und haben auch kaum Kontakt miteinander. Deswegen habe ich schon lange im Visier, in Malans und Umgebung einen Treffpunkt für solche Leute zu machen.

Der Restaurationsbetrieb am Filmfest lief in einem Leerstehenden Haus mitten im Dorf. Das „Brinerhaus“ ist ein reizvoller Altbau mit einem ganz eigenen Charm. Sofort dachte ich: „Hier wäre der Platz für ein Coworking Space. Der Zufall wollte es, dass Roman Clavadetscher auch gerade da war, als ich die Idee in die Runde warf. Er hatte auch schon Ideen für Coworking Malans ausgeheckt.

Gemeinsame Infrastruktur als Gewinn

Für die Leute, die Home Office betreiben, ist ein wesentlicher Kostenfaktor die Infrastruktur. Computer ist klar, den braucht man sowieso. Aber schon beim Drucker stellt sich die Frage. Heutzutage hat man nicht mehr so viel das per Post weg geht. Und doch hat man als Unternehmer zwischendurch einen Serienbrief der raus muss. Genau so braucht man das A3 Format nicht oft, aber es ist halt trotzdem schön, wenn man hin und wieder ein A3 Poster drucken kann. Privat lohnt sich ein A3 Drucker nicht wirklich. Im Coworking ist das eine andere Geschichte. Privat würde ich zum Beispiel auch nie eine Briefverpackungsmaschine zulegen. Im Coworking wäre dies eine Überlegung wert.

Weiter geht’s mit den Sitzungszimmer. Natürlich kann ich die Stube zum Sitzungszimmer umfunktionieren, aber einen Beamer und ein Smartboard habe ich wohl kaum zu Hause. Im Coworking fällt der Sitzungsraum bestimmt etwas besser aus.

Coworking als Ideenbrutstätte

Nicht zu unterschätzen ist der Bereich des Networking und des Ideenaustausch. Malans hat Leute in sehr unterschiedlichen Geschäftsfeldern, die sich gegenseitig ergänzen können. Ein Dorf dass es schafft, ein Filmfest, ein OpenAir und eine Älpli Bahn (Historische Luftseilbahn) zu betreiben, sollte doch auch noch ganz anderes hinkriegen.

Stand des Projektes

Das Ganze ist erst eine Idee. sonst noch nichts. Wir wissen auch absolut nicht, ob wir das Haus bekommen, und es bestehen auch noch keine Finanzierungspläne. Das Haus gehört der Gemeinde Malans.

Solche Projekte stehen und Fallen mit dem Interesse der Leute, denn die Gruppe ist hier die treibende Kraft. Deswegen möchten wir erst mal eine Gruppe von Leuten mit Interesse zusammenbringen, um dann das genauere Vorgehen zu besprechen. Deshalb, meldet Euch bei Roman Clavadetscher oder mir. Meine E-Mail ist raphael(at)vefko.ch.

Vefko-Story – Die wahre Vision!

Als ich 2005 an Krebs erkrankte, wusste ich tief in meinem Inneren schon, das wird eine meiner geilsten Saisons, die ich im Sport erleben werde. Wie um alles in der Welt konnte ich nur so ein Gefühl haben?!? Ich meine, mit Krebs verbindet man vieles, aber garantiert nicht die Sportsaison deines Lebens! Ich unterdrückte dieses Gefühl in mir, weil es einfach nicht Realität sein durfte. Denn diese Geschichte wäre kitschiger als ein rosaroter Sportfilm von Hollywood, wo der vom Schicksal geplagte Sportler sich am Ende durchsetzt und als Held gefeiert wird.

Auch als ich dan Tag für Tag schwarz auf weiss aufgetischt bekam, dass mein Gefühl stimmte. wollte ich es immer noch nicht gauben. Weshalb sollte gerade ich das Glück haben, das erleben zu dürfen. Jeder Tag war wie in einem Film, dessen Hauptrolle man spielte. Der Unterschied… es war kein Film, es war Realität. Noch heute bekomme ich Gänsehaut, wenn ich an manche Szenen denke.

Eigentlich wollte ich damals meine Gedanken aus dem tiefsten inneren auf meiner Homepage veröffentlichen. Aber wenn ich damals geschrieben hätte, dass ich vor habe, trotz Chemotherapie voll weiter zu trainieren, hätten mich die Leute vermutlich für verrückt erklärt. Ich lag mit meinen Träumen auch falsch. Denn ich habe meine hoch ambitionierte Trainingspläne nicht nur erreicht, sondern bei weitem übertroffen! Heute wünschte ich, ich hätte diese Zeit gebloggt, einfach um anderen Menschen Mut zu machen!

Heute habe ich das gleiche Gefühl wenn ich von der Vefko träume. Mein Verstand sagt mir… vergiss es Raphael, das schafft ihr nie im Leben, das ist unmöglich! Und mein Herz kontert zu gleich. Der Verstand hat keine Ahnung. das wird noch zehn mal geiler als du dir das momentan ausmalst! Ich habe noch nie über meinen wahren Träume der Vefko gesprochen. Alle die tollkühne Visionen nicht mögen, empfehle ich nun aufhören zu lesen. Den Resten bitte ich, eine stabile Sitzposition einzunehmen, dann drei mal tief durchatmen, und dann weiter zu lesen.

Vergesst das schnuckelige kleine Vereinchen Vefko gleich mal! das ist nur die erste Übung des Warmlaufens. Natürlich wird es immer Platz für den Verein geben… ihm wird vermutlich später die nicht unwichtige Aufgabe der Nachwuchsförderung zugeschrieben werden.

Seit langem faszinieren mich drei Dinge. Erstens, Firmen die vom absoluten Nullpunkt anfangen, und heute ziemlich gross sind. Firmen die eine Unternehmenskultur haben, wo die Leute am Wochenende schon wieder auf Montag warten… einfach weil die Arbeit so viel Freude macht!. Drittens Menschen die trotz Behinderung in der Unternehmer Welt nicht nur bestehen, sondern erfolgreich sind!

Ich will also eine Firma mit anderen Behinderten auf die Beine stellen, die ne ordentliche Grösse hat (2000 Leute oder so), die auf ihrem Gebiet Spitze ist, und die das Beste Arbeitsklima bietet, dass man sich vorstellen kann!

Ja, ihr braucht mir jetzt nicht zu sagen, dass die Idee geisteskrank ist, das weiss ich selbst. Aber man darf nicht vergessen, dass man die Visionäre von Google, Microsoft Apple, in den Anfängen wohl auch als Spinner abgestempelt hätte. Vermutlich wurde ihnen das so viel gesagt, dass sie es gescheut hatten, damals ihre Visionen und der Werdegang öffentlich preis zu geben. Irgendwie schade, denn heute wären diese Geschichten hoch interessant. Und Rückblickend kommen halt vor allem die zweifelnden Momente nicht mehr so rüber. Erstens verdrängt man die mit der Zeit. und zweitens, weiss man ja wie es ausgegangen ist.

Der Ausgang von Vefko ist hingegen noch komplett unbekannt. Und natürlich habe ich Zweifel. Um ehrlich zu sein, frage ich mich sogar, ob mir mit dieser Idee nun alle Sicherungen durchgebrannt sind. Aber da ist eben auch eine Stimme die sagt: „Raphael, go for it! das ist das geilste Projekt dass du je aus dem Boden gestampft hast, und es wird noch viel geiler, als du dir das vorstellst!“

Auf diese Weise lade ich Euch ein, an unserer Geschichte teil zu haben. Lasst ein dickes „Mag ich“ da, fass ihr der flüsternden Stimme auch ein bisschen Glauben schenken wollt, Abonniert meinen Blog um weiter informiert zu bleiben und bis zum nächsten mal!