Apache Software Foundation – Wer ist das

An einem Herbsttag in Berlin. In der Kulturbrauerei treffen sich ein paar Leute. Es wird mehrheitlich Englisch gesprochen. Es ist schon ein bisschen eine merkwürdige Gruppe die sich hier trifft. Es ist eine lockere Truppe, Der Türsteher vor dem Eingang ist einer der wenigen, der sich in Schale geworfen hat. Dennoch tummeln sich hier Leute, die essenzial für unsere Digitale Welt sind.

Nein, es ist kein Meeting von Google, Microsoft oder Apple. Es ist die Europäische Konferenz der Apache Software Foundation. Der grössten Open Source Software Organisation der Welt. Wenn man nicht gerade aus der IT Welt kommt, kennt man die ASF meist nicht. Doch selbst die IT’ler kennen Apache nicht richtig. Meist kennen sie nur ein paar Projekte, wie Apache httpd (Webserver), Tomcat, Lucene/Solr usw. Aber Unter dem Dach der ASF sind mehr als 300 Projekte.

Banner der Apache Software Foundation mit hunderten von Projektlogos
Banner mit ASF Projekten… ob das alle sind, weiss ich nicht

Egal ob du nur mal im Web surfst, Eine Bestellung auf Amazon machst, Geld abhebst, mit dem Auto irgendwo hinfährst, dein Handy nutzt, die Chance ist relativ gross, dass irgendwo im Prozess ein Apache Projekt genutzt wird. Apache Projekte sind selten im Vordergrund aktiv. Meist handelt sich um sogenannte Libraries. Für nicht Entwickler kann man das als digitale Bauteile sehen. Wenn ich zum Beispiel einen neuen Staubsauger entwickle, werde ich wohl kaum den Motor für den Staubsauger selbst bauen. Ich kaufe einen Motor zu und gut ist. Genau so gibt es in der Software Entwicklung Aufgaben, die in vielen Programmen die selben sind. Beispielsweise die Suchfunktion, oder ein Dokument generieren (Kontoauszug oder Rechnung). Diese Funktionen werden dann meist durch eine Library ausgeführt.

Open Source

Allerdings hinkt das oben genannte Beispiel. Denn Apache verkauft keine Libraries, sondern stellt sie kostenlos zur Verfügung! „Moment, ihr arbeitet gratis für andere? seit ihr bescheuert“ höre ich immer wieder wenn ich von meiner Beteiligung in der Apache Software Foundation spreche. In der Theorie ja, in der Praxis sieht das meist anders aus.

Das romantische Bild, wo der kleine idealistische Grarageprogrammierer dem Grossen geldgierigen Software Konzern den Stinkefinger zeigt ist heute wohl eher in der Märchenwelt anzusiedeln. Fast alle grossen Open Source Projekte entstehen heute in enger Zusammenarbeit mit den grossen Software Konzerne. Auch ist es so, dass die wenigsten substantiellen Beiträge in der Freizeit entwickelt werden.

Es ist viel eher so, dass verschiedene Firmen die selben Probleme lösen müssen. Statt dass jeder was eigenes schreibt, und selbst rumwurstelt, tut man sich zusammen und macht gemeinsam ein Projekt. Damit es keinen Streit gibt, wer das Projekt verwenden darf, stellt man es oft unter eine freie Lizenz. Die meisten Apache Projekte werden also nicht von freizeitopfernden Helden entwickelt. Viel eher sind es Firmen die an den Projekten Interesse haben, und dann Mitarbeiter abstellen, um ein Apache Projekt voranzubringen. Die ASF kann also als eine Art Zweckgemeinschaft angesehen werden.

Apache est sehr pragmatisch. Im unterschied zu anderen Open Source Software Bewegungen bestand nie das Ziel, Proprietäre Software zu eliminieren. Apache hat begriffen, dass es gute Gründe für die Co Existez gibt. Apache hat jedoch eine ganz eigene Arbeitsweise die sich der Apache Way nennt.

Wenn es Euch interessiert, kann ich gerne mal einen Blog über den Apache Way machen, oder besser eine Blogserie. Vielleicht stelle ich auch mal ein paar nützliche Apache Projekte vor. Lasst gerne einen Kommentar da, falls ihr Fragen habt.

Disclimer: Das hier widerspiegelt meine eigene Meinung. Diese muss sich nicht zwingend mit der Auffassung der ASF decken.

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