Ist Windows 10 wirklich eine Alternative zu Mac OS X?

Nie mehr Windows! Das sagte ich 1999 als ich als enttäuschter User von Windows 98 auf Mac OS (damals noch Classic) umstellte. Und diesen Spruch hört man oft von Leuten. Ich war lange glücklicher Mac User. Doch vor drei Jahren habe ich ihnen den Rücken zu gekehrt. Grund dafür war vor allem die Hardware, deren Preis Leistungsverhältnis für mich einfach nicht mehr vertretbar wahren kombiniert mit den Hunds miserablen (sorry, kann es nicht anders ausdrücken) Service von Apple. In diesem Blog habe ich darüber geschrieben.

Doch mit dem Hardware Wechsel stand leider auch ein Betriebssystem Wechsel an. Ich muss dazu sagen, dass ich neben den Mac OS immer auch Windows Betriebssysteme am laufen hatte. Allerdings nie als Hauptsystem. Nach einem einigermassen brauchbaren Windows XP schockierte uns Microsoft mit dem Windows Vista. Windows 7 war zwar wieder besser, aber es war halt immer noch Windows. So war meine Erwartungen an mein neues System vor drei Jahren nicht allzu hoch, doch ich wollte ihm eine Chance geben.

Und ich wurde positiv überrascht. Mit Windows 10 hat meiner Meinung nach Microsoft nicht nur ein XP Nachfolger geschaffen, sondern noch eine oben drauf gelegt. Vor allem in Sachen Stabilität und Performance ist Windows 10 ein Quantensprung. Mir ist Windows 10 Pro in den 3 Jahren keine zehm mal abgeschmiert wobei sich die Abstürze in den neueren Updates noch mal massiv verringert haben. Neuinstallation war nur einmal notwendig, und zur Verteidigung muss ich auch noch erwähnen, dass es ein Windows 8 Gerät mit Windows 10 Update war, zudem mit einer Vendor Version von Lenovo. Als ich dann das standard Windows 10 Pro drauf geladen habe, lief das Ding und läuft auch heute, drei Jahre später immer noch ohne Probleme.

An der Performance wurde definitiv gearbeitet. Windows läuft flott. Nur das Dateisystem ist noch ne lame Ente. Kopieren von vielen kleinen Dateien ist nach wie vor ein Spiessrutenlauf. Mit viel meine ich so 10’000 Aufwärts, also nichts was ein normaler Anwender jeden Tag macht. Auch punkto Sicherheit kann man heute auf zusätzliche Antivirus Programme verzichten. Der Windows Defender macht seinen Job ganz gut und saugt auch nicht die halbe Performance weg.

Treiberprobleme unter Windows war lange Zeit ein grosses Problem. Auch unter Windows 10 hatte ich ein Treiberproblem das wohl im Zusammenhang mit Intel Grafics 620 steht. Da gibt es einen nervenden Flacker Bug bei Videos. Meine Recherchen haben jedoch ergeben, dass der meinen doch recht speziellen Einstellungen für die Hyper-V geschuldet ist. Mit anderen Worten, ein normaler Anwender sollte nicht in dieses Problem laufen. Microsoft hat in Sachen Treiber sicher viel gemacht, dennoch kann man hin und wieder Treiberproblemen begegnen.

Und wie ist es mit der intuitiven Bedienung. Ja, da hat Microsoft leider wenig getan. Und hardcore Mac User werden da ihre Probleme haben. Windows ist der Meister der „Funktionen zu verstecken“ und selbst ich habe schon Funktionen gesucht. Wenn man professionell mit Computer arbeitet kann man sich da jedoch umgewöhnen. Aber für Leute die nur gelegentlich mal am Computer sind, ist Windows nach wie vor kein so tolles System.

Windows 10 bietet gegenüber Mac OS X aber auch Vorteile. So laufen auf Windows auch noch 10 Jährige Programme, was du auf einem Mac OS X vergessen kannst. Ebenfalls ist die Programmauswahl natürlich um einiges grösser. Ein weiterer Vorteil ist der Tablet Mode, womit Windows 10 auch auf einem Touch Bildschirm gut zu bedienen ist.

Langer Rede kurzer Sinn. Windows 10 hat sich zu einem ernst zu nehmenden Konkurrenten von Mac OS X entwickelt und das sagt jemand, der mal ganz scharf gegen Microsoft geschossen hat. Das Betriebssystem ist zumindest in der Pro Variante und in Kombination mit einer SSD wirklich gut zu gebrauchen.

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2 thoughts on “Ist Windows 10 wirklich eine Alternative zu Mac OS X?

  1. Stephan - IT-Stuff : Friend : Endurance Junkie

    Keine Frage Windows 10 ist ein gutes Betriebssystem. Auf Arbeit nutze ich es fast ausschließlich und für die allgemeinen Nutzer das Mittel zur Wahl. Es gibt für jede Herausforderung mindestens ein passendes Programm unter Windows und fast jeder „PC-Nutzer“ ist zuerst in seinem Leben mit Windows in Berührung gekommen.

    Persönlich bin ich mittlerweile gut 8 Jahre auf macOS unterwegs, Linux sogar ein bisschen länger. Ich würde nichtmehr rein zu Windows wechseln wollen. Da macOS / Linux auch auf Unix basieren, kann ich viele Befehle aus der Linux-Welt auch auf macOS nutzen. Server laufen bei uns fast ausschließlich unter Linux.

    Ich denke, es kommt einfach auf die Aufgaben bzw. Herausforderungen an, die gelöst werden sollen. 🙂

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    1. rbircher

      Diese Einstellung habe ich auch lange verfolgt. Der Kernpunkt warum ich von Mac OS X auf Windows wechselte war die Hardware, mit der ich einfach zu sehr gelitten hatte. Ja, ich weiss, Zudem schränkt einem Mac OS X selbst auf der Kommandline immer mehr ein. Neuerdings soll auch root nicht mehr einfach so möglich sein.

      Windows hat ja seit einiger Zeit nen komplettes Ubuntu Command Line System dabei. Damit lassen sich Server wunderbar bedienen.

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