Fanerlebnisse

Wenn man auf dem Sportplatz stehts alles gibt, bekommt man irgendwann auch Fans. Bewundert zu werden ist was schönes, und gibt Antrieb für die weiteren Trainings. Manchmal wird es allerdings auch skurril. Hier ein paar Erlebnisse von mir.

Ich war mit meiner Leichtathletik Trainingsgruppe im Trainingslager in Bad Dürrheim (D). Wir hatten gerade unsere Trainings Session fertig und machten uns auf den Weg zurück in die Herberge. Leichtathletik Trainingsplätze sind ja meist auch öffentlich zugänglich und so schauen da schon manchmal ein paar Leute beim Training zu. Als ich dann die Anlage verlassen wollte, wurde ich von einem älteren Herrn angesprochen: „Was dies für eine riesen Leistung sei, usw.“ Der Herr hat mich offenbar schon länger beobachtet und mir nach dem Training abgepasst.

Als ich noch Unihockey spielte, war ich für kurze Zeit in einer Trainingsgruppe in Chur. Wir hatten nach einem Junioren Team von Chur Unihockey training. Als wir in die Halle gingen kreuzten wir uns. Da hörte ich hinter mir jemand sagen: „Was will denn der hier.“ Vermutlich konnte sich der Junior nicht ganz vorstellen, dass jemand mit so einer Behinderung Unihockey spielen kann. Wir begannen mit dem Einspielen und plötzlich höre ich von der kleinen Zuschauertribüne: „Bua, krass seht euch das an.“ Die Junioren waren offenbar total begeistert, von dem was ich da auf das Feld zauberte. Da man in Mannschaftssportarten auf dem Feld Kommuniziert und öfter mal den Namen eines Mitspielers ruft, fanden die Kids meinen Namen heraus. Da fielen sie komplett in den Fan Modus, und riefen in Sprechchören mein Namen.

Doch es geht noch extremer. An einem Leichtathletik Meeting vor ein paar Jahren wollte ich einen Clubkollegen begrüssen, der gerade gekommen war. Dabei ging ich an der Zuschauertribüne vorbei. Ein Herr und ein Junge grüssten mich aussergewöhnlich freundlich. Ich grösste zurück ging aber weiter. Nachdem ich mit meinem Kollegen ein paar Worte getauscht hatte. Schaute ich ein bisschen den Wettkämpfen zu. Plötzlich sah ich den Jungen und der Herr die miteinander diskutierten: „Schon eine riesen Leistung“, „Und so wie der geht… unglaublich.“ Sie sprachen offensichtlich über mich! Das Ding war, ich stand nur drei Meter entfernt und konnte alles mithören, aber sie hätten nicht den Mut gehabt mich direkt anzusprechen. Irgendwann wurde mir das Spiel dann zu blöd, und ich hab die beiden Angesprochen. Nachdem das Eis gebrochen war, hatten wir eine gute Diskussion. Der Vater und Sohn hatten viele Fragen an mich.

Dass ich auf dem Sportplatz angesprochen werde, ist für mich längst normal. Ich meine, da falle ich einfach so auf, da gehört das dazu. Doch letzten Winter hatte ich ein anderes Erlebnis. Ich war auf dem Weg ins Training im voll besetzten Tram in Zürich. Da stand eine Person, die schaute mich an, als würde sie mich kennen. Plötzlich meinte der junge Mann: „Oder du kommst doch aus Landquart.“
Ich: „Ja, bist nahe dran… aber nicht ganz.“
Fan: „Du machst doch viel Sport.“
Ich: „Das kann ich nicht leugnen.“
Fan: „Oder du heisst doch Raphi.“
Ich: „Ja das stimmt… und was weisst du sonst noch über mich, und von wo kennst du mich überhaupt.“
Es stellte sich heraus, dass mich die Person überhaupt nicht kannte. Kollegen hatten von mir erzählt… offenbar so begeistert, dass die Person mich dann im voll besetzten Abendverkehrs Tram angesprochen hat. Das fand ich ziemlich komisch, und ehrlich gesagt auch etwas Unangenehm.

In Malans kennen mich die meisten und da habe ich auch einige Fans. Von einem Jungen weiss ich seit langem, dass er Fan ist von mir. Ich drehe meine Runden im Dorf und der Kleine begegnet mir… Winkt und grüsst wie wild. Ich grüsse zurück, halte aber nicht an, weil ich im Training bin. Hinter meinem Rücken höre ich sein Freund zu ihm sagen: „Wer war das?“ Der kleine Fan ganz entgeistert: „Kennst du den nicht! das ist Raphi, der ist mega berühmt.“ Ich musste schon etwas schmunzeln, aber es war halt auch ziemlich süss, da der kleine das Todernst meinte.

Ja, solche Sachen erlebe ich immer wieder. Wenn ihr wollt, gibt’s noch einen Teil zwei davon. Habe durchaus noch mehr solche Erlebnisse auf Lager.

Über rbircher

1980 geboren, körperlich behindert, Programmieren, Sportler und Initiator. Nach einer 20 jährigen, sehr intensiven Sportkarriere habe ich nun mit Vefko.ch mein eigenes Startup und auch die sportliche Reise geht weiter... wenn auch nicht ganz so intensiv.
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