Daily Blog – Bin ich jetzt ein Blogger?

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Knapp 80 Blogs und alles in allem 29’000 Wörter habe ich dieses Jahr schon veröffentlicht. Etwas über 8000 Views habe ich dieses Jahr auf dem Konto. Bin ich nun ein Blogger… ich weiss es nicht.

Gestern habe ich wieder eine neue Folge des Stützradkrimis geschrieben und veröffentlicht. Es macht Spass diese Geschichte zu schreiben. Natürlich können jetzt Leute kommen, und behaupten, dass ich Statistikgeil bin. Ich glaube jeder der schon mal selbst ein Blog geführt hat, weiss, dass man immer mal wieder auf die Statistik schaut. Es ist halt einfach eine Bestätigung, wenn der Blog auch gelesen wird. Ganz ehrlich, wer würde schon dauerhaft bloggen wenn niemand das Ganze liest.

Doch sind wir ehrlich, ob man Blogger ist oder nicht, lässt sich nicht an den Viewzahlen ablesen. Ich hatte bei YouTube vor etwas mehr als einem Jahr mal ähnliche Viewzahlen hingekriegt, und fühlte mich trotzdem nicht als YouTuber. Es geht mehr darum, wie viel Zeit man in den Blog steckt. Und genau das hat sich in diesem Jahr geändert. Früher war für mich der Blog nur ein Ort, wo ich Sachen hinpappte, die ich irgendwo öffentlich haben wollte. Die älteren Blogs von mir sind lieblos geschrieben und meist auch gar nicht ein zweites mal durchgelesen.

Doch wird diese Mühe belohnt? Auf jeden Fall. Ich habe 2 neue Follower auf meinem Blog und mit einem stehe ich seit kurzem auch in Kontakt. Es ist Staphan von adventureofmylifetime.com – ein ehemaliger Profi Triathlet von Deutschland, der aktuell die Ausbildung zum Fachinformatiker Richtung Anwendungsentwicklung macht. Ich glaube, es versteht sich von selbst, dass wir eine Menge Berührungspunkte haben. Und wer weiss, vielleicht kommt da ein gemeinsames Blogprojekt mit Stephan

Ich wollte mich nie ein Blogger nennen. Denn zum Bloggen gehört auch einen guten Schreibstil. Es gibt ganz sicher viele Menschen mit einem wesentlich besseren Schreibstil als ich. Meine Schwester meinte letztens zu mir: „Da hat jemand stark am Schreibstil gearbeitet.“ Ja, ich gebe mir wirklich Mühe. Es sind auch durchaus nicht die einzigen Komplimente die ich erhalte. Das alles bewirkt, dass ich mich tatsächlich schon ein bisschen als Blogger fühle.

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Stützradkrimi – Unihockey holt mich auch Trotz Stützradfahrrad wieder ein

Unbenannt

Dieses Bild zeigt mich mit meinem ersten Stützradvelo. Ein Therapierad von Haverich. Es ist ein frühes Foto, da hatte ich noch kein Tachometer am Fahrrad. Das Foto ist nicht umsonst verschwommen, ich war zügig unterwegs. Dieses blaue Gefährt war für mich ein Heiligtum, dass man mir nicht nehmen durfte. Immer wenn es das Wetter irgendwie zuliess, war ich am Fahrradfahren. Wobei… der limitierende Faktor war da nicht selten meine Mutter. „Heute ist zu schlechtes Wetter, mach was drinen“, hiess es dann oft.

Doch manchmal konnte ich mich auch durchsetzen, und durfte im Regen rumkurven. So blöd das tönt, das war für mich immer ein spezieller Moment. Nichts von rumjammern wegen schlechtem Wetter. Nein, ich kämpfte sogar dafür, dass ich im schlechten Wetter trainieren durfte.

Doch es gab da ein ernstzunehmenden Konkurrenten zum Fahrrad. Es ist die „Krankheit“ Unihockey, die damals gerade in der Schweiz grassierte. Die Sportart legte in der Schweiz einen unvergleichlichen Boom hin und genau in diesem Boom durfte ich gross werden. Ich habe zwar das Unihockey seit des Schulwechsels etwas verloren, aber ganz los gelassen hat es mich nicht.

In der 5. Klasse hatten wir einen neuen Turnlehrer. Der stand neuen Sportarten aufgeschlossener gegenüber. Da spielten wir auch ab und zu Unihockey. Es gab nur ein Problem… die Schläger die wir hatten, waren sowas von nicht zu gebrauchen. Also wünschte ich mir auf meinen Geburtstag einen Unihockeystock. Das war ein ganz einfaches Teil. Eigentlich einfach ein Kunststoffrohr mit einer Plastikkelle dran, das wars. Besser als die Stöcke der Schule war er auf jeden Fall.

Die Unihockeystunden im Turnen wurden jeweils vorher angekündigt. Voller Stolz marschierte ich dann mit dem Stock Richtung Turnhalle. Das waren für mich immer ganz spezielle Momente. Die Vorbilder von uns waren damals übrigens noch die Eishockey Spieler des EV Zug’s. Legenden dieser Zeit: Ken Yaremchuk, Misko Antisin und Dino Kessler.

Unweigerlich nahm mich der Sport immer mehr in den Beschlag. Ich liebte es einfach, die Action, das sehen wie man sich verbessert, die Leistung. Ich war stolz auf meine kräftigen Oberschenkel und stolz über jeden coolen Spielzug den ich auf dem Feld machte. Ich war halt ein Sportler.

In den Augen meinen Eltern sah es wohl etwas anders aus. Sie haben zu diesem Zeitpunkt den Sport gar nicht als Sport gesehen, sondern einfach nur als ein Hobby, dass mir Freude bereitete. Die Verbissenheit konnten meine Eltern nie so recht verstehen.

Natürlich hatte ich als Kind nicht nur Sport gemacht. Musik war ein wichtiger Bestandteil. Ich sang regelmässig Solos in unserem Schulchor und in unserem alljährlichen Theater hatte ich gar einmal die Hauptrolle. Darüber waren meine Eltern vermutlich stolzer als über mein rumgehopse auf dem Sportfeld. Musik war für mich damals auch wichtig. Nur es gibt Gründe, weshalb ich später den Sport bevorzugen sollte.

Da ich den Heimweg aus der Schule nicht alleine Bewältigen konnte, wurde ich eine Weile von Leuten aus meinem Dorf abgeholt. Eines Abends sah mich eine Frau mit dem Unihockeystock. Auf der Rückfahrt fragte sie mich erstaunt: „Spielst du Unihockey?“ Ich geriet sofort ins Schwärmen. Sie sagte mir dass ihr Sohn bei UHC Einhorn Hünenberg spielt. „Was Hünenberg hat ein Unihockey Club? Wie cool ist das denn. Seit jenem Abend wusste ich, zu diesem Club gehöre ich. Doch wie soll ich da hin kommen? Jedes andere Kind hätte seine Mutter bekniet, es doch dort anzumelden. Aber ich war behindert… was will ich mich da anmelden, das gibt bestimmt gleich eine Ablehnung. Das mit dem nicht reinpassen in die Welt der Nichtbehinderten kennen wir ja schon von der Schule. Die kommende Zeit wird nicht so einfach für mich. Weil mir die Behinderung immer wieder im Wege stand. Doch das konnte ich nicht ändern. Ich musste da durch.

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Wenn die eigenen Rechner für die Wissenschaft arbeiten

Supercomputer… Darunter stellt man sich erst mal diese monströsen Maschinen vor, die ein halbes Kraftwerk an Strom verschlingen und Unmengen kosten. Ja, diese riesen Maschinen existieren wirklich. Sie werden überwiegend für Wissenschaftliche Arbeiten gebraucht. Meistens sind das Simulationen aller Art. Diese Monster bekommt der normale Bürger nie zu Gesicht. Doch wusstest du, dass auch du Teil eines gigantischen Super Computer sein kannst? Noch besser, du kannst damit dein Computer in den Kampf gegen diverse Krankheiten wie Krebs, Alzheimer, Parkinson, Multiple Sklerose usw. schicken.

Die Proteinfaltung ist noch ein sehr unerforschtes Gebiet in der Gesundheitswissenschaft. Proteine falten sich unglaublich viel… meistens geht das richtig ab, doch manchmal geht da auch was schief. Die Faltung von Proteinen kann man mit Computer simulieren, nur das braucht eine unglaubliche Rechenpower. Missfaltung der Proteinen spielt eine zentrale Rolle in vielen Krankheiten.

Folding@home ist ein Projekt der Standford University das Grundlangenforschung auf dem Gebiet der Proteinfaltung betreibt. Sie setzen bei den gigantischen Rechenaufgaben auf Verteiltes Rechnen. Dabei werden riesige Rechenaufgaben in kleine Häppchen aufgeteilt. Als zweites holen sich ganz normale Computer diese Aufgaben, lösen sie und senden die Resultate wieder an den Server zurück. Auf diese Weise kann man seine Rechenleistung spenden.

Dem Projekt sind aktuell über 100’000 Rechner weltweit angeschlossen, doch es reicht nicht aus. Das Projekt könnte 1Mio Rechner gebrauchen. Wenn ihr auch ein Teil der Rechenarmada sein wollt, geht auf foldingathome.org und ladet Euch die Software herunter. Und an alle Gamer… Eure Grafikkarte bringt da besondere Leistung.

Ich unterstütze dieses Projekt schon seit vielen Jahren, und immer wenn es kälter wird, schmeisse ich meine Rechner an. Ach ja, ich möchte noch anmerken, man kann das Programm rechnen lassen, und mit dem Computer arbeiten. Das Programm nutzt nur die Restrechenleistung. Der Computer wird nicht ausgebremst dadurch.

Nun wünsche ich Euch allen ein gutes rechnen.

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FAQ zum Thema Vefko Tools

Es sind einige Fragen zum Thema Vefko Tools zusammengekommen. Diese möchte ich mal in einem Blog beantworten.

Wird es zum bezahlten Tool eine werbefinanzierte Alternative geben.
Das haben wir uns am Anfang tatsächlich überlegt. Allerdings ist es nicht einfach, Tools mit Werbung zu finanzieren. Selbst bei grossen Plattformen kann man bemerken, dass sie mittlerweile meist noch bezahlte alternativen anbieten. Das kommt nicht von ungefähr. Internetwerbung funktioniert fast nur noch, wenn man Benutzerdaten auswertet und dann Benutzerspezifische Werbung anbietet. Viele Leute reagieren mittlerweile Sensibel auf dieses Thema und boykottieren Plattformen die solche Praktiken anwenden. Wir haben uns daher gegen Werbung entschieden. Ausserdem finden wir, das 40 Franken im Jahr nicht die Welt ist, und sich das jeder Verein leisten kann.

Wird Vefko auch eine Plattform stellen wo sich Leute von Vereinen untereinander austauschen können?
Ein Vereinsforum… weshalb nicht. Wenn Leute Interesse an einer solchen Plattform haben, wo man Vereinsprobleme austauschen und Diskutieren kann, sagt es uns. Die Tools dafür haben wir ohnehin schon in Betrieb. Unserem Forum können wir ohne weiteres eine solche Ausrichtung geben.

Ist das Tool von Euch Open Source?
Nein, ist es nicht.

Warum habt ihr alles selbst programmiert und nicht auf bestehende Tools zurückgegriffen?¨
Wir haben zum Beginn bestehende Tools evaluiert. Die meisten Tools sind gut wenn man nur kleine Anpassungen vornehmen muss. Wenn man grössere Anpassungen machen muss wird der Aufwand von einer Neuentwicklung oft geringer. Zudem sind die meisten Tools, die man frei bekommt nur auf mittlere Grösse ausgelegt. Für ein Tool das Schweizweit ausgerollt werden soll, fehlte meist die Performance. Unsere Tools sind schlank geschrieben, und daher schnell.

Wird die Finanzierung ausreichen, wenn ihr nur 40 Franken pro Verein habt?
Ja, das haben wir schon durchgerechnet. Wenn ein Verein oder auch Privatpersonen mehr zahlen möchte, kann man dies als einmalige Spende tun oder aber eine passive Mitgliedschaft abschliessen. Wir sind ja keine Firma, und sind verpflichtet, das Geld wieder irgendwie in die Entwicklung einfliessen zu lassen.

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Fanerlebnisse

Wenn man auf dem Sportplatz stehts alles gibt, bekommt man irgendwann auch Fans. Bewundert zu werden ist was schönes, und gibt Antrieb für die weiteren Trainings. Manchmal wird es allerdings auch skurril. Hier ein paar Erlebnisse von mir.

Ich war mit meiner Leichtathletik Trainingsgruppe im Trainingslager in Bad Dürrheim (D). Wir hatten gerade unsere Trainings Session fertig und machten uns auf den Weg zurück in die Herberge. Leichtathletik Trainingsplätze sind ja meist auch öffentlich zugänglich und so schauen da schon manchmal ein paar Leute beim Training zu. Als ich dann die Anlage verlassen wollte, wurde ich von einem älteren Herrn angesprochen: „Was dies für eine riesen Leistung sei, usw.“ Der Herr hat mich offenbar schon länger beobachtet und mir nach dem Training abgepasst.

Als ich noch Unihockey spielte, war ich für kurze Zeit in einer Trainingsgruppe in Chur. Wir hatten nach einem Junioren Team von Chur Unihockey training. Als wir in die Halle gingen kreuzten wir uns. Da hörte ich hinter mir jemand sagen: „Was will denn der hier.“ Vermutlich konnte sich der Junior nicht ganz vorstellen, dass jemand mit so einer Behinderung Unihockey spielen kann. Wir begannen mit dem Einspielen und plötzlich höre ich von der kleinen Zuschauertribüne: „Bua, krass seht euch das an.“ Die Junioren waren offenbar total begeistert, von dem was ich da auf das Feld zauberte. Da man in Mannschaftssportarten auf dem Feld Kommuniziert und öfter mal den Namen eines Mitspielers ruft, fanden die Kids meinen Namen heraus. Da fielen sie komplett in den Fan Modus, und riefen in Sprechchören mein Namen.

Doch es geht noch extremer. An einem Leichtathletik Meeting vor ein paar Jahren wollte ich einen Clubkollegen begrüssen, der gerade gekommen war. Dabei ging ich an der Zuschauertribüne vorbei. Ein Herr und ein Junge grüssten mich aussergewöhnlich freundlich. Ich grösste zurück ging aber weiter. Nachdem ich mit meinem Kollegen ein paar Worte getauscht hatte. Schaute ich ein bisschen den Wettkämpfen zu. Plötzlich sah ich den Jungen und der Herr die miteinander diskutierten: „Schon eine riesen Leistung“, „Und so wie der geht… unglaublich.“ Sie sprachen offensichtlich über mich! Das Ding war, ich stand nur drei Meter entfernt und konnte alles mithören, aber sie hätten nicht den Mut gehabt mich direkt anzusprechen. Irgendwann wurde mir das Spiel dann zu blöd, und ich hab die beiden Angesprochen. Nachdem das Eis gebrochen war, hatten wir eine gute Diskussion. Der Vater und Sohn hatten viele Fragen an mich.

Dass ich auf dem Sportplatz angesprochen werde, ist für mich längst normal. Ich meine, da falle ich einfach so auf, da gehört das dazu. Doch letzten Winter hatte ich ein anderes Erlebnis. Ich war auf dem Weg ins Training im voll besetzten Tram in Zürich. Da stand eine Person, die schaute mich an, als würde sie mich kennen. Plötzlich meinte der junge Mann: „Oder du kommst doch aus Landquart.“
Ich: „Ja, bist nahe dran… aber nicht ganz.“
Fan: „Du machst doch viel Sport.“
Ich: „Das kann ich nicht leugnen.“
Fan: „Oder du heisst doch Raphi.“
Ich: „Ja das stimmt… und was weisst du sonst noch über mich, und von wo kennst du mich überhaupt.“
Es stellte sich heraus, dass mich die Person überhaupt nicht kannte. Kollegen hatten von mir erzählt… offenbar so begeistert, dass die Person mich dann im voll besetzten Abendverkehrs Tram angesprochen hat. Das fand ich ziemlich komisch, und ehrlich gesagt auch etwas Unangenehm.

In Malans kennen mich die meisten und da habe ich auch einige Fans. Von einem Jungen weiss ich seit langem, dass er Fan ist von mir. Ich drehe meine Runden im Dorf und der Kleine begegnet mir… Winkt und grüsst wie wild. Ich grüsse zurück, halte aber nicht an, weil ich im Training bin. Hinter meinem Rücken höre ich sein Freund zu ihm sagen: „Wer war das?“ Der kleine Fan ganz entgeistert: „Kennst du den nicht! das ist Raphi, der ist mega berühmt.“ Ich musste schon etwas schmunzeln, aber es war halt auch ziemlich süss, da der kleine das Todernst meinte.

Ja, solche Sachen erlebe ich immer wieder. Wenn ihr wollt, gibt’s noch einen Teil zwei davon. Habe durchaus noch mehr solche Erlebnisse auf Lager.

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Ganz gewöhnlicher Samstag

Ihr habt es vielleicht bemerkt, ich blogge seit einiger Zeit fast Täglich. So stellt sich für mich auch immer wieder die Frage: „Über was solls dann heute gehen?“ Und nein, es ist nicht so wie ihr denkt. Ich bin nicht krampfhaft auf der Suche nach neuen Themen, sondern überlege gerade, welche der vielen Blogideen heute reinpasst.

Ich hätte tatsächlich noch mehr zum schreiben und könnte aktuell oft zwei Blogs am Tag veröffentlichen. Das will ich aber nicht. Denn wie einige vielleicht auch bemerkt haben, will ich auch die Qualität der Blogs steigern. Das heisst, ich stecke wesentlich mehr Zeit in einen Blog als früher. Zwei Blogs an einem Tag sind dann einfach zu aufwändig.

Diese Woche habe ich zum Beispiel den Stützradkrimi um zwei Tage verschoben, einfach weil ich noch wichtigeres Material hatte. Diese Woche war sowieso viel los. Ach ja, das wisst ihr noch gar nicht. Ich bin am einführen eines neuen Mitarbeiters der Vefko. Der hat diese Woche die Arbeit am Quellcode (programmieren) aufgenommen. Es war die erste Einführung eines neuen Mitarbeiters, denn Marc war ja schon von Beginn an dabei, und konnte daher in das Ganze hereinwachsen.

Und es soll auch nicht der einzige Neuling bleiben. Im Hintergrund arbeiten wir bereits auf Hochtouren an Verstärkung. Diese wird auch dringend benötigt, denn wenn wir als Sprungbrett für den ersten Arbeitsmarkt fungieren wollen, brauchen wir Leute.

Ja, und dann wäre da noch der Sport. Im Blog kommt es vielleicht so rüber, als komme der aktuell etwas zu kurz. Aber nein, das ist nicht so. Ich bin wieder voll im Training. Nur die Erfolgserlebnisse halten sich ein bisschen in Grenzen. Gestern hatte ich zum ersten mal seit langem ein Training, dass ich nicht als „schlecht“ bezeichnen musste.

Ansonsten bereitet mir das Gehen immer noch Probleme. Es erfordert immer noch extreme Konzentration was nicht so witzig ist. Ich vermute stark, dass mein Körper wieder etwas mit dem Bewegungsmuster rumexperimentiert. Aber was das genau ist, hab ich bis heute noch nicht herausgefunden. Auch heute steht noch ein Training an.

So vergeht ein Samstag mit trainieren, Bloggen und sonstigem Kram wo man unter der Woche keine Zeit dafür hat. Auch schreibe ich am Wochenende manchmal schon etwas vor. Der Stützradkrimi oder auch irgendwelche Themenblogs lassen sich gut vorproduzieren. Die füllen dann meist die Lücke, wenn mal nichts spannendes gelaufen ist, oder ich nicht zum Bloggen kam.

Ach ja, falls Euch dieser Blog gefällt, dann sagt es doch anderen weiter. Wir hatten letzten Monat die 1000 Visits knapp verpasst. Ebenfalls kann man diesen Blog auch abonnieren. Ihr braucht Euch auch gar nicht bei WordPress zu registrieren. Rechts ist ein Button auf dem „Folgen“ steht. Wenn ihr da Eure E-Mail angebt, bekommt ihr jeweils eine Mail, wenn hier was neues geschieht.

So, und nun wünsche ich allen noch ein schönes Wochenende.

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Stützradkrimi – Der Sport lebt weiter

Bald war ich auch über die Enttäuschung des Schulwechsels hinweg. Ich war kein Kind der Traurigkeit, und so versuchte ich das Beste aus der Situation zu machen. Unihockey konnte ich momentan nicht spielen. Denn die Stöcke gehörten dem Schulhaus. An der neuen Schule waren die Pausen ganz anders. Keine grosse Action. Alle standen herum, und diskutierten miteinander. Es wurde auch kein Fussball gespielt. Ich wollte das ändern, und ging bis vor die Schulleitung um sie von meiner Unihockey Idee zu überzeugen. Ich meine, es brauchte ja nur ein paar Schläger, Ballen und zwei Tore. Die Schulleitung wies meine Idee ab, mit der Begründung: „Das wäre für Seebehinderte und Blinde Kinder zu gefährlich.“

In der Turnstunde genau die selbe Antwort. Ja, da gab es so was ähnliches wie Unihockey Stöcke, aber die waren gut versteckt im Lehrerzimmer. In der vierten Klasse hatte ich eine Sportlehrerin älteren Semesters, die ausserhalb von Leichtathletik und Geräteturnen wenig kannte. Es war schon eine Ausnahme, wenn wir mal ein Ballspiel machen konnten. Und eigentlich kannte sie nur ein Ballspiel. Ein Fussball, wo die Gruppen getrennt waren, und die ganze Wand bis zu einer gewissen Höhe als Tor galt. Die Mannschaften durften die Mittellinie jeweils nicht überschreiten. Gespielt wurde mit einem relativ grossen und weichen Ball. Das war aber schon ein Highlight. Die Turnstunden ohne grosse Action waren nicht so ein Ding für Jungs, aber besser als Schule war es allemal.

Was Sport anbelangte war ich schon damals sehr hart im nehmen. Mich konnte man rumscheuchen bis ich auf allen vieren kroch. Aufgeben gehörte schon damals nicht zu meinem Wortschatz. Im Sommer mussten wir manchmal ein bisschen längere Strecken laufen. „So, jetzt machen wir noch eine grosse runde“, meinte dann jeweils die Lehrerin. Und schon ging das Geklöne los. Auch wir waren phantasievoll im finden von Ausreden. Ich hätte es leicht gehabt. denn ich hätte Aussetzen können. Aber mein Kopf war immer dagegen, solche Sonderbestimmungen anzunehmen.

Gejoggt bin ich auch in meiner Freizeit. Ich hatte eine kleine Runde, vielleicht 700m die ich selbst machen durfte. Auf die Finnenbahn im Wald begleitete mich jeweils meine Mutter. Mit zügig marschieren konnte sie mir folgen. 1km Joggen schaffte ich damals schon.

Der Schulsporttag stand vor der Tür, und wir konnten auswählen welche Disziplinen wir machen wollten. Zur Auswahl stand auch der 1000m. Die meisten meiner Klasse machten einen grossen Bogen um diese harte Disziplin. Ich musste mich aber unbedingt anmelden.

Am Sporttag hatten wir schönes Wetter und dem entsprechend heiss. Wir machten alle unsere Disziplinen. Ich war relativ schnell durch und so war noch etwas Zeit zum Ausruhen vor dem 1000er. Plötzlich kam eine Lehrerin zu mir.
„Bist du müde Raphael?“
„Nein, ich ruhe mich nur noch etwas aus vor dem 1000 Meter“, antwortete ich.
„Du machst den 100 Meter? Bist du dir sicher?“ fragte die Lehrerin ungläubig.
„Klar bin ich mir sicher… ich bin im Training schon paar mal 1000 Meter gelaufen“, war meine Antwort.

Dann ging es an den Start. Es war Mittag und die Sonne brannte. Ein bisschen nervös war ich schon. Jetzt einfach mein Tempo laufen und am Anfang nicht zu schnell rein. Nachdem mir noch etwa Fünf mal gesagt wurde, dass ich nicht laufen muss, wenn ich nicht will, standen wir am Start. Jetzt war ich heiss. 2,5 Runden auf der 400m Bahn lagen vor mir. Startkommando und los gings. Ich war natürlich sofort der letzte, aber das spielte mir keine Rolle. Ich wurde überrundet, auch das war mir egal. Ich lief eisern mein Tempo. Für mein Alter, damals war ich bald 11 Jahre alt, war ich extrem gut im einteilen. Als ich auf die Zielgerade kam, wurde ich lautstark angefeuert. Zeit das letzte aus meinem Körper herauszuholen. Ich setzte zum Schlusssprint an. Völlig erschöpft kam ich über die Ziellinie und da kamen sie schon alle. „Super Raphael,“ „Gratuliere,“ usw. Ich dachte nur, Gebt mir doch bitte erst ein zwei Minuten.

Ich glaube andere waren mehr stolz auf mich als ich selbst. Ich tat nur, das was ein richtiger Sportler eben zu machen hat, wenn Wettkampf angesagt ist. Nämlich ans Limit gehen. Dieser 1000m war für mich das erste mal, dass ich für meine sportliche Leistung richtig Anerkennung bekam. Dies bleibt jedoch für die kommenden Jahre noch eine seltene Erfahrung.

 

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