Warum Home Office für einige Behinderte die Zukunft ist.

Dienstag Abend um 17:30. Wir hatten gerade eine Sitzung in Chur, Andri und ich machen sich auf den Heimweg. Wir sind in einem vollgestopften Pendelzug von Chur nach Landquart. Zum Glück geht diese Strecke nicht mal 10 Minuten. Mir wird wieder mal vor Augen geführt, wie es Pendler haben.

Pendeln ist schon für Nichtbehinderte keine schöne Sache, doch für Behinderte kann das echt der Horror sein. Ich musste zum Glück nur einmal in meinem Leben pendeln. Damals von Hünenberg (ZG) nach Zürich während einer IV Abklärung.

Home Office
Mein Home Office

Mein Alltag heute ist da viel entspannter. Erst mal in den 80m entfernte Dorfladen gehen, und mir was zum Frühstück holen. Dann gemütlich in das online Büro einloggen, und mit der Arbeit beginnen. Dabei bin ich auch gar nicht an den Tag gebunden. Ich kann auch in der Nacht oder am Wochenende arbeiten.

Ich würde eine fünf Tage Woche nicht durchstehen. Dennoch habe ich für die Vefko auch schon 52h die Woche gearbeitet. Bei mir wäre es so, dass ein schöner Teil meiner Energie schon beim Pendeln verloren gehen würde. Diese hätte ich beim arbeiten nicht mehr zur Verfügung. Das wäre komplett ineffizient.

Integration durch Arbeit

In unserer Gesellschaft hat arbeiten einen grossen Stellenwert. Eine der ersten Fragen wenn man jemand kennen lernt ist: „Was machst du beruflich?“ Es ist recht unangenehm, diese Frage nicht beantworten zu können. Daher versuchen auch de Behinderten, diese Lücke mit irgendetwas zu schliessen. Auch wenn es ein Arbeitsplatz im geschützten Bereich ist, Hauptsache man kann dem anderen sagen, dass man nicht nur faul rumsitzt.

Es gab schon Leute die stellten das Vefko Konzept in frage. Vereinsamt man nicht, wenn man nur noch von zu Hause aus arbeitet? Die Frage ist nicht ganz unberechtigt, denn es kann tatsächlich passieren. Aber mal Hand aufs Herz, wie viele Arbeitskollegen sind auch private Kollegen? Vermutlich eher weniger. Klar trifft man sich hin und wieder mal mit seinen Arbeitskollegen zu einem Essen. Aber der private Filmabend geniesst man dann schon eher mit anderen Leuten oder nicht?

Die Integration durch Arbeit hat also weniger einen sozialen Aspekt, es geht eher um die Anerkennung von aussen, dass man auch etwas zur Gesellschaft beiträgt. Und da spielt es nun wirklich keine Rolle, ob man täglich zum Büro pilgert, oder ob man von zu Hause aus arbeitet.

Mit Home Office die Energie besser einteilen

Als ich damals in der IV Abklärung war, musste ich mich jedes mal aufraffen, um ins Training zu gehen. Ich war damals aber erst 19 Jahre alt, und körperlich, mal abgesehen von der Behinderung topfit. Heute würde es mir nach so einem Arbeitstag vermutlich wie vielen anderen Behinderten gehen. Nach dem ich zu Hause bin, wäre ich erst mal fertig mit mir und der Welt und hätte überhaupt keine Kraft mehr für Freizeitaktivitäten.

Heute sieht es bei mir anders aus. Gerade wenn ich viel gearbeitet habe, verspüre ich den Wunsch nach einer alternativen Aktivität. Sei es das Dorffest, das Training oder auch nur einen gemütlichen Schwatz mit den Nachbaren. Und genau das sind Kernbausteine für eine richtige integration in der Gesellschaft.

Für einige Behinderte dürfte Home Office erst die Chance bieten, den Beruf und die Freizeit unter einen Hut zu bringen, daher sehe ich darin eine grosse Zukunft.

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Einen Haufen Administration

So, da bin ich wieder mal. Heute werde ich meine Tastatur wieder mal quälen. Nein, nicht wegen dem Blog, das ist nur der Anfang. Aber zu dem später.

Letzte Woche war ein bisschen anstrengend. Wir hatten am Samstag noch Generalversammlung. (für die nicht Schweizer: Das ist die Jahresversammlung des Vereines) Zwar ist unser Verein von der Mitgliederanzahl her klein, aber die GV gibt doch immer zu tun. Wir sind froh, dass wir das nun hinter uns haben.

Wir sind momentan an allen Ecken dran, und ich bin wirklich froh, dass ich nicht alleine bin. Das Projekt wäre alleine schlicht nicht umsetzbar. Aber es geht eben auch voran. Gerade hat wieder ein Sponsor zugesagt. Auch die Passivmitglieder werden immer ein bisschen mehr.

Ich möchte mich hier auch für die neuen Abonnenten auf diesem Blog bedanken. Es ist immer wieder schön, wenn man sieht, dass das was man schreibt, auch gelesen wird. Komischerweise kriege ich auf YouTube auch immer mal wieder neue Abonnenten. Keine Ahnung, was die da erwarten. Man sollte ja eigentlich sehen, dass ich inaktiv bin. Ich würde gerne hin und wieder mal ein Video machen, aber ganz ehrlich, ich hab dafür einfach keine Zeit.

Da es draussen kühler geworden ist, habe ich einer meiner Rechner wieder für Folding at home in Betrieb genommen. Laufen tut allerdings nur der Prozessor. Die Grafikkarte hab ich unter Linux noch nicht zum laufen gebracht. Grafikkarten unter Linux scheint keine schöne Angelegenheit zu sein 🙁

Momentan hab ich allerdings anderes zu tun, als mit einer Grafikkarte unter Linux zu kämpfen. Protokoll der GV schreiben, Mitarbeiter Info verfassen, Ein „Wir über uns“ schreiben. Rechnungen schreiben. usw. In solchen Fällen schaue ich jeweils gar nicht auf den Berg, sondern beginne gleich mit der Arbeit.

Deswegen mach ich jetzt auch Schluss… Tschüss bis zum nächsten mal.

Graphiker/UI Designer als Verstärkung gesucht!

Da unsere Mediamatikerin aufgrund einer Weiterbildung nicht mehr so viel Zeit hat, suchen wir Verstärkung. Es handelt sich aktuell um ein Platz im Ehrenamt.

Anforderungsprofil

  • Motivation und Freude an der Arbeit
  • Aktives mitdenken.
  • Anwender der entsprechenden Graphik Software. Adobe CC, Corel, oder die Open Source Alternativen. (GIMP, Inkscape, Scribus)
  • Selbständiges Arbeiten.
  • Behindert oder sonst irgend eine Macke (ja, das meinen wir ernst)

Das bieten wir!

  • Keine garantierte Entlöhnung
  • Home Office. Komplett von zu Hause aus arbeiten.
  • Vorerst keine feste Stundenbindung (jeder arbeitet so viel er möchte und kann)
  • Etwas verrücktes aber total cooles Team
  • Möglichkeit der Beteiligung bei etwas Neuem
  • Wen irgend möglich zahlen wir Bürospesen aus.
  • Und vielleicht wächst daraus ja doch ein bezahlter Job!

Falls du dich angesprochen fühlst, kontaktiere uns direkt. Wir brauchen keine richtige Bewerbung. Schreibe in eine Mail wer du bist, was du schon gemacht hast, und deine Motivation bei uns mitzumachen. Sende das bitte an raphael(at)vefko.ch und wir werden mit dir Kontakt aufnehmen.

Mein Wochenende an der FrOSCon

Ursprünglich hatte ich die FrOSCon überhaupt nicht auf dem Plan. Aber jemand von der Apache Software Foundation machte mich darauf aufmerksam. So entschied ich mich doch mal zu gehen. Ich organisierte die Reise und die Unterkunft. Ich hatte die Wahl zwischen Flugzeug und Bahn. St. Augustin ist nur wenige Kilometer vom Flughafen Köln/Bonn entfernt. Da ich aber eigentlich am liebsten Bahn Fahre, entschied ich mich dann doch für die Bahn. Obschon man Bahnfahren in Deutschland nicht mit der Schweiz vergleichen kann.

Leider gab es keine direkte Verbindung ab Basel. Die Bahnfahrt in der Schweiz verlief, wie zu erwarten, ohne Probleme. Wohlwissend um die Überbesetzung der Züge, buchte ich 1. Klasse. Dies war auch die einzig richtige Entscheidung. Die Züge in Deutschland waren in der 2. Klasse überbesetzt. Der Zug hatte zwar in Mannheim aufgrund einer Baustelle eine Verspätung, aber alle Anschlüsse waren gewährleistet. In Siegburg/Bonn kamen wir mit wenigen Minuten Verspätung an.

Dann hiess es erst mal die Taxis suchen. Diese versteckten sich relativ gut. An der Hochschule angekommen wurde ich gefragt, ob ich ein Namensschild wolle. „Nein danke, die die mich kennen müssen, erkennen mich schon“, antwortete ich. Ich stolperte kaum in den Eingang als schon jemand rief: „Ja hallo Raphael, schön dich hier zu sehen.“ Mich kennen immer irgendwo Leute, ich hab mich daran gewöhnt.

Doch eigentlich war ich nicht der bekannten Gesichter wegen da, sondern um Neue kennen zu lernen. Und so machte ich mich schon bald an meine eigentliche Aufgabe, dem Networken. Da war ich dann auch ziemlich fleissig. Ich war auch nicht der einzige der aus der Schweiz angereist ist. Ich hab mindestens noch sieben andere Personen getroffen.

Erstaunt war ich mal wieder, wie viele Firmen den Event für die Rekrutierung neuer Mitarbeiter nutzten. Es waren bestimmt fünf Firmen die vorwiegend aus diesen Gründen einen Stand aufgebaut hatten. Ich habe den Eindruck, der IT Fachkraftmangel wird alle Jahre schlimmer. Ich bin dann gespannt wie viele Firmen sich bei mir melden werden. Es hatte die eine oder andere interessante Firma dabei.

Es wurde mir mal wieder klar, wie wichtig das Vefko Projekt ist. Aber irgendwie fühlt man sich da mit drei Entwickler auch ziemlich klein. Es ist zwar momentan immer noch einen Tropfen auf den heissen Stein. Aber besser als nichts ist es allemal.

Am Abend ging es dann an den Social Event, wo ich geraume Zeit mit einigen Rechencenter Mitarbeiter aus dem Raum Nürnberg diskutiert habe. Um 0:15 bestellte dann auch ich ein Taxi und fuhr ins Hotel. Da hatte ich übrigens mal wieder ein gutes Händchen. Ich konnte relativ günstig ein vier Sterne Hotel buchen. Ein schönes Queensize Bett erwartete mich da.

Die Rückreise war etwas weniger entspannt. In Siegburg/Bonn stand ich am falschen Ort, so dass ich mich erst mal durch die gesamte zweite Klasse kämpfen musste, um mein Platz in der 1. Klasse zu erreichen. Da war ich natürlich selbst schuld, denn ich bin ja falsch gestanden. In Frankfurt Flughafen holte sich der Zug dann eine ziemliche Verspätung. Der Anschluss in Mannheim war knapp. Dummerweise lag die Erste Klasse im Zug nach Basel genau auf der anderen Seite des Bahnsteiges. Da ich den Zug nicht verpassen wollte, Stieg ich wieder in der 2. Klasse ein, und versuchte mich nach Vorne zu kämpfen. Ein Stück weit kam ich. Dann versperrten aber stehende Leute mit Koffern den weg, und ich konnte erst in Karlsruhe nach vorne. Den Resten der Reise verbrachte ich dann in Gesellschaft mit einem Line Dancer Club aus der Region Basel. Das war eine lustige Truppe 😉

Die Reise intern der Schweiz war dann wieder reine Routine, das mach ich ja des Öfteren. Ich muss sagen, ich war von der FrOSCon positiv überrascht. Die neuen Kontakte waren doch recht ergiebig. Diese Reise hat sich gelohnt, selbst wenn ich kein Fan der Reiserei bin. Am Ende war ich dann aber doch froh, wieder zu Hause zu sein.

Vefko ist 2 Jährig!

Man kann es kaum glauben, wir sind zwei Jahre alt. Vor einem Jahr sah unsere Zukunft noch nicht so rosig aus. Kaum Sponsoren, beim Programmieren kein Ende in Sicht, und auch die Verstärkung liess auf sich warten. Wir haben daher unser ein Jähriges bestehen gar nicht gefeiert.

Gestern sah das anders aus. Was wir in den letzten zwei Monaten erleben durften, ist einfach nur toll. Und ich glaube da liegt noch ein viel krasserer Weg vor uns. In diesem Monat sind uns Sachen passiert, die wir vor einem Jahr nicht mal zu träumen gewagt hätten. Wir sind an dem Punkt angelangt, wo wir plötzlich ernst genommen werden. Allen die uns in der schwierigen Anfangsphase unterstützt haben, sei damit gedankt.

Das Vefko Entwickler Team beim gemeinsamen Abendessen. Andri, Marc, und Raphael v.l.n.r.

Ich glaube, ich bin nicht der einzige in Vefko der sagen kann, dass ein kleiner Traum in Erfüllung gegangen ist. Von meinem Vater hab ich mitbekommen, dass Arbeit auch Freude machen kann, kein Muss sein soll. Ich wollte mal eine Arbeitsstelle haben, wo man am Morgen aufsteht und schon mit Freude an den Arbeitstag denkt. Ein Team dass sich auch ein solches nennen kann. Eine Gruppe die offen und Zielstrebig arbeitet.

Zudem wollte ich in meinem Leben immer mal Motivator werden. Heute arbeite ich mit Leuten zusammen an denen sich schon gute Motivatoren die Zähne ausgebissen haben. Und nicht nur das, sie werden plötzlich selber zum Motivator! Ja, ich durfte schon sehr coole Zeiten in meinem Leben miterleben. Unihockey, Leichtathletik, Stützradkrimi und die Krebsstory. Mit Vefko habe ich zum ersten mal ein Projekt, wo ich den Eindruck habe, dass es die anderen Sachen in den Schatten stellen wird!

Wir gingen dann am Abend miteinander Abendessen. Als Teambestätigende Massnahme (Teambildung brauchen wir nicht mehr). Wir haben natürlich viel diskutiert, über die Vefko, Gott und die Welt. Neben absolut belanglosen Themen gab es natürlich auch existenzielle Fragen. Zum Beispiel isst man bei der Pizza den Rand zu erst, oder der innere Teil?

Wir haben Vefko intern immer mal wieder (auch härtere) Diskussionen, werden uns aber eigentlich immer einig. Aber bei der oben genannten Pizza Frage gingen wir mit Meinungsdifferenzen auseinander. Ich hoffe jetzt, diese Lebensentscheidende Frage mit Hilfe von Euch klären zu können. 😉

Der Arbeitssommer ist vorbei

Dieser Sommer hiess es für mich durcharbeiten. Mehr als 500 Stunden machten wir in den letzten zweieinhalb Monaten für die Vefko. Noch nie haben wir in so kurzer Zeit so viel gearbeitet. Das ist ja auch kein Wunder, schliesslich sind wir nun zu dritt. (im Kernteam)

Vom Sommer habe ich eigentlich ein bisschen Respekt. Denn es ist die unangenehmste Zeit um vor dem Computer zu arbeiten. Wenn draussen die Sonne scheint, und es richtig warm ist, habe ich jeweils einfach keine Lust drinnen zu arbeiten. Klar, in der Wohnung ist es eigentlich kühl, aber das merkt man nur, wenn man gerade von draussen rein kommt. Sobald man länger drin ist, erdrückt einem die Hitze fast.

Diesen Sommer hingegen war es relativ angenehm. Wir hatten nur eine kurze Zeit eine richtige Hitzewelle, Sonst war es eigentlich relativ kühl, und es regnete immer mal wieder. Und jetzt läuft der Sommer eh langsam aus. Man merkt es schon, wie es am Morgen wieder echt kühl ist.

Zu tun haben wir genug. Gestern erstellte ich noch ein Dokument, wo ich alle Punkte aufführte, die wir noch erfüllen müssen, bevor wir mit unseren ersten Version raus können. Das ist doch eine recht lange Liste.

Ich selbst komme gar nicht zum Programmieren. Denn ich bin mit administrativem Kram zugemüllt. Das ist das Übel, wenn man so eine Gruppe leitet. Gerade laufen Verhandlungen mit einigen Organisationen. Was da genau verhandelt wird, kann ich Euch natürlich noch nicht sagen. Nur so viel dazu, wenn nur die Hälfte davon umgesetzt wird, ist das eine richtig coole Sache.

Nebenbei bin ich auch doch daran, die Generalversammlung vorzubereiten. Auch das gibt richtig Arbeit. Obschon wir noch ein kleiner Verein sind, und daher mit wenig Administration auskommen. Ich bin froh, wen wir das hinter uns haben. denn GV’s sind einfach nur Pflichtveranstaltungen, die man halt machen muss.

Immer im Herbst starten auch alle grossen Events. Da bin ich wieder viel unterwegs. Los geht es bereits dieses Wochenende mit einer Reise nach St. Augustin (D). Dort besuche ich die FrOSCon eine Open Source Computer Messe. Andere würden die Reiserei lieben. Ich mag es nicht. Aber Networking gehört nun mal zu meiner Position in der Vefko dazu. Networking mach ich auch gerne, wenn nur die Reiserei dafür nicht wäre.

So dann wisst ihr wieder mal was bei mir passiert. Ihr seht, ich bin gut ausgelastet. Bis zum nächsten Blog wünsche ich euch allen eine schöne Zeit.

Es ist mal wieder Zeit für ein Blog

Wie ihr wahrscheinlich mitbekommen habt, blogge ich nicht mehr so viel. Das liegt ganz einfach daran, dass ich mehr Zeit für die Vefko verbrauche. Im Monat Juli kam ich auf 134 Stunden, wobei ich befürchte, dass so manche Stunde noch nicht gezählt ist.

Wir haben nämlich tatsächlich das gegenteilige Problem vieler Firmen. Bei uns loggen sich viele nicht ein, wenn sie kurz was für die Vefko machen. Damit werden dann auch die Stunden nicht gezählt. Eigentlich spielt das ja auch keine Rolle, denn wir zahlen ja eh noch keine Löhne. Aber immerhin versuchen wir nun die Bürospesen zu berappen.

Die Bürospesen sind natürlich nur für ein einfaches Büro kostendeckend. Wenn jemand ein günstiges Internet hat, und vielleicht noch einen occasion Laptop, dann wird die Rechnung aufgehen. Wenn aber jemand wie ich fünf Computer hat, und sich jedes Jahr ein neuen anschafft, ist das natürlich nicht Kostendeckend. Aber immerhin haben wir mal ein Teil der Kosten abgedeckt.

Das funktioniert natürlich auch nur, da die Sponsoren und die Passivmitglieder nun etwas einfacher zu finden sind als auch schon. Das liegt bestimmt auch daran, dass wir schon etwas vorzuweisen haben. Mit einem Konzept alleine kann natürlich Jeder kommen. Wir haben nun schon ein schönes Stück Software zusammen.

Ansonsten ist bei mir fast alles beim alten. Die neue Tastatur hat sich gut eingeschrieben. Sie macht zwar immer noch einen Lärm wie ein Kettepanzer, aber daran gewöhnt man sich ziemlich schnell.

Dafür habe ich nun endlich einen neuen Bürostuhl, was auch Marcs Schuld ist. Er meinte mal: „Du brauchst einen Chefsessel.“ Den hab ich dann gleich mal bestellt, und nun habe ich ihn auch. Ob ich jetzt mehr Chef bin, sei mal dahingestellt.

Und das Trainieren hab ich natürlich auch nicht ganz vergessen. Ich habe die Kondition und die Kraft etwas aufgebaut, und schaffte letztens sogar die 20km Marke mit dem Fahrrad. Früher hätte ich mich ausgelacht für 20km… aber heute bin ich stolz darauf. Nun verstehe ich auch endlich die Leute die früher nur den Kopf schüttelten, wenn ich klagte, dass ich absolut nicht fit bin und das ich nur 40km gemacht habe.

Ja, die Fitness ist nicht mehr die selbe, aber das ist auch klar. Ich meine heute trainiere ich vielleicht noch 5h die Woche, damals waren es 20h. Den Unterschied merke ich auch im Alltag. Während es zu meinen Sportzeiten kein Problem war, 2km zu gehen, versuche ich Heute schon Gehstrecken von 500m zu umgehen. Mann muss allerdings aufpassen damit. Ab und zu fordere ich mich schon noch bewusst heraus. Sonst geht plötzlich immer weniger.

Ich möchte gar nicht wissen, wo ich heute wäre, wenn ich nie Sport gemacht hätte. Ich glaube ganz ehrlich nicht, dass ich noch gehen würde. Das Experimentieren mit den Trainings ist mir allerdings ein wenig vergangen. Die Auswirkungen sind einfach zu gravierend.

Dennoch ist das Thema Sport als Training noch nicht abgeschlossen, aber es bräuchte eine verdammt mutige Entscheidung von mir. Darüber blogge ich vielleicht ein anderes mal.

FAQ über Home Office

Wir in der Vefko arbeiten ja alle von zu Hause aus. Wir sind mittlerweile fünf Leute und ich möchte mal ein paar Fragen zum Tema HomeOffice beantworten, die ich immer wieder höre.

F: Warum habt ihr Euch für HomeOffice entschieden.

Nun, am Anfang hatten wir gar keine andere Wahl, denn wir hätten uns kein Büro leisten können. (dies wäre auch jetzt noch schwierig) Aber das war nicht der Hauptgrund. Gerade bei Beeinträchtigten Personen kann HomeOffice ein Segen sein. Wer mit einer schweren körperlichen Behinderung täglich pendeln muss, der weiss, wie anstrengend das ist. Auch Menschen mit Reizüberflutung, ADHS’ler, gewisse Autisten, usw. macht der Berufsverkehr ganz schön zu schaffen. Diese Energie fehlt dann am Arbeitsplatz, oder im Privatleben.

Zudem Vergrössert eine konsequente HomeOffice Strategie den Radius aus dem man die Leute holen kann extrem. Die Hauptakteure der Vefko sind zwar momentan alle in einem Radius von etwa drei km verteilt. Jedoch haben wir heute schon Leute aus der ganzen Schweiz. Das wäre schlicht nicht möglich, wenn wir unsere Leute fix in ein Büro bestellen würden.

Und dann kommt noch der Umweltschutzgedanke. Wir ersparen unseren Leuten eine Menge Kilometer. Zudem ermöglicht das ein viel flexibleres Arbeiten. Dass man sich vom Bett einmal umdrehen kann und man ist bei der Arbeit, hat auch was. 😉

F: Wie läuft das in der Praxis

Es existieren die wildesten Vorstellungen, wie Home Office funktioniert. Manche glauben, man sitze hier dauernd mit dem Headset vor der Webcam. Nein, natürlich nicht! das würde einer der wichtigsten Vorteile eines Home Office zerstören. Nämlich den, dass man seine Ruhe hat. Wir haben uns dafür tatsächlich ein eigenes Tool geschrieben. Wir nennen das Admin Tool. Ich blende euch mal ein Screenshot von einer Testversion ein…

Da loggen wir uns immer ein, wenn wir arbeiten. Da gibt es ein allgemeiner Chat, Sitzungszimmer, wenn mal zwei Leute miteinander chatten möchten, ohne die anderen zu stören. Dateiupload, Todo Liste, Terminkalender, Stundenabrechnung, und halt noch einige Tools die wir brauchen, um unsere Vereinstools zu verwalten. Die meiste Kommunikation läuft über den Hauptchat, den ihr rechts im Bild seht. Wobei wir in Zukunft vermutlich auch Team Chats machen werden, weil wenn alle miteinander in einem Chat sind, verliert man schnell den Überblick. Es ist auch nicht so, dass wir dauernd am Chatten sind. Oft ist es da relativ ruhig. Wir haben bei 1500 Arbeitsstunden etwas mehr als 5000 Chatzeilen geschrieben. Ihr seht, das ist jetzt nicht die Welt!

Teilweise nutzen wir auch Telefonkonferenzen, Screensharing und Co. Das ist aber eher nicht die Regel. Zur Anwendung kommen diese Tools vor allem bei Coaching Aufgaben, oder wenn wir Ideen austauschen und Konzepte entwerfen. da sind das einfach effizientere Tools als ein Chat.

Zudem haben wir einen Newsletter an alle Mitarbeiter, der in unregelmässigen Abständen rauskommt. Wir haben auch Leute die nur gelegentlich was für Vefko machen. Mit dem Newsletter sehen sie, was gerade läuft, ohne sich durch hunderte von Zeilen Chatlogs durchzulesen.

F Trefft ihr euch auch mal persönlich?

Ja, das tun wir! Meistens ersetzen diese Treffen eine Telefon Konferenz. Das hat auch einen sozialen Aspekt. Sich persönlich zu treffen ist halt noch mal was anderes als online. Solche Meetups sind wichtig. Das merkt man beispielsweise auch bei den Open Source Communities. Aber es gibt auch Leute bei uns, die haben sich noch nie persönlich gesehen. Es ist also kein Muss, aber ein „nice to have.“

F: Besteht nicht die Gefahr, dass Leute zu Hause auf kosten der Firma private Sachen machen?

Gegenfrage: „Ist das garantiert, wenn die Leute in der Firma arbeiten?“ Ne, mal ganz im Ernst, wer sich solche Fragen stellen muss, sollte sich vielleicht mal Gedanken über die Firmenkultur machen. Aber um die Frage zu beantworten. Nein, mit Home Office kann man sich nicht der Kontrolle der Vorgesetzten entziehen. Das merken wir auch bei Vefko immer wieder. Das Problem ist bei uns allerdings eher in die umgekehrte Richtung gelagert. Leute zählen die Stunden nicht, bei denen sie am arbeiten sind. Das ist schnell passiert. Man ist nicht im Tool eingeloggt, und privat am Surfen, plötzlich poppt eine Mail auf, die mit Vefko zu tun hat. Man Liest und beantwortet die schnell und schwups schon hat man 20 unterschlagene Minuten.

Wer glaubt, das falle nicht auf, täuscht sich. Wir haben uns schon öfter gegenseitig ermahnt, die Zeitabrechnung ernst zu nehmen. Die Leute sehen also, wenn gearbeitet wird, ohne die Stunden zu loggen. Genau so wäre es auch umgekehrt. Den Traum den einige haben, dass man mit HomeOffice gemütlich auf dem Balkon einen kühlen Milchshake schlürfen, Netflix kucken, und dann noch Geld verdienen kann ist definitiv utopie. Zwar Geht das mit dem Milchshake und dem Balkon, aber arbeiten musst du dabei halt doch. Sonst fällt das sehr schnell auf.

F: Ist es nicht sehr schwer, Privates und Geschäftliches zu trennen.

Ja, das ist es! Das ist auch der wirklich grosse Nachteil von HomeOffice. Man muss sich ganz bewusst Zeiten off reservieren, sonst klappt das nicht. Wir handhaben das so, dass wir untereinander, uns jeder Zeit sagen können, wenn wir das Gefühl haben, dass bei jemand von uns das Privatleben zu kurz kommt. Das führt dann schon mal dazu, das Jemandem gesagt wird, er solle mal abschalten, und etwas raus gehen.

Das ist besonders wichtig, wenn man in einem Projekt mitarbeitet, bei dem die Mitarbeiter eine sehr hohe Identifikation mit dem Projekt haben. Aber wenn man sich da gegenseitig ein bisschen unterstützt, passt das schon.

Vefko kommt in Fahrt!

Phu, endlich mal Ruhe im online Büro! Dass ich diese Stille mal geniessen werde, hätte ich vor einem Jahr nicht zu denken gewagt. Und das kein Blog kam, lag nicht daran, dass ich gerade gemütlich irgendwo Ferien mache. Nein, Vefko hat einen riesen Sprung nach vorne gemacht.

Die letzten zwei Tage war das Büro teilweise zu dritt besetzt. Wir haben einen neuen Programmierer, der sowas von Gas gibt, und noch ein Newbie dazu. Wie ich immer so schön sage, ein Projekt braucht nicht viele Leute, sondern die richtigen. Wir sind aktuell nur fünf Leute, aber die richtigen! und das macht den Unterschied.

Es macht unglaublich viel Spass so zu arbeiten, und obschon eigentlich gerade Ferienstimmung ist, stört es mich nicht, den halben Tag vor dem Computer zu verbringen. Ich dachte immer, top Team Dynamik findet man nur im Sport… diese Meinung muss ich glaub gründlich revidieren.

Vor allem die Tatsache, dass dieses Projekt nur aus Menschen besteht, die normalerweise Hilfe von aussen brauchen, macht das Ganze speziell. Die meisten ähnlichen Projekte sind geführt, durch irgendwelche Sozialarbeiter. Wir führen uns selbst, und coachen uns gegenseitig ein völlig neues Konzept. Nicht von oben herab, sondern auf Augenhöhe untereinander.

Ich war schon immer ein Fan von flacher Hierarchie. Doch welche Vorteile sie hat, hat sich diese Woche gezeigt, als sich der neue Programmierer gegen Marc und Mich mit einer Idee durchsetzte. Nach Betrachtung aller Fakten mussten wir einsehen, dass seine Lösung die bessere ist. Doch dafür muss man sich erst mal auf eine Diskussion einlassen. Das ist in einer stark hierarchischen Struktur meist gar nicht gegeben. So bleiben da gute Ideen schon mal auf der Strecke.

Noch mehr Auftrieb gibt uns die Tatsache, dass wir in letzter Zeit auch wieder etwas Finanzielle Unterstützung bekommen haben. Das hilft natürlich bei der Motivation. Wir haben im letzten halben Jahr nicht mal die Bürospesen ausbezahle. Diese betragen gerade mal CHF 5.– pro 8h Arbeit. Wenn man viel arbeitet, reicht das in der Schweiz eigentlich gerade mal für’s Internet, und einen kleinen Zustupf an den Rechner. Unser Ziel wäre es schon, zumindest diese Bürospesen unseren Leuten mal auszahlen zu können. Vielleicht gelingt uns das ja in Zukunft.

Das schönste ist aber wohl, zu sehen wie sich Menschen verändern. Leute die vorher keine Perspektive hatten, gewinnen plötzlich an Fahrt, blühen auf, machen Pläne für die Zukunft. Es ist schon fast beängstigend zu sehen, wie schnell es geht, das ein Projekt plötzlich IHR PROJEKT ist. Jemand meinte letzthin zu mir: „Es hat sich schon lange etwas in mir aufgebaut. Doch es war eingesperrt. Vefko hat dieses etwas befreit“

Jemand fragte mich, wie ich dann die Leute finde. Ich antwortete: „Überall wo sie niemand vermutet, auf der Strasse vor dem Dorfladen, auf der Zugfahrt nach Hause.“ Einer der Programmierer ging heute auf ein Festival. Auf seinen Wunsch hin habe ich ihm notfallmässig noch ein paar Visitenkarten gedruckt. Ich wäre jedenfalls nicht überrascht, wenn er mit jemand Neuem im Schlepptau zurückkommt.

Und wenn du jetzt denkst, wow, zu diesem verrückten Team will ich auch. Dann schreibe sofort eine Mail an raphael(at)vefko.ch. Denn irgendwann finden wir dich sowieso 😉

Momentan ist wie gesagt niemand in unserem online Büro, ausser ich. Und bevor die ersten wieder aufschlagen, mache ich hier jetzt fertig.

War das schon wieder eine Woche

Wenn man ein Projekt wie Vefko managed, kommt man gar nicht so viel zum programmieren, sondern kümmert sich eher um die Sachen drum herum. Das macht mir eigentlich gar nichts aus, und ich bin froh, einen Programmierer zu haben. Manchmal juckt es mich aber doch, ein paar Zeilen Quellcode zu schreiben, so auch Anfangs Woche. Ich fixte noch ein paar Sachen in unserem Vereinstool.

Am Dienstag machte ich dann noch ein kleines Testcase Management System. Natürlich hätte ich auch einfach eines der Webbasierten Open Source TCM nehmen können. Die sind aber die meisten relativ Fett. Aber ich wollte was einfaches. Dem Tester soll eine Aufgabe gestellt werden und ein Soll Ergebnis angezeigt werden. Dann soll der Tester in der Lage sein, einen Kommentar zu verfassen. Ok, dafür Bash zu verwenden ist vielleicht etwas abgefahren, aber ich hatte nun mal lust auf Bash. 😉

Am Donnerstag hatte ich so halb frei. Denn wir hatten im Fribourgischen ein Verandten Treff. Schon schön, wenn man sich die Zeit selbst einteilen kann. Aber der Unterschied zu einem Angestellten, die Arbeit begleitet einem trotzdem immer mit. Doch stören tut mich das nicht wirklich.

Natürlich war auch am Treffen die Vefko ein Thema, denn viele wollen wissen, was man so tut. Einer meiner Cousins ist nun Job Coach. Mit ihm habe ich mich länger über das Thema berufliche Integration gesprochen. Er fand die Art und Weise, wie wir an das Thema herangehen sehr interessant.

Aber die Überraschung sollte mich erst auf der Heimreise erwarten. Wenn man bereits 300km mit dem Zug unterwegs war und noch mal so viel vor sich hat, kann es schon mal vorkommen, dass man mit einem anderen Fahrgast ins Gespräch kommt. Zum Schluss gebe ich eine Visitenkarte, und verabschiedete ihn mit „also melde dich bei mir!“ Wenn man etwas verrückte Leute sucht, muss man auch an den verrückten Orten suchen. LinkedIn war gestern, heute findet man die Leute im Zug!

Am Freitag arbeitete ich dann mal wieder mit Marc zusammen. Wir tilgten wieder einige Bugs. Weshalb kriegen wir das eigentlich nur einmal in der Woche hin? Meistens sind wir zu unterschiedlichen Zeiten online, oder haben nur kurze Überlappungen. Aber das ist halt der Nachteil, wenn das Büro 24/7 offen hat, und man arbeiten kann, wenn man will.

Und nein, auch der Sport kam nicht zu kurz. Ich trainierte einige male diese Woche und das tat gut. Am Montag spornte ich sogar ein paar Hobby Sportler beim Joggen an. Keine Ahnung was das für eine Truppe war. Jeden falls sah man einigen von denen von zehn Kilometer an, dass sie gerade absolut kein Bock auf Jogging haben. Ich hab dann einen meiner Sprüche laufen lassen und selbst Gas gegeben und siehe da… plötzlich setzte sich auch der hinterste Tross in Bewegung.

Eine erfolgreiche Woche also, so kann es weiter gehen!